#7: Fenster Sieben – Für deine Sinne

Meine Yogastunden sind für mich die Höhepunkte der Woche, eine kleine Weile für mich ohne alle Anforderungen und Belastungen des Alltags, in der Anwesenheit mit mir selbst. Ich habe viele Jahre Übung gebraucht, um es zu lieben. Am Anfang fand ich es meistens nur langweilig. Außerdem bin ich steif und unflexibel mit langen Beinen und Armen, die nie in die richtige Position zu kommen schienen. Aber in den ruhigen Worten des Yogalehrers hatte ich das Gefühl, dass etwas in meinem Leben fehlte. Obwohl meine Gedanken während der Meditation immer wegwanderten, spürte ich Gold irgendwo etwas weiter weg. Und Gold ist wirklich das, was ich erhalten habe, durch die Bewegungen und die rhythmische Atmung habe ich langsam aber sicher eine etwas höhere Sinnespräsenz erreicht. Das heutige Fenster folgt diesem Thema und umfasst Folgendes:

Mache einen Spaziergang der Sinne.

Mache eine Pause bei deinem Spaziergang, während du dich auf einen Sinn nach dem anderen konzentrierst:

  • Nutze das Sehen – schließe die Augen und mache zwei tiefe Atemzüge, öffne dann deine Augen und schau dich um. Wie sieht die Straße aus, auf der du gehst? Wie sehen die Details der Umgebung aus?
  • Nutze das Gehör – werde aufmerksam auf die Geräusche um dich herum, was hörst du? Konzentriere dich für einen Moment auf die verschiedenen Klänge und lasse sie so sein wie sie sind, ohne zu bewerten.
  • Nutze den Geruch – Konzentriere dich auf die Düfte um dich herum. Welche Art von Gerüchen erkennst du?
  • Nutze das Gefühl – Achten auf dein Gefühl, ist es kalt oder heiß? Wie fühlt sich der Boden unter den Füßen an? Wie fühlt sich die Kleidung auf deinem Körper an, konzentriere dich für eine Weile, ohne zu bewerten.

Also, Schuhe anziehen, so gehen wir raus und spazieren!

Zweimal weihnachtliche Rezepte

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Unsere ganze Kleinstadt ist jetzt ein frostiges Winterland, aber immer noch kein Schnee. Ich muss vom letzten Jahr träumen, als ich und die Kinder mit dem Rodel eine Tour machten.

Mit oder ohne Schnee ist es jetzt an der Zeit, die Weihnachtsstimmung anzukurbeln, nicht wahr? Ich möchte zwei meiner Favoriten auf dem Süßigkeitentisch mit euch teilen. Zuerst, das cleverste Ding der Welt. (Zumindest im Dessert-Kontext und wenn es schnell gehen muss, aber trotzdem fachmännisch aussehen sollte.) Schokoladenmousse im Sahnespritzer! So leicht zuzubereiten und einfach im Kühlschrank bereit halten, bis es Zeit für das Dessert ist. Vor dem Servieren einfach kräftig schütteln und das Mousse in schöne Gläser füllen und anschließend mit Beeren, Nüssen oder was auch immer du magst, auffüllen. Hier kommt das super einfache Rezept:

Schokoladenmousse im Sahnespritzer
Zutaten:
4 dl Schlagsahne
1 Ei
100 g dunkle Schokolade von guter Qualität

Zubereitung:
Schokolade im Wasserbad schmelzen, das Ei zerschlagen und unter ständigem umrühren zu der Schokolade geben. Die Sahne dazu und alles zusammenrühren. Das Gemisch in den Sahneboy lehren, zumachen und auf den Kopf stellen und eine Gaspatrone eindrehen. Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank stehen lassen und vor dem Servieren kräftig schütteln.

Schön, in kleinen altmodischen Mokka-Tassen zu servieren, die aus heutiger Sicht zu klein sind, um Kaffee zu trinken. Ich habe diese fabelhaften feinen Tassen von meiner Schwiegermutter bekommen, sie sind vor langer, langer Zeit in Dornbirn Österreich gemacht worden. Für einen weihnachtligen Touch habe ich das Ganze mit gehackten „Polkaschweinen“ (Pfefferminzbonbon), zerkleinerten schwedischen Pfefferkuchen und Haselnüssen gekrönt. Lecker!

Eine weitere Leckerheit auf dem Süßigkeitentisch ist Marmeladenkonfitüre und mein Lieblingsgeschmak ist Moltebeere („Hjortron sylt“ gibt’s u.a. bei IKEA). Meine Großmutter, die aus Norrland stammte, kam jedes Jahr vom Herbstbesuch mit einem vollen Karton frisch gepflückten Moltebeeren nach Hause. Als Kind habe ich die Aufregung nicht wirklich verstanden, aber jetzt weiß ich, diese erstaunliche Beere, das Gold des Waldes, zu schätzen. Dieses Jahr habe ich die Konfitüre auf einem Weihnachtsmarkt gekauft, ich glaube nämlich nicht, dass ich meine eigene machen werde, wenn ich den Umzug bedenke. Aber ansonsten verwende ich dieses Rezept:

Marmeladenkonfitüre
Zutaten:
5 dl Moltebeeren (oder Erdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren oder Heidelbeeren)
Eine Tasse Wasser
3 dl Gelierzucker (Marmeladenzucker mit Pektin)
Eventuell ein paar Tropfen Karamellfarbe, wenn du eine etwas intensivere Farbe erhalten möchtest.
Streuzucker zum Garnieren

Zubereitung:
Koche die Beeren im Wasser bis sie weich sind und siebe nachher i einen Stahlsieb über einem Topf ab. Drücke die ganze Flüssigkeit mit einem Löffel aus, alle Kerne sollten im Sieb bleiben. Das Ganze mit dem Marmeladenzucker wieder zum Kochen bringen und ca. 20 Minuten kochen lassen oder bis der Teig zäh und etwas glänzend wird und an den Rändern in einem Film kleben bleibt. Gieße den Teig in eine kleine viereckige Form mit Backpapier bekleidet und lasse ihn erstarren. Schneide mit Schere oder Messer kleine Quadrate aus und rolle sie im Streuzucker. Köstlich!

Alle Bilder in diesem Beitrag sind von Gastfotografin Amanda Falkman. www.frknfalkman.se

Wenn das erste Lichtlein brennt, ist die Tür zu Weihnachten ein Spalt weit offen

Guten Morgen und frohen Advent an euch! Ich wünschte, ihr könntet spüren, wie gut es in unserer Küche duftet. Ich habe die traditionellen Safranbrötchen (Lussebulle) gebacken und frisch gemahlenen Weihnachtskaffee gebraut, der Düfte von Zimt und Kardamom in jedem Winkel verteilt.

Wir haben den Tisch mit Omas feinem Porzellan, handbesticktem Weihnachtstischtuch und den drei Zuckerlaternen der Kinder gedeckt. 

Ich habe etwas Wintergrün aus dem Garten reingeholt und in unsere neu gefundene Flohmarktvase aus den 1940er Jahren gestellt. Bezahlte 5 kr d.h. 50 Cent (!!!!!) dafür, weil die nette Flohmarktdame findet, dass wir so oft dort einkaufen. Liebe die Vase!

Jetzt läuten die Kirchenglocken über dem Marktplatz und vermischen sich mit Tiger Daniels heller Stimme aus dem Fernseher und den Mädchen, die aus Elisabeths Zimmer kichern. Bald werde ich die ganzen Familie zu unserem nächsten See schleppen, der auch komplett weihnachtlich dekoriert ist. Es sieht so aus, als ob es ein guter Tag wird. ♡

#5: Fenster Nummer fünf – ein seltener Luxus

Hinter der heutigen Lücke finden wir:

Schreiben einen Brief an jemanden, den du vermisst.

Hinter dem Haus, in dem ich aufwuchs, gab es eine große Plantage von Hagebuttensträuchern, durch die wir Kinder kleine Gänge hatten. Eines Tages, als ich sechs Jahre alt war und wie üblich im Zickzack durch die Büsche in Richtung Spielplatz streifte, stand am Ende der Sträucher ein Mädchen von der gleichen Größe wie ich da. Sie hatte ganz weißes Haar und nette Augen, die mich ein wenig schüchtern ansahen. Seit diesem Tag war Jessica meine beste Freundin und wir sind einander durchs Leben gefolgt.

Wir wuchsen in der gleichen Gegend auf, waren in der gleichen Klasse und trafen uns jeden Tag. Als wir fünfzehn waren, bekam ihr Vater einen Job in einer anderen Stadt und sie zogen ungefähr 400 km weg. Es war die erste große Traurigkeit meines Lebens, aber wir riefen uns jeden Tag an, immer zur gleichen Zeit. Darüber hinaus schrieben wir uns mehrere Briefe pro Woche, die ich immernoch habe. Heute lebt sie mit ihren drei Kindern im gleichen Alter wie meine in Stockholm, und obwohl wir uns nicht mehr jeden Tag hören, geht derselbe Dialog weiter, der seit dreißig Jahren geführt wird, und ich hoffe, noch viele, viele Jahre mehr.

Manchmal denke ich darüber nach, wie schön es wäre, wenn wir wieder nah beieinander leben würden, es ist so besonders mit Freunden, die alles über dich wissen und du kannst einfach dort weiterreden wo du zuletzt aufgehört hast. Heute bin ich diejenige, die einen Brief an Jessica schreibt, kann mich eigentlich nicht erinnern, wann ich das zuletzt gemacht habe. Etwas, das uns vor zwanzig Jahren so natürlich war, ist zu einem seltenen Luxus geworden.

Wer bekommt deinen Brief?

#3: Guten Morgen 3. Dezember!

Ich hoffe, ihr seid mit dabei und verbreitet etwas Licht auf der Welt.
Das heutige Fenster enthält:

Gestalte etwas mit deinen Händen.

Meine Vorfahren waren, soweit zurück wir wissen, Bauern. Ich denke, in Wirklichkeit bin ich nur eine verwirrte Bauerin, die versucht, in einem anderen Alltag als meine Vorfahren einen Sinn zu finden. Sachen die mich gut fühlen lassen sind, wenn ich meine Hände in der Erde habe, Gerichte von Grund auf koche und von Kindern und Tieren umgeben bin. Der Natur Aufmerksamkeit zu schenken, den Wechsel der Jahreszeiten beobachten, den Blick auf den Horizont weilen. Und mit den Händen etwas erschaffen können.

Der Trick besteht darin, es sich selbst nicht zu schwer zu machen. Wie hier haben die Kinder und ich Orangenscheiben im Ofen getrocknet und auf einem Nähfaden aufgehängt. Es riecht wunderbar und wird sehr schön für Weihnachten sein. Außerdem, narrensicher auch für mich, wo nicht so geschickt ist.

Die obere Schleife ist auf die gleiche Art und Weise gemacht besteht jedoch aus Popcorn und kann auch im Weihnachtsbaum oder um einen Türpfosten niedlich sein. Die Kinder aßen mindestens jedes andere Popcorn, aber sie konzentrierten sich wirklich lange und sorgfältig während dieses Handwerks.

Etwas anderes, das ich gerne noch einmal versuchen möchte, ist Gegenstände aus Ton oder Lehm zu formen. Getöpfert habe ich seit dem Kunstunterricht im Gymnasium nicht mehr. Ich erinnere mich, dass ich es damals geliebt habe. Fühle dich frei zu schreiben was deine Handwerke oder kreative Ideen sind. ♡

#9: Schalte den Bildschirm aus, schalte alles aus, was dich zersplittert und dein Herz kalt macht

Das heutige Fenster birgt eine echte Herausforderung:

Habe einen bildschirmfreien Abend.

Normalerweise landen wir auf der Couch vor dem Fernseher, wenn die Kinder eingeschlafen sind. Manchmal auch mit dem Handy oder im schlimmsten Fall dem Computer zusätzlich. Und natürlich ist es toll, in eine gut gemachte TV-Serie zu entfliehen und sich für eine Weile zu entspannen. Es gibt ja so viele gut produzierte Sendungen da draußen. Irgendwie hat der Fernseher das uralte Lagerfeuer ersetzt, etwas, um sich rundherum zu versammeln und gemeinsam an einer Geschichte zuzuhören. Aber wenn wir gleichzeitig, jeder für sich, die Arbeits-E-Mails liest oder Lebensmittel einkauft, wird es einfach ein bisschen … zersplittert.

Warum also nicht alle Bildschirme für einen Abend ausschalten? Kerzen anzünden, Brettspiele spielen, Tee trinken und ohne Ablenkungen miteinander reden. Lass dein Herz warm werden. ♡

#21: Eine Wand voller Freundlichkeit

Heute kommt noch eine andere Idee der Kinder. Es scheint so, dass sie die besten Ideen für diesen Kalender haben, vielleicht hätte ich sie Fensterchen machen lassen sollen. 😊 Wir sprachen jedenfalls über Freundlichkeit und das war ihre Idee zum Thema:

Mach‘ eine Freundlichkeitswand.

Sie fanden, es wäre gut, eine Wand voller Freundlichkeiten hier zu Hause zu haben. Eine Art Altar, wo man hingehen kann und etwas ermutigendes, nettes oder ein nachdenkliches Zitat lesen kann. Um es einfach zu machen, kann jeder ein paar nette Worte auf Post-it-Notizen schreiben und direkt an der Wand aufkleben. Dann ist es einfach zu ersetzen, wenn man variieren möchten. Ein Zitat, das wir von mir aus gerne behalten können ist dieses:

„Jeder, den du triffst, führt einen Kampf von dem du nichts weißt. Sei freundlich. Immer.“

Genau das wünsche ich mir, dass die Kinder von zu Hause mitnehmen. Man weiß nie, was sich in einem anderen Menschen verbirgt, das Wichtigste was man tun kann, ist zu versuchen, nett und freundlich zu sein. ♡

Was steht auf deiner Freundlichkeitswand?

DIY Katzenbett mit Stil

Warum müssen eigentlich diese gekauften Katzenmöbel so furchtbar hässlich sein? Dieses hausgemachte Katzenbett wird zu einem schönen Einrichtungsdetail und ist ausserdem super einfach zu machen. Ich nahm einfach einen alten Stuhl, der an der Rückenlehne etwas kaputt war und befestigte einen schönen (aber nicht so modernen) Koffer auf dem Sitz. Dann bettete ich mit einem weichen Kissen, welches ich in einen altmodischen Kissenbezug stopfte. Ich habe ein ganzes Lager voll mit alten Baumwollkissenbezügen, die sind nicht nur schön sondern auch unglaublich langlebig. Oft sind sie auch mit fantastischen handgemachten Spitzen dekoriert. Stell dir vor, welche Arbeit und Sorgfalt man früher in Alltagsgegenstände gesteckt hat! Schließlich habe ich die englische Katzengirlande aufgehängt, natürlich müssen auch die Katzen etwas Weihnachtsstimmung haben. Morre sprang sofort rauf und begann zu schnurren, ich nehme das als eine gute Bewertung an.🐾

Alle Bilder in diesem Beitrag sind von Gastfotografin Amanda Falkman. www.frknfalkman.se

#20: Fenster zwanzig und das vierte Licht

Heute ist bereits der vierte Advent und nur noch zwei Werktage, bis wir unsere Weihnachtsferien haben. In diesem Jahr gibt es viele, die Weihnachten nicht zusammen mit ihren Lieben feiern können, weil es ein besonderes Jahr ist. Aber für andere fehlt immer jemand zu Weihnachten. Das heutige Fenster ist für diejenigen, die nicht mehr bei uns sind:

Wenn du die vier Kerzen anzündest, zünde jede für jemanden an, den du vermisst.

Eine meiner Kerzen wird für meinen Onkel sein, der viel zu jung gestorben ist. Ich liebte es, als Kind bei ihm zu sein, weil er selbst wie ein Kind war, nur größer und geborgener. Es war ungefähr so als wäre man mit Pippi Langstrumpf zusammen, er dachte, wir könnten auf den Tisch malen und in den Kronleuchtern hängen. Er flüsterte mir während den Familienessen kleine Streiche und Ideen zu, denen ich mit Freude und großen Augen folgte. Einmal zu Weihnachten, zum Beispiel, tauchte er schleimige Fischbällchen in Schokolade und bot sie als Pralinen an und es gibt tausend andere solcher Geschichten. Es ist so traurig, dass er seine Enkelkinder nie erlebt hat, weil ich weiß, dass er der beste Großvater der Welt geworden wäre. ♡

Für welche Personen zündest du heute die vier Kerzen an?

#8: Fensterchen Nummer Acht ist jetzt offen

Das heutige Fenster steht im Zeichen der Tiere und enthält:

Esse heute vegetarisch.

Vor Weihnachten könnte es einem ein weniger übel werden, mit all der grotesken Werbung für Fleisch, die jeden Flyer und jede Anzeige füllt. Ich bin seit vielen Jahren Vegetarier und kann mir das Leben nicht anders vorstellen. Trotzdem kann ich die Geschichte der Menschheit als Fleischfresser respektieren, wo sie in vielen Fällen unser Leben gerettet hat.

Ich erinnere mich, wie meine Oma mir erzählte, wie sie auf einem Bauernhof aufwuchs. Die Kinder hatten Namen für alle Tiere und zu Weihnachten machte man es ihnen extra schön mit Stroh in der Scheune. Sie hatten die besten Winteräpfel gespart, die die Tiere am Weihnachtsmorgen bekamen. Sie wussten, wie wichtig die Tiere waren, um die große Familie zu ernähren und behandelten sie immer mit Respekt. Das Schwein wurde auf dem Hof geschlachtet und jeder auch so kleinster Teil des Tieres wurde verwertet. Die Grundnahrungsmittel für Omas Familie waren vegetarisch und Fleisch war ein seltener Luxus. Obwohl es nur wenige Generationen entfernt ist, ist die Realität für die heutigen Fleischtiere eine ganz andere als zu Omas Zeiten, wie jeder weiß. Kurze Leben ohne die Möglichkeit im Freien zu sein, lange und überfüllte Transporte zu Schlachthöfen und schmerzhafte Tötungsmethoden. Als es zuerst ein Luxus gewesen war, scheint es nun so dass viele denken, dass Fleisch in so ziemlich jeder Mahlzeit enthalten sein sollte. Ich denke, das Urteil der Zukunft gegen die Fleischindustrie wird hart sein, also nutze die Gelegenheit, heute mehr vegetarisch zu essen und verbreite etwas Hoffnung für die Tiere. ♡

Solche Leckereien backe ich auch gerne mit den Kindern und die verbleiben die einzigen Schweine bei meinem Weihnachtsessen.

Heute ist kein gewöhnlicher Tag! 🇬🇧

Ich bin so aufgeregt, dass ich heute keine Zeit hatte, ein Sonntagshaus zu schreiben, meine Gedanken sind bei einer einzigen Sache. The Crown. Staffel 4 hat heute Premiere auf Netflix! Ihr habt wohl diese großartige Serie nicht verpasst, oder? Wenn du das hast, bin ich fast eifersüchtig auf dich, weil du drei Staffeln aufholen kannst!

Die Serie beginnt, als Königin Elizabeth II. im Alter von 27 Jahren zur Königin gekrönt wird und wir dann der britischen Monarchin durch alle Prüfungen des Lebens folgen dürfen. In der vierten Staffel sind wir in den 1980er Jahren angekommen und der Ehe von Kronprinz Charles mit der jungen Diana Spencer.

Sicherlich sieht Emma Corrin als Diana absolut umwerfend und erstaunlich aus, nicht wahr? So portraitähnlich und mit der gleichen Ausstrahlung von Schüchternheit und Charisma.

Und in der Rolle der Premierministerin Margret Thatcher sehen wir keine Geringere als Gillian Anderson. Diese Saison wurde von einer einstimmigen Gruppe von Rezensenten als die beste bisher bewertet, daher sind meine Erwartungen gelinde gesagt hoch.

Allerdings bin ich beim Aufladen vor der heutigen Premiere vielleicht etwas weit gegangen. Bereits am Freitag habe ich einen britischen Obstkuchen gebacken, der zwei Tage lang reifen soll, bevor er genossen wird. Also heute Abend gehen die Kinder früh ins Bett, wir brauen Tee und schneiden dicke Scheiben dieses Kuchens und bänken uns vor den Fernseher.

Dieser Kuchen ist super einfach zu backen, bekommt aber einen exklusiven und tiefen Geschmack und reift zu einer dichten und fast cremigen Textur. Es ist auch ein perfekter Kuchen, um zu Weihnachten zu backen! Hier ist das Rezept:

Für einem großen britischen Obstkuchen:
250 g Butter
1/2 dl Orangenmarmelade englischen Typs (bitter)
2 dl Zucker
3 Eier
4 dl Weizenmehl
3 dl Rosinen
100g Mandeln

So geht’s:

  1. Die Butter bei schwacher Hitze in einem großen Edelstahltopf schmelzen. Die Marmelade rein klicken und umrühren. Beiseite stellen, damit es ein wenig abkühlt. Eine  Form, die etwa 2 Liter hält, mit Butter bestreichen und Semmelbrösel darüber streuen. Den Ofen auf 160 °C vorheizen.
  2. Den Zucker in den Edelstahltopf mit dem Butter rühren und dann ein Ei nach dem anderen hinein. Zwischen jedem Ei kräftig umrühren. Das Mehl gleichzeitig mit Rosinen und ganzen Mandeln vermischen. Rühre den Teig so zusammen, dass sich wirklich alles richtig vermischt, so dass es keine „Mehltaschen“ gibt. Den schweren Teig in die gefettete Form legen.
  3. Backe den Kuchen im unteren Teil des Ofens für knapp 1 1/2 Stunden. Drehe den Kuchen um, aber lasse ihn unter der Form abkühlen. Dann in Alufolie einwickeln und für zwei Tage ruhen lassen, damit der Kuchen den richtigen Geschmack und Textur bekommt.

Ihr schaut heute Abend zu, nicht wahr? ♡

#13: Das Fenster für den dritten Advent

Heute ist das Luciafest! Ein Fest, das uns daran erinnert, dass das Licht zurückkehren wird, was für uns normalerweise ein stimmungsvolles Konzert in der Kirche beinhaltet. Aber in diesem Jahr feiern wir stattdessen zu Hause und öffnen Fenster Nummer 13:

Zünde das dritte Lichtlein an und höre deine schönste Weihnachtsmusik.

Meine liebste Scheibe zu Weihnachten ist Elvis‘ Christmas Album von 1957 mit Blue Christmas. Welche Musik weckt die richtige Weihnachtsstimmung für dich? ♡

#12: Heute reflektieren wir in Fenster Nummer 12

In diesem Jahr scheint nur eines auf der Welt passiert zu sein: die Corona-Krise. Es ist alles, worüber wir sprechen und fast das einzige Thema in den Nachrichten. Aber alle anderen Krisen und Katastrophen haben keine Pause eingelegt, nur weil sie vom Radar verschwunden sind. Die Klimakrise zum Beispiel ist auf lange Sicht eine größere Bedrohung für uns als Corona, aber im Moment mit der Pandemie und der akuten Situation wird sie natürlich überschattet. Heute heben wir den Blick und reflektieren über folgendes:

Wähle eine Frage die dir wichtig ist und die die Welt ein wenig besser macht.

Schreibe einen Text online, spende ein paar Cent an einen Wohltätigkeitsverein oder schreibe deine Nachricht auf ein Plakat, damit alle sie sehen können. Zu Weihnachten dürfen sich unsere Kinder normalerweise für eine Wohltätigkeitsorganisation entscheiden, wo unsere Familie etwas spendet.

Julius‘ Frage ist Kinderarmut. Mehrere Kinder in seiner Klasse sind vor dem Krieg in Syrien geflohen, und wir haben beschlossen, die Arbeit der schwedischen Kirche für Kinder auf der Flucht zu unterstützen.

Elisabeth hat ein großes Herz für Tiere und Natur und denkt oft darüber nach, warum Erwachsene so grausam gegenüber Tieren sind und warum soviel Müll auf dem Boden liegt. Sie bekam eine Mitgliedschaft in einem Kinderclub für Tierrechte und wir haben Greenpeace auch mit Geld unterstützt.

Welche Frage liegt dir am Herzen? ♡

Weihnachten in Liseberg

Jedes Jahr zu Weihnachten fahren wir nach Liseberg und essen „Julbord“ (Weihnachtstisch) mit der ganzen Familie meiner Seite. Leider konnten mein Bruder mit Familie in diesem Jahr nicht dabei sein, so dass es ein kleiner Kreis mit meinen Eltern und uns wurde. Liseberg ist ein wunderschöner Vergnügungspark aus den 1920er Jahren, eine wahre Oase mitten in der Innenstadt von Göteborg. Zu Weihnachten ist es besonders schön, wenn der ganze Park bis zu den Zähnen mit Lichtern, frostigen Tannen und vielen Marktständen mit Weihnachtlichen Waren geschmückt ist. Wenn man hier nicht in Weihnachtsstimmung kommt, mit all den wärmenden Lagerfeuern und dem Geruch von Glühwein und gebrannten Mandeln, tut man es wahrscheinlich nie. Die Kinder wollten sofort auf den Schokoladenglücksrädern spielen, als wir in den Park kamen, ein Unterfangen das normalerweise mit weinen und verspieltem Geld endet. Aber da sie ihr eigenes Taschengeld hatten, ließen wir sie machen. Diesmal hatten sie ganz unwahrscheinliches Glück, gewannen bei jedem Glücksrad und bekamen Hybris.

Sogar der Großvater freute sich wie ein Kind über die riesige Schokoladenschachtel.

Mit dem Kinderwagen vollgepackt mit Preisen ging es weiter durch den Park. Diese Laternen fand ich so schön. Denk dir sie zu Hause im Garten zu haben!

Bald war es Zeit für das Weihnachtsessen. Ich bin draufgekommen, dass ich das Mittagessen heute wegen dem Fahren zwischen verschiedenen Kinderfesten verpasst habe, daher das müde und ein wenig hungrig-wütende Gesicht.

So kamen wir im Restaurant Hamnkrogen an, das sich in Lisebergs kleinem, stimmungsvollen Hafen befindet.

Bevor wir hineingingen, habe ich versucht, ein Foto für die diesjährige Weihnachtskarte aller drei Kinder zu machen. Es ging so lala. Im Hintergrund ist übrigens die Polketten-Tanzbahn zu sehen, wo sich meine Großmutter und mein Großvater an einem Sommerabend Ende der 1940er Jahre trafen. ♡

Jetzt waren wir in der Wärme und bekamen einen guten Tisch in der Nähe des Buffets. In Schweden ist „Julbord“ ein Begriff, wie ein Smör­gås­bord mit all dem Essen, das wir mit Weihnachten verbinden. Habe leider keine Bilder vom eigentlichen Essen, denn ich war damit beschäftigt, den Kindern zu helfen und selbst zu essen. Auf jeden Fall essen die meisten Schweden jedes Jahr etwa die gleichen Gerichte und der Weihnachtstisch (Julbord) sieht schon lange gleich aus. Es ist etwas Schönes daran, denke ich, das Essen verbindet uns mit früheren Generationen. Obwohl einiges weggefallen ist und etwas anderes hinzugefügt wurde, bin ich überzeugt, dass die Mutter meiner Großmutter den heutigen Julbord wiederkennen würde. Und meine kleine Tochter, die 115 Jahre nach ihr geboren wurde, weiß auch genau, welche Gerichte zu Weihnachten gehören.

Als wir wieder draußen waren durchsuchte Elisabeth ihre Tasche, um zu sehen, ob es noch ein wenig mehr Geld zum verpulvern gab…

…und das hat es natürlich getan. Die Wahl fiel auf eine dieser Maschinen, wo man versuchen sollte, ein ausgestopftes Tier mit einer Metallkralle zu fischen. Es muss wirklich ein Glückstag gewesen sein. Gegen alle Gesetze der Natur und trotz all meiner Versuche ihnen abzuraten, gelang es den Kindern, die kleine Paillettenmaus, die sie anstrebten, hochzuziehen. Etwas, das ungefähr alle tausend Jahre mal passiert. Schwer das Glück mit der Paillettenmaus zu toppen, gingen wir nach Hause, gesättigt und müde, aber glücklich. Nächste Weihnachten sind wir natürlich wieder da. 🎄

Frohe Lucia ♡

Jedes Jahr, als ich klein war, bekam ich ein kleines solches Mitglied für meinen Lucia-Zug aus Ton von meiner Oma. Weiß nicht, ob ich es damals so sehr geschätzt habe, aber jetzt hat es einen Ehrenplatz hier zu Hause. Jedes Mal, wenn ich daran vorbeigehe, denke an Oma und all ihre Fürsorge für mich. Wir haben heute ein ruhiges und gemütliches Luciafest hier zu Hause, aber meine Versuche, die Kinder zu verkleiden waren vergeblich.

Ich muss mich damit begnügen mich an andere Lucia-Tage zu erinnern, als sie mehr interessiert waren. Schaut euch diesen niedlichen Haufen Lucia-Kinder an die mit uns im Jahr 2017 gefeiert haben. Sie waren da noch klein und stimmten allen meinen Ideen zu. ♡   

Lussebullar gehören zum Luciafest und heute haben wir die zweite Runde dieses Jahres gebacken, die bald bereit ist, aus dem Ofen zu kommen. Natürlich bekommt ihr das Rezept:

Zutaten
– 50 g Hefe
– 175 g Butter oder Margarine
– 2 Beutel Safran á 1/2 g
– 2 dl Zucker
– 5 dl Milch
– 0,5 TL
– Eine Brise Salz
– ca. 1,5 l Weizenmehl (1,5 l entspricht 900 g)
– Ei zum Einpinseln
– Rosinen
– (Perlzucker)

So geht’s:

  • Das Backfett (Butter oder Margarine) schmelzen.
  • Den Safran mit etwas Zucker in einem Mörtel mischen. Den Safran in das geschmolzene Backfett rühren. Die Milch dazugeben und mit einer Teiglöffel auf ca. 37°C leicht erhitzen.
  • Die Hefe in ein wenig der warmen Teigflüssigkeit verrühren. Die restliche Fast alles Weizenmehl dazugeben und den Teig für ca. 5 Minuten in der Küchenmaschine oder 10 Minuten von Hand kneten. Etwas Mehl über den Teig streuen und unter einem Backtuch für 30-45 Minuten gehen lassen.
  • Den Teig auf einer mit Mehl bestreuten Fläche auslegen. Den Rest des Mehls einkneten.
  • Lussekatter oder Zöpfe formen und auf ein Blech mit Backpapier legen. Nochmals für ca. 30-45 Minuten unter Küchentuch gehen lassen.
  • Den Ofen auf 200 °C vorheizen. 
  • Bestreichen und Garnieren: Mit geschlagenem Ei bestreichen und Rosinen eindrücken. Ich streue auch in der Regel etwas Perlzucker drauf, obwohl es nicht zum Originalrezept gehört.
  • Hefebrötchen in der Mitte des Ofens 8-10 Minuten und Zöpfe im unteren Teil des Ofens 15-20 Minuten bei 200 °C backen.

Gerne zusammen mit einem Glögg (Glühwein) genießen. Übrigens, unser Familienrezept für die Pfefferkuchenherze kommt in Kürze. Wünsche euch einen schönen dritten Advent. ♡

Wiederverwertete Weihnachtsgeschenke

Letzte Woche hatte unser nächster Flohmarkt halber Preis bei allem, also nutzten wir die Gelegenheit, einige Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Recycling ist die beste Art von Weihnachtsgeschenk, wenn du mich fragst. Diese unmögliche Kaufhysterie, die zu Weihnachten überall herrscht, ist kein besonders schönes Geschenk für unsere Kinder und ihre Zukunft.

Wir brauchten neue Untersetzer für unsere abendliche Tasse Tee und ich fand eine völlig ungeöffnete Schachtel von der feinen englischen Marke Pimpernel. 5 kr (50 Eurocent!) für 6 Stück.

Ein frühlingshaftes Ölgemälde mit Anemonen, es wird ein Weihnachtsgeschenk für Mario und mich sein. Wir beide sammeln gerne Kunst, 25 SEK habe ich bezahlt.

Für die Kinder finde ich immer Bücher für jeweils ein paar Euro.

Ich liebe Kinderbücher aus den 1950er Jahren, die haben immer so schöne Illustrationen. Wie in diesem, das Elisabeth bekommen wird. Es geht um ein Mädchen, das sich ein Hundewelpen zu Weihnachten wünscht (genau wie Elisabeth). Der Unterschied ist nur, dass das Mädchen im Buch ihren kleinen Hund bekommt…

… während mein Kind sich damit begnügen muss, darüber zu lesen. Das waren einige meiner wiederverwerteten Geschenke vom Flohmarkt. Habe auch noch fünf kleine Holzpuzzles und einen Traktor für Edward gefunden, aber die habe ich bereits eingepackt.

#18: Fenster Nummer 18 setzt mit dem Thema Selbstliebe fort

Erinnerst du dich an das allererste Fensterchen? Dort schrieben wir drei Dinge auf, für die wir dankbar sind, und in Fenster Nummer 6 schauten wir in den Spiegel und sagten etwas Nettes über uns selbst. Heute wird es eine Kombination aus beidem sein, nämlich:

Schreibe drei Dinge auf, die du an dir magst.

Ich weiß nicht, wie es für euch ist, aber für mich ist es ziemlich schwer. Oft, wenn ich an mich selber denke, sind es an all meine Mängel. Was ich mit mir selbst ändern sollte, dass ich in vielerlei Hinsicht eine bessere Mutter sein könnte, mehr bei der Arbeit zustande bringen könnte oder meinem Partner mehr Wertschätzung entgegenbringen könnte. Als ich mein erstes Kind bekam, war eine Hebamme die zu mir sagte, versuche mehr Freude daran zu empfinden ein Elternteil zu sein als schlechtes Gewissen zu haben. Es ist natürlich, dass Elternschaft immer mit einem gewissen schlechten Gewissen einhergeht, aber ich entschied dann, dass dies meine Beziehung zu meinem Kind nicht beeinträchtigen sollte. Jede Entscheidung, die ich getroffen habe, basierte auf dem, was zu dieser Zeit das fairste und beste war. Vielleicht ist es jetzt anders, aber ich muss nichts bereuen. Also, meine drei Dinge, die ich an mir mag?

  1. Dass ich eine vollkommen genügend gute Mutter für meine Kinder bin.
  2. Dass ich kreativ bin und in der Regel Lösungen für die meisten Dinge finde.
  3. Dass ich offen bin für neue Denk- und Lebensweisen.

Welche sind deine drei? ♡

#19: Zeit für ein Lesefenster

Das heutige Fenster enthält etwas am beruhigendsten, das ich kenne:

Lese jemandem vor.

Wenn du deinem Kind regelmäßig vorliest, verschaffst du ihm einen großen Vorsprung. Ein Kind, dem man in seiner Kindheit vorgelesen hat, hat im Alter von 17 Jahren ein Vokabular von etwa 50.000 Wörtern, im Vergleich zu 15.000 Wörtern für das Kind, das es nicht hat. Ein haarsträubender Unterschied also. Ich fand es eine so schöne Zeit mit den Kindern, jeden Abend, wenn ich für sie las. Da sie jetzt aber selbst lesen können, gibt es weniger Möglichkeiten dazu, was ich gerne ändern würde. Ich denke, wir können uns vor dem Schlafengehen eine Weile vorlesen, weil es so beruhigend und schön ist, sich auf etwas anderes als den Fernseher zu beschränken.

Es sind nicht nur Kinder, die es lieben dem Lesen zuzuhören. Als Mario gerade nach Schweden gekommen war, las er mir abends oft vor, um sein Schwedisch zu trainieren. Es war wahrscheinlich meine absolute Lieblingsmethode, um einzuschlafen, seine (damals) ein wenig seltsam ausgesprochenes, zaghaftes Schwedisch, das mich in den Schlaf wiegte.

Für wen kannst du heute Abend lesen? ♡

#10: Genau das, was jemand anderes braucht

Gestern war hier zu Hause, eine meiner Säuberungsaktionen im Gange! Mein Traum ist es, genau das zu haben, was ich brauche und alles an seiner Stelle. (Im Moment ist es so etwas wie eine Utopie mit einem bald Dreijährigen, der die Sachen die ganze Zeit überall herumzieht). Wie auch immer, alles Aussortierte schenke ich weiter. Das bringt uns zum heutigen Fenster:

Verschenke etwas, das du aussortiert hast.

Sicherlich muss die Konsumtion der Zukunft kreisförmig sein, genau wie die der Vergangenheit? Das Wissen früherer Generationen, wie man Dinge baut die Hunderte von Jahren halten, anstatt nur für die nächste Saison wenn wieder neue Trends eingeführt werden, glaube ich, wird eine begehrte Fähigkeit sein. Was uns einmal so offensichtlich war, muss es wieder werden: das zu reparieren, was kaputt ist, anstatt es weg zu verwerfen. Kleider zu tragen, bis sie abgenutzt sind und dann darüber nachdenken, was man aus dem Stoff machen kann.

Viele von uns leben mit einer Überfülle von Dingen und was man aussortieren, kann genau das sein, was jemand anderes braucht.

Was gibst du heute weg? ♡

#15: Einfach oder schwierig?

Das heutige Fenster enthält eine Herausforderung, die meiner Meinung nach trotz ihrer Einfachheit etwas schwierig sein kann:

Wenn du oft viel Platz einnimmst gebe Platz, wenn du oft wenig Platz einnimmst nimm Platz.

So wie ich das sehe ist unsere Gesellschaft voller Aufrufe, dass man Platz einnehmen soll, sein Recht geltend machen soll und für sich selbst eintreten und standhaft bleiben soll. Als junges Mädchen wurde mir ständig gesagt, dass man sich gegen Jungen aufstellen muss, weil sie so lauthals sind und sich leichter tun ihren Zielen entgegen zu kämpfen. (Dies ist natürlich eine Verallgemeinerung, es gibt viele Beispiele, wo Frauen mehr Platz einnehmen.) Und das mag in vielen Fällen sicherlich der Fall sein, aber ich denke, man hat fünfzig Prozent der Lösung in dieser Argumentation vergessen. Damit jemand Platz einnehmen kann, muss jemand anderes Platz geben. Anstatt das Mädchen immer nur härter werden sollten, sollten wir uns nicht darauf konzentrieren den Jungs zu lehren mehr Platz zu geben und mehr zuzuhören? So denke ich zumindest mit meinen eigenen Kindern. Selbst als Erwachsener kann es sich lohnen, die eigene Rolle in verschiedenen Kontexten zu betrachten, vielleicht unterscheidet es sich?

In welchen Zusammenhängen kannst du mehr Platz geben? Und in welchen kannst du mehr Platz einnehmen? ♡

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