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Eine Quarantänewoche in Bildern

Wir gehen jetzt in die zweite Woche, in der wir zu Hause bleiben, weil die Kinder immer noch eine Erkältung haben. Es ist schwer, mit allen Kindern zu Hause zu bloggen, aber ich dachte ich kann euch zumindest einen kleinen Bildregen anbieten, mit Fotos der vergangenen Woche. Trotz der schwierigen Umstände hatten wir eine sehr schöne Zeit zusammen. Die Sonne strahlte auf unserer Straße, unser Haus ist das graue auf der linken Seite.

Heute ist mein Geburtstag und ich bin auf die allerbeste Art und Weise geweckt worden. Mit singenden Kindern in Pyjamas und zerzausten Haaren. Gibt es was süßeres als das?

Aber jetzt zurück zur vergangen Woche, die wir mit Backen eingeleitet haben. Wir haben die Tiefkühltruhe für unsere Ausflüge im Frühling gefüllt.

Und Edward kümmerte sich um den rest des Teiges.

Die Kinder durften Themen wählen. Sie wollten versuchen, ein 💩-Emoji zu backen. Okay, einen Versuch wert!

Elisabeth ist in einem Schachclub und möchte etwas Schach inspiriertes machen. Ich selbst bin leider keine gute Spielerin, aber ich liebe diese kleinen karierten Kekse. Sie sind ein guter Trost, wenn man beim Schach von einer Siebenjährigen geschlagen wird. ♡

Als das Backen abgeschlossen war, wandten sich die Kinder dem Hüttenbau zu. Mit Edward als Sprecher.

Wir waren viel draußen in unserem Garten. Er ist alt und aufgewachsen und ein bisschen „lagom“ (gerade recht) wild.

Mit Blick auf unser schönes, sonnengelbes Nachbarhaus…

…und voller Frühlingsblumen und niedlicher Jungs.

Elisabeth hat selber Vogelfutter aus Kokosfett und Körnern gemacht und hängt es unter der Aufsicht des kleinen Bruders auf.

An einem Tag habe ich Waffeln zum Mittagessen gebacken, die wir mit Marmelade und Sahne aßen, im Freien gegen eine sonnengewärmte Südwand.

Sie erhielten die Bewertung „sehr gut“ von Edward.

Wir waren auch auf Orust, wo sich die Welt wie gewohnt anfühlt. Dort ist es immer leer von Menschen und kommt jemanden, haltet man in der Regel sowieso Abstand. Hier hat die Südwand der Hütte, eine neue Fassade erhalten. Die Kinder halfen mit der typisch roten Farbe zu malen…

…mit Ausnahme von Edward, der versuchte zu lernen, wie man ein Dreirad fährt.

Das war unsere Woche, ich wünsche euch einen guten Start für die kommende. Und viel Kraft für diese besondere Zeit, die wir vor uns haben. ♡

Tage zuhause und ein fantastisches Brot

In letzter Zeit wurde es hier auf dem Blog etwas ruhiger, auch dies ist natürlich ein Corona-Effekt. Die Schulen sind hier in Schweden noch geöffnet, aber ich und die Kinder sind seit vier Tagen zu Hause, weil sie ein wenig verkühlt sind. Wir versuchen, die Langeweile mit Baken zu vertreiben und haben eine sichere Wahl getroffen. Denn was schlägt ein gutes, hausgemachtes Brot? Die ganze Familie liebt dieses Rezept und es ist so einfach, dass die ungewohnteste Person es schaffen kann. Das Ergebnis ist jedoch, als ob ein professioneller Bäcker unterwegs wäre.

Hier kommt das Rezept:
– 5 dl fingerwarmes Wasser
– 1 dl Milch (ich nehme in der Regel Hafermilch)
– 25 g Hefe (oder Trockenhefe)
– 2 TL Salz
– 1 EL Honig (oder anderer Süßstoff)
– 12,5 dl Weizenmehl (dieses Mal habe ich die Hälfte mit Durumweizen gebacken, es wurde schmackhaft und ein wenig fester)

Zubereitung:

  1. Die Hefe in einer Schüssel zerbröseln. Salz und Honig dazugeben. Gießen Sie über das Milchwasser und rühren, bis die Hefe setzt.
  2. Das Mehl unterrühren. Es sollte ein loser Teig werden.
  3. Die Schüssel mit einem Geschirrtuch zudecken und 1-2 Stunden gehen lassen.
  4. Den Ofen auf 240-250 Grad vorheizen. Zwei Teller mit Olivenöl bestreichen. (Oder Backpapier verwenden)
  5. 1/2-1 Tasse Weizenmehl auf den Backtisch streuen. Den losen Teig über das Mehl kippen, aber NICHT kneten. Weiteres Mehl über den Teig streuen und mit der Hand sanft abflachen. Den Teig in etwa 6 cm schmale Streifen schneiden, dann teile jeden Streifen in etwa 3 Teile „auf der Schräglage“. Nach und nach die Stücke auf die Bleche legen.
  6. Das Brot direkt in der Mitte des Ofens backen (sie müssen nicht wieder gären). Ca. 17-20 Minuten backen. Ohne Handtuch abkühlen lassen so werden die Brote knusprig und fein.

Hoffe, du willst dieses Pangrezept testen, ich komme bald mit mehr Tipps mit Sachen die man, während dieser speziellen Zeit, machen kann. Pass auf dich auf. ♡

Historische Frauen: Siri Sundström

Eine Hebamme in den Bergen

In Zeiten wie diesen kann es doch passen mit einem kleinen medizinischen Thema bei unseren historischen Frauen? Darf ich vorstellen Siri Sundström, 1892-1976, eine Pionierin in einem Beruf, für den ich große Bewunderung habe, nämlich Hebamme. Siri wuchs auf einem Bauernhof weit oben in den Bergen Lapplands in Schwedens nördlichster Provinz auf. Als sie 22 Jahre alt war, beendete sie ihre Hebammenausbildung in Stockholm und ging wieder nach Hause, um ihren neuen Beruf in ihrer Heimatregion auszuüben.

Sie war die erste professionelle Geburtshelferin in Lappland und zu jeder Tageszeit konnte das Telefon klingeln mit der Ankündigung, dass ein Kind geboren werden würde. Sie arbeitete unter extremen Bedingungen, wenn sie Glück hatte wurde sie mit einem Pferd abgeholt oder durfte auf dem Schlitten von einem Rentier gezogen werden, um die entbindende Frau zu erreichen. Andere Male musste sie auf Skier durch kilometerlange Wälder in beißender Kälte laufen und sich einen Weg bahnen. Oft musste sie mehrere Tage bei der neuen Mutter bleiben, um Sicherheit rund um das Neugeborene und den Rest der Familie zu schaffen. Siri beschrieb die miserablen Bedingungen, die sie oft in den Hütten erwarteten. Manchmal gab es keine Kleider für das Baby oder keine Laken in den Betten.

Siri musste mit dem Hacken und Tragen von Brennholz beginnen, um Wasser zu erhitzen und den Raum zu reinigen, in dem die Geburt stattfinden würde. Gestern in den Nachrichten hörte ich, wie schwedisches Krankenpflegepersonal sich Sorgen machte, dass Einwegschürzen in Schweden knapp werden. Siris Geschichte relativiert die Dinge wirklich.

Etwas später in ihrer Karriere war Siri an der Eröffnung eines Entbindungsheim im Krankenhaus in ihrem Heimatdorf beteiligt und nun war sie es, die mit Pferd und Kutsche hinausging, um die Frauen abzuholen, die entbinden sollten. Siri kämpfte ihr ganzes Leben lang dafür, dass Frauen sicherere Geburten und mehr Hilfe bei der Betreuung ihrer Kinder hatten. Sie half über 3.000 Kindern in die Welt.

„Kein Reichtum der Welt kann sich mit der Freude messen, die ich nach einer komplizierten Geburt mit glücklichem Ausgang empfunden habe.“

Siri Sundström

Bilder: TT/Lennart Nilsson

Ein dampfender Ausflug

Hej und Hallo! Es ist Freitag, obwohl es sich in diesen Viruszeiten ein wenig seltsam anfühlt. Ich mache mir nicht so besonders Sorgen um das Virus selbst, sondern mehr über die Hysterie die es erzeugt. Aber nachdem ich das gesagt habe, denke ich, dass der Blog eine Freizone sein könnte, frei von allen Alarmberichten und der sorgfältigen Berichterstattung der Medien.

Vor einiger Zeit erhielt ich eine so nette E-Mail von einer Leserin, Eva, die mich an einen wirklich Lieblingsort unsere Familie erinnerte. Nämlich die alte Bahnstrecke zwischen Anten und Gräfsnäs, wo man noch immer mit einer fast hundert Jahre alten Dampflokomotive fahren kann. Es liegt in der Nähe der Stadt Alingsås, etwas mehr als eine halbe Stunde nördlich von Göteborg entfernt und ist der perfekte Sommerausflug für alle Altersgruppen. Heute gastblogge ich bei Schwedenstude über unseren letzten Ausflug dorthin. Fühlt euch frei, dort rein zu schauen und vielen Dank Eva für die Erinnerung. ♡

Hier ist ein Bild aus dem alten Wartezimmer im Bahnhofsgebäude. Stellt euch vor, dass öffentliche Umgebungen früher so viel schöner waren. Heute scheint es so, als ob Ästhetik allzu oft für Funktionalität und Effektivität weichen muss. Traurig, wenn wir wissen, dass schöne, harmonische Umgebungen unser Wohlbefinden in einem solchen Ausmaß beeinflussen. Ästhetik sollte doch bei der Planung für Räume, die uns allen gehören sollten, sicherlich ein so selbstklares Kriterium sein wie jedes andere?

So, jetzt werde ich meine Kleinen etwas früher von der Schule und dem Kindergarten holen, und sie mit gutem Essen verwöhnen und ihnen vielleicht ein völlig unnötiges Geschenk kaufen, nur um dieses Glitzern in ihren Augen zu sehen. Ich wünsche euch einen wirklich schönen Freitag! 

Die Lichtpunkte des Alltags in Bildern

Die Märzsonne ist nicht gnädig, wenn man merkt, was der Winter einem angetan hat. Blasse und fahle Haut, die sich verzweifelt nach Sonne sehnt und das Haar wie ein trockener Osterzweig. Zumindest fand ich eine schöne Haarspange, die das Haar zurück hielt.

Und mein müdes Gesicht spielt eigentlich keine Rolle, wir sind gesund und der Frühling ist auf dem Weg. Während dem Wochenendputz hatten wir die Schlafzimmerfenster weit geöffnet. Liebe die Aussicht, die hier vielleicht nicht so sichtbar ist. Die alte 20er Jahre Villa des Kapitäns auf der linken Seite und das gelbe Haus dahinter wo sich unser Büro befindet.

Nach den ersten Monaten des Jahres mit vielen Krankheitstagen mag ich die Werktage noch mehr. Das Repetitive, wenn die Tage nur nach dem ungefähr gleichen Muster fließen dürfen. Und die Kinder fühlen sich dadurch sicher, wenn sie wissen, was passieren wird. Elisabeth und Edward malen jeden Tag nach der Schule zusammen. Edward sichert sich ab und macht einen ganzheitlichen Ansatz mit allen Farben und beiden Hände. Elisabeth arbeitet etwas präziser, schneidet und klebt, füllt sorgfältig aus.

Julius saß mit seinen Hausaufgaben neben mir, und ich schaute ein wenig zu. Sie sollten Helden auflisten, die sie kannten. Papa ist in guter Gesellschaft mit Batman und Superman. ♡

Wir versuchen jeden Tag rauszukommen und das zunehmende Licht aufzunehmen. Habe die beiden Buben auf diesem Bild eingefangen, inmitten einer Umarmung.

Es ist nicht nur Sonne und Frühling hier an der Westküste. Es regnet auch. Ziemlich oft und viel. Gestern, als ich Edward vom Kindergarten abholte, regnete es wirklich in Strömen. Ausnahmsweise sprang er freiwillig mit seinem Pippi-Pferd in seinen regengeschützten Kinderwagen und konstatierte krass: „Meine Hütte“. „Mama nass.“

Zeit um kreativ zu sein

Als ich ein Kind war, liebte ich den Kindergarten, weil es dort so viel Bastelmaterial gab. Und ich erlebte es immer so, als hätten die Fräulein Ozeane der Zeit und Energie für das Basteln und das Kreieren. Als ich mit der Schule begann und schreiben lernte, wollte ich irgendwie nie aufhören (ich will es immer noch nicht). Ich musste meine eigenen Welten erschaffen: Bücher, Theaterstücke oder Gedichte. Die Form spielte weniger eine Rolle, ich liebte und liebe immer noch das Gefühl, dass etwas, das in meinem Kopf geboren wurde, zu etwas Physischem heranwächst. Ein Buch oder ein Text, der (im besten Fall) auch andere und nicht nur mich ansprechen kann. Da wo ich mich gerade im Leben befinde, bekommt das Schöpfen nicht so viel Platz wie früher aus verständlichen Gründen. Das Familienleben nimmt die meiste Zeit in Anspruch und so darf es natürlich auch sein. Dennoch sehne ich mich nach einem kleinen kreativen Projekt (das kein Job ist), mit der Betonung auf klein. Wenn ich zu große Ambitionen habe, passiert irgendwie nie etwas.

Also vielleicht wäre ein wenig brodieren genau das richtige Projekt? Wenn man am Abend vor dem Fernseher landet, um ein halb schlechtes Programm zu sehen. Blumen wie diese sind doch ziemlich süß.

Aber am Lustigsten ist doch eine kleine Botschaft. Schön, auf einem Stoffrest zu brodieren anstatt auf einem Kanevas…

Oder eine notwendige Erinnerung für mich selbst machen, auf einem blauen Hintergrund.

Vielleicht etwas für das Kinderzimmer. Wie dieses…

Oder dieses.

Und schließlich vielleicht das kleinste, aber beste Projekt. Ein Fuchs, der alles sagt. ♡

Galeriebilder von Pinterest-Frau Schweden.

Montagsgedanken aus dem Herzen einer Mutter

Eines unserer Kinder hat eine Menge Unruhe und Sorgen, die manchmal den Alltag einschränken. Letzte Woche hatten Mario und ich die Gelegenheit, einen Elternkurs zu beginnen, über das Handhaben von Sorgen und Ängsten bei Kindern. Meine Erwartungen, um ehrlich zu sein, waren nicht sehr hoch, wir kamen ein wenig gestresst weg von der Arbeit und dachten, dass es zumindest schön sein wird, sich mit einer Tasse Kaffee für eine Weile hinzusetzen und zuzuhören. Aber ich war wirklich so angenehm überrascht! Praktische und konkrete Tipps, immer mit dem Respekt für die Gefühle des Kindes. Und auch eine Gruppe sehr netter Eltern mit ähnlichen Erfahrungen von Kindern mit unruhigen Gefühlen.

Die Kursleiter sprachen über die Bedeutung der Unruhe und Sorge in der Evolution. Als wir Menschen in der Savanne lebten, war es wichtig, dass es Individuen gab, die die Gefahren vorhersehen und so die Herde alarmieren konnten. Genauso wie es wichtig war, dass es andere, weniger einfühlsame Menschen gab, die Risiken eingehen und auf die Jagd gehen konnten, um Nahrung zu sichern. Unsere moderne Gesellschaft macht es schwer für Menschen mit Unruhe, da wir viele dieser direkten Bedrohungen für unser Überleben beseitigt haben. Ich fand es eine nette Idee zu denken, dass die Sorgen unseres Kindes eine Art genetischer Rest einer sehr wichtigen Eigenschaft ist. Wenn man es so betrachtet, wird es leichter zu verstehen, warum bestimmte und scheinbar harmlose Situationen, Angst beim Kind auslösen können. Und warum Geschwister, die in der gleichen Umgebung aufgewachsen sind, überhaupt nicht die gleichen Schwierigkeiten haben.

Wie immer in der Elternschaft, denke ich, ist der richtige Weg der schwierigste. Es ist viel einfacher und weniger zeitaufwändig, autoritär zu sein und das Kind zu tadeln. Einem besorgten Kind sagen, es soll sich zusammenreißen. Aber ich glaube, es ist die Art von Ansatz, die im Laufe der Jahre eine Distanz zwischen Eltern und Kind schafft, die schließlich schwer zu überbrücken ist.

Eine freie Erziehung, in der alle Gefühle der Kinder existieren dürfen, ist nicht dasselbe wie eine erziehungsfreie Erziehung. Es ist so einfach, die Stimme zu erheben und zu kritisieren, anstatt zu versuchen zu verstehen. Es ist übrigens auch in vielen anderen Kontexten der Fall und nicht nur in der Kindererziehung. Und ich versage oft damit in Bezug auf meine Kinder, weil es so viel Geduld erfordert. Aber ich will nie aufhören es zu versuchen, weil die Belohnung so reich ist. Ihr Vertrauen und ihre Nähe gewinnen, ihre Gedanken hören, ihre Gefühle teilen. Und sich mit ihnen freuen, an jenem Tag, an dem sie ihre Ängste und Sorgen überwinden.

„Kritisieren, verurteilen und sich beschweren kann jeder Narr. Und die meisten Narren tun das auch. Verständnis zu haben und zu verzeihen dagegen erfordert Charakter und Selbstdisziplin.“

Dale Carnegie

♡ Hier kannst du mehr über und von Frau Schweden lesen ♡

Sonntagshaus: Heute mit Wohnung!

Da wir vor kurzem in Stockholm waren und ich auch über Astrid Lindgren geschrieben habe, dachte ich, wir könnten zwei gute Dinge im heutigen Sonntagshaus kombinieren.

Astrid Lindgren lebte von den 1940er Jahren bis zu ihrem Tod in der Dalagatan im Stockholmer Ortsteil Vasastaden. (Ihr Zuhause ist heute ein Museum). Hier schrieb sie die meisten ihrer geliebten Geschichten und hier in Vasastaden ist auch die Residenz der Woche. Eine schöne Appartementwohnung von 1889 auf der Upplandsgatan.

Und sicher kann man die kleine Hütte von Karlsson auf dem Dach irgendwo zwischen den dicht aneinander liegenden Dächern ahnen?

Jetzt sind wir reingekommen in die Wärme und Stille vom Straßenalarm, in dieses schöne Treppenhaus.

Drei Treppen hinauf finden wir unsere Etagenwohnung von 125 Quadratmeter mit diesem edlen Wohnzimmer, mit hohen Fenstern und stilvollen Holzbekleidung. Auf der linken Seite sieht man einen schwedischen Design-Klassiker, den Jetson Stuhl von Bruno Mathsson, ein echter Traumsessel für mich.

Der Kachelofen dieser Woche ist ein echter Hammer. Ein wenig ungewöhnlich mit rotem Dekor und schön mit einer kleinen Nische für Blumen oder Kerzen.

Als ob das nicht genug wäre, gibt es einen etwas mehr Bescheidenen, aber sehr schöner im nächsten Zimmer.

Auf dem Weg hinaus passieren wir den niedlichen kleinen Korridor mit einer sehr schönen Arts & Crafts Tapete. Vielleicht ist es an der Zeit, den Picknickkorb mitzunehmen und ins nahegelegene Tegnérlunden zu gehen, wo das Märchen Mio, mein Mio beginnt? Wie auch immer, Stockholm ist teurer als alles andere in Schweden, so ungefähr 1,4 Millionen Euro muss man auf den Tisch legen, wenn man wie Astrid leben will. Hoffe, du hast einen ruhigen und angenehmen Sonntag. ♡

Historische Frauen: Karin Larsson

Eine frühe Influencerin

Karin Larsson (1859-1928) war eine schwedische Künstlerin, die sowohl an der schwedischen Kunstakademie in Stockholm als auch in Paris ausgebildet wurde. Während ihres Studiums in Frankreich lernte sie ihren Mann Carl kennen, der ebenfalls Künstler war. Sie heirateten und zogen zurück nach Schweden. Die Kinder kamen eng aufeinander und waren acht gesamt, was bedeutete, dass Karin ihre Malerei beenden musste.

Carl hingegen wurde einer der größten und berühmtesten schwedischen Künstler aller Zeiten, mit seinen atmosphärischen Aquarelle die Karin, ihre Kinder und ihr Zuhause zeigten.

Doch Karin fand einen anderen Weg, kreativ und künstlerisch zu sein, nämlich im Haus des Paares, „Lilla Hyttnäs“ in Dalarna. Sie webte, malte, bestickte und entwarf Möbel und langsam entstand ein völlig neuer Einrichtungsstil und das Haus des Künstlerpaares inspirierte Menschen aus nah und fern. Ihre klare Farbgebung und kinderfreundliche Umgebung war zu dieser Zeit revolutionierend und sind bis heute eine erstaunliche Inspirationsquelle. Ich liebe es!

Der Stil mag für uns jetzt altmodisch aussehen, aber damals war dies überhaupt kein Ideal und niemand anderes hat so eingerichtet. Dominant für diese Zeit waren dunkle Milieus mit schweren Vorhängen, während Karin Licht und Leichtigkeit wollte. Die Kinder durften in allen Räumen frei spielen und Karin sorgte dafür, dass sie spielfreundliche Kleider hatten, extrem ungewöhnlich. Ich hoffe, bald zu Lilla Hyttnäs gehen zu können und euch einen Bericht direkt von der Quelle zu geben. Es ist klar, dass Karins Gedanken, fast 100 Jahre nach ihrem Tod, noch am Leben sind und die Menschen aufmuntern, ihr Zuhause schön und komfortabel zu machen.

Wünsch euch einen schönen Samstag! ♡

Bericht von der anderen Seite

Ja, Freitag, Freitag, Freitag!!! Heute ist die Welt wieder weich, einladend und hoffnungsvoll. Nach dem Neujahr bin ich oft so motiviert für das neue Jahr und all die Veränderungen die stattfinden sollten. Ich vergesse, dass Januar und Februar hauptsächlich aus dem Bekämpfen von Erkältungen und anderen Viren bestehen. Kälte und Dunkelheit sowohl am frühen Abend als auch morgens, wenn wir uns auf den Weg machen.

Aber jetzt sind wir drüben auf der anderen Seite! Es ist hell, wenn wir von zu Hause gehen und hell am Nachmittag, wenn die Kinder von der Schule kommen. Wollte dieses weiche Gefühl einfangen, dass alles in Ordnung ist und gehe ohne Make-up in Marios altem Pullover und mit einem schlampigen Knoten in den Haaren herum. Sitze an unserem sonnigsten Fenster und arbeite, aber lasse die Gedanken frei wandern. Ich bekomme wieder Lust, Dinge zu tun. Raus und hier in der Nähe von uns aufs Land radeln, einen Baum auf Orust pflanzen, auf neue Sachen zum Backen und Kochen kommen, Schlittschuhlaufen,…

Dieses Wochenende werden wir ein wenig mehr für unseren kleinen Mann feiern. Vielleicht werde ich meinen Zitronenkuchen mit Meringue-Decke backen? Gehört zu den schmackhaftesten Kuchen die ich kenne, ist so frühlingshaft und luftig.

Komme drauf, dass ich vergessen habe, euch zu sagen, dass mein zweiter Beitrag als Gastblogger schon seit einer Weile draußen liegt. Einige weitere Tipps für Stockholm, über die ich hier nicht geschrieben habe, sind dort zu finden, also schaut doch gerne hier bei Schwedenstube nach. Damit wünsche ich euch ein tolles Wochenende! ♡

Edward 2 Jahre – das i-Tüpfelchen

Gestern wurde er, wie bekannt, zwei Jahre alt, unser verwöhnter kleiner Troll mit zerzauster Frisur und molligen Fingern. Es ist leicht sentimental zu werden, wenn ich über alles nachdenke, was er für unsere Familie bedeutet. Er ist von uns allen so von Liebe überschwemmt, dass man darüber nachdenken kann, was es mit seinem Selbstbild macht. Wird es vielleicht zu grandios? Mit den beiden älteren Kindern, erinnere ich mich, dass diese Zeit mehr anstrengend war, mit all dem Trotz und Müdigkeit. Das ewige Aus- und Anziehen (unter ständigen Protesten), Windeln wechseln, trocknen, waschen. Es spielte sicher eine Rolle, dass ich da zwei hatte, die etwa das gleiche erforderten. Aber dieses Mal weiß ich auch, dass diese Zeit bald vorbei ist, er ist auch mein letztes Baby und kann übrigens nicht einmal mehr Baby genannt werden. Die großen Kinder (die ungefähr einmal pro Minute eine Auseinandersetzung haben) weisen unendlich viel Geduld mit ihrem kleinen Bruder auf. Sie zeigen und erklären, wie die Welt zusammenhängt. Sie lassen ihn machen, wenn er ihre Sachen kaputt macht und geben ihm viel zu komplizierte Anweisungen, wie man sie wieder repariert. Sie halten seine kleine Hand, während er mühsam seinen Weg über unsere Steintreppe zur Straße hinunter geht, und schauen genau, dass kein Auto kommt, bevor sie ihn loslassen. Wenn er seine Wutanfälle bekommt, ist es schwer, sich das Lachen zu verkneifen. Die Wut kommt nicht mehr so ​​zu mir wie früher, wir lächeln meistens darüber wie süß er aussieht wenn er wütend ist. Manchmal ist er beleidigt und sieht mich mit seiner runzligen Stirn und dem rebellischen Blick in seinen Augen an, den nur Zweijährige haben. „Aufhören Mama“.

Unser i-Tüpfelchen -> Edward 2 Jahre -> jetzt auf dem Blog

Edward wurde königlich gefeiert, mit einer Meringue-Torte, Luftballons und Paketen. Seine Geschwister sind viel besser vorbereitet als wir, seit Wochen haben sie unter großer Geheimhaltung in ihren Zimmern gebastelt. Perlenketten, selbstgemachte Karten und Zeichnungen mit allen seinen Lieblingssachen drauf. Zu meinem großen Stolz gingen sie sogar eines Tages auf den Flohmarkt und kauften ihm ein schönes Puzzle. Das haben sie mit soviel Klebeband eingewickelt, dass es für Edward unmöglich war zu öffnen. An diesem Wochenende setzen wir das Feiern unseres kleinen Mannes fort, der unsere Familie komplett gemacht hat, das i-Tüpfelchen. Und der mein Herz in seiner kleinen knubbeligen Hand hält. ♡

Ein Paket Liebe aus Österreich

Guten Morgen, so toll, dass gerade du bei mir reinschaust. Heute ist der Geburtstag unseren kleinen Edwards, Hurra! Diese kalte, dunkle Märznacht vor zwei Jahren, als er geboren wurde, fühlt sich beides nah und fern an. Nah, weil ich immer noch das geringe Gewicht seines warmen kleinen Körpers gegen meine Brust spüren kann und seinen leichten Atem und sein rauschendes Herz höre. Fern, weil er ein so offensichtlicher Teil von uns ist und es sich anfühlt, als wäre er immer hier gewesen.

Wie immer zu den Geburtstagen der Kinder kommt ein großes Paket aus Österreich, signiert Oma. Es ist wirklich ein Fest für die Kinder, schau doch einfach auf Julius‘ konzentrierte Körperhaltung. Es gilt, kein Sekunde zu verpassen, wenn Papa aufschneidet und die Schachtel öffnet…

Fieberhafte Aktivität tritt auf, wenn man herausfinden muss, was für wen ist.

Alles ist sorgfältig verpackt und mit den Namen gekennzeichnet. Meistens sind es kleine Spielsachen für die Kinder, Wein und österreichischen Käse für uns und natürlich handgeschriebene Karten. Vor allem aber mag ich die hausgemachten Sachen, die die Oma der Kinder so gut kann.

Schau mal! Dieser schöne, gestrickte Pullover ist für Elisabeths Puppe (!). Ich würde gerne einen solchen in meiner Größe haben, aber ich könnte nie so sticken, auch wenn man mich mit vorgehaltener Waffe bedrohen würde. Darüber hinaus eine neue niedliche Mütze für Edward, weil wir es leider geschafft habe seine ehemalige zu heiß zu waschen. Und natürlich Omas hausgemachte Marmelade, die wir alle lieben. Sachen von Hand gemacht, ohne Stress und mit viel Liebe. Dass jemand so viel von seiner Zeit gibt, die für viele heute eine Mangelware ist, muss sicherlich der größte Luxus unserer Zeit sein? ♡

Willkommen März und das ultimative Freiheitsgefühl

Gestern begrüßten wir den März mit einem kleinen Spaziergang rund um unseren nächsten See. In unserer kleinen Stadt gibt es einen sehr zentralen Freiluftbereich mit Wanderwegen und Joggingstrecken in einer wirklich ursprünglichen Umgebung. So schön, die Stadt nicht verlassen zu müssen, um in die Wildnis zu gelangen.

Zum ersten Mal ließen wir Edwards Kinderwagen zu Hause. Das muss wohl das ultimative Freiheitsgefühl eines Elternteils sein? Ich hätte mich zu Tode gelacht, wenn ich das mit zwanzig gehört hätte.

Edward kämpfte und stampfte den kleinen Weg um den See, einen knappen Kilometer.

Wenn man sein großen Geschwister und ihre Freunde dabei hat, geht es definitiv einfacher, die Kleinen vorwärts zu locken…

Und wenn man etwas weiter vorne einige Tiere sieht, hilft das auch als Motivation.

Diese waren zu 100 Prozent farblich mit den Graustufen der Umgebung abgestimmt. Die letzten Meter mussten wir mit einem Imbiss locken. Wir haben uns in das kleine Café am See gesetzt.

Mit roten Wangen vom Wind und mit zerzauster Frisur von der Mütze.

Die Kinder bestellten das wohl beste Comfort Food, das es gibt. Heiße Schokolade und Toast. Weich, freundlich und warm, kann nichts schief gehen.

Willkommen März, einer meiner Lieblingsmonate (vielleicht ein wenig, weil ich da Geburtstag habe), aber auch, weil es der erste Frühlingsmonat ist, mit all den schönen Dingen die vor uns liegen. ♡

Der erste Schnee ist gefallen + Schau rein in unser Esszimmer

Hej zusammen! So sah es aus, als die Kinder und ich heute Morgen zur Schule gingen. Nachdem ich die Woche damit begonnen hatte zu schreiben, dass dies der wärmste Winter war den ich je erlebt habe, kam die Kälte direkt mit einer Nachricht. Seitdem hat es immer wieder geschneit. Die Kinder versuchen, Schneebälle zu formen und wollen die Schlitten herausziehen, aber die Schneedecke ist noch nicht tief genug.

Wir haben den Speisesaal fertig eingerichtet und jetzt ich wollte euch zeigen, wie der Rest des Raumes aussieht.

Hier steht der Schrank der Schränke an seinem Platz. Und hier habe ich eine Zeichnung eingerahmt die Julius gemacht hat, ich fand sie so schön. Die Tür geht in Richtung Küche.

Zwei große Fensterbereiche sorgen dafür, dass der Raum jetzt immer heller und heller wird, wenn die Sonne es schafft zu scheinen.

In der anderen Ecke ist die Tür zu unserem Schlafzimmer.

Das ist Marios Stolz, ein Barschrank, den er für 40 Euro auf einem Flohmarkt gekauft hat. Die Kerosinlampe und Messingkerzen sind auch Flohmarktfunde und das Gemälde sowie die Vase stammen aus einem unserer ehemaligen Häuser. Es ist wirklich ein behagliches Zimmer und bald zünden wir alle Kerzen an und haben bald unseren gemütlichen Freitagabend mit den Kindern! ♡

Neue Zeiten für Lyckebo

Wir haben ein kleines Ferienhaus auf Orust, das die Kinder Lyckebo getauft haben, was wörtlich ungefähr Glücksbau heißt, also dort wo das Glück und die Freude wohnt. Im Moment besteht Lyckebo aus einer Hülle. Vier Wände und ein Dach. Zugegeben, mit schönen, wirklich alten Fenstern (das kleine Häuslein stammt aus dem 18. Jahrhundert), ansonsten ist es leer. Aber jetzt wird sich das ändern!

Heute haben die Handwerker mit dem Bau des Anbaus begonnen, den wir abreißen mussten, weil er zu beschädigt war, um ihn zu behalten. In ein paar Woche kommt dann ein Maurer, um den Schornstein zu renovieren und einen Holz- und einen Kachelofen zu montieren. Wir sind so glücklich für unsere kleine Bruchbude und sehnen uns danach sie endlich benutzen zu können. Auch wenn das Häuschen jetzt noch nicht viel für die Welt ist, wird es schließlich so schön werden. Hier kommt ein Hauch von der Zukunft für Lyckebo:

Galeriebilder von Pinterest-Frau Schweden.

Ist es mit der Gleichstellung zu weit gegangen?

Der Herbst 2017 mit #metoo und all den Millionen von Geschichten die an die Oberfläche kamen, führte in vielen Teilen der Gesellschaft zu einem Aufwachen. Ich habe Hoffnung für die Zukunft meiner eigenen Kinder und ihre Möglichkeit sich anders miteinander zu verhalten als wir es taten als ich aufgewachsen bin.

Aber hin und wieder taucht jemand in der Debatte auf, der behauptet, dass dieses Ding mit Feminismus und Gleichstellung der Geschlechter wirklich zu weit gegangen ist! Ich frage mich, kann es wirklich zu weit gegangen sein? Ja, möglicherweise, fall eines oder mehrere der folgenden Dinge passiert sind, nämlich:

  • dass Frauen deutlich mehr verdienen als Männer.
  • dass es mehr Frauen als Männer gibt, die sich zu wichtigen Themen in den Nachrichten äußern.
  • dass Männer viel mehr Verantwortung für das Heim und die Kinder übernehmen als Frauen.
  • dass Frauen in mächtigen Geschäftsführerpositionen häufiger sind als Männer.
  • dass es für eine Frau im Allgemeinen einfacher ist, in angesehenen Berufen an die Spitze zu gelangen.
  • dass Frauen die Kriminalstatistik dominieren und dass der gefährlichste Aufenthaltsort für einen Mann sein eigenes Zuhause ist.

Soweit ich weiß, ist nichts davon passiert. Jeder von euch, der sich also fragt ob die Gleichstellung der Geschlechter möglicherweise außer Kontrolle geraten ist, kann in Ruhe jegliche Besorgnis loslassen.

PS: Ich weiß, dass Geschlechterrollen auch Männer negativ beeinflussen. Ich schreibe zum Beispiel mehr darüber in diesem früheren Beitrag.

Fettisdagen – Der fette Faschingsdienstag

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Heute ist Fettisdagen und fünfzig Prozent aller Schweden verschlingen eine Semla. Die Fastenzeit wurde mit diesem Gebäck eingeleitet, da es wichtig war, viel Fett zu sich zu nehmen um während der Hungerzeit leben zu können. Heute sind es nicht mehr viele die fasten, aber wir brauchen immer noch die Semla, um die triste Zeit zu beleben, bevor der Frühling beginnt. Hier im Büro gab es natürlich Semlor zum Frühstück.

Aber vielleicht ist das Allerleckerste, wenn man seine eigenen backt. Schaue mal welche kleine Elisabeth hier Semlor anbietet! Hier war sie vier Jahre alt. ♡


Wenn du mal versuchen möchtest Semlor zu machen, kommt hier ein Top-Rezept! Es kommt von der Tössebageriet, welche wir in Stockholm besucht haben:

12 Bullar – 12 Hefebrötchen:

Zutaten:
1,5 dl Milch
60 g Butter
25 g Hefe
7 dl (420 g) Weizenmehl
1 TL Backpulver
3 EL Zucker
0,5 TL Salz
1 Ei
(Ich zermahle immer viel mit Kardamomkernen im Teig.)

Füllung:
2 EL süße Mandeln
250 g Mandelpaste
1,5 EL Zucker
0,5 dl Wasser
3 dl Schlagsahne
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:
1. Milch und Butter auf 37° C erhitzen. Die Hefe in eine Schüssel zerbröseln und die Milchmischung drüber gießen. Das Mehl, Backpulver, Zucker und Salz vermischen und in die Schüssel dazu geben. Gib das Ei dazu. Den Teig ca. 15 min von Hand oder ca. 10 min maschinell bearbeiten. Den Teig unter einem Tuch ca. 40 min. gehen lassen.

2. Nimm den Teig aus der Schüssel und teile ihn auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 12 Stücke. Die Stücke in glatte Brötchen formen und auf ein Backblech mit Backpapier legen. Nochmals ca 40 Minuten abdecken stehen lassen. Ofen auf 225° C vorheizen.

3. Füllung: Schäle die Mandeln. In einer trockenen Pfanne rösten, bis sie eine schöne Farbe bekommen. Erkälten lassen. Die Mandel grob hacken.

4. Die Mandelpaste reiben und mit dem Zucker in einer Küchenmaschine vermischen. Mit dem Wasser nach und nach verdünnen, für eine glatte Konsistenz. Sahne steif schlagen. Die Füllung und die Sahne in je einen Spritzbeutel füllen.

5. Die Brötchen mit Ei und etwas Sahne bestreichen und im unteren Teil des Ofens ca 10-12 min backen. Die Brötchen abkühlen lassen.

6. Einen Deckel aus den Brötchen schneiden und zur Seite legen. Die Mandelfüllung in den Brötchen verteilen und die Sahne kreisförmig darauf spritzen. Dann den Deckel wieder auflegen und das Ganze mit reichlich Puderzucker bestäuben.

Guten Morgen Montag!

Heute ist es sonnig und eiskalt und die Welt fühlt sich wieder richtig an. Weiß nicht ob ich jemals einen so grauen, warmen, windigen und regnerischen Winter erlebt habe? Um ehrlich zu sein, habe ich mich ziemlich niedergeschlagen gefühlt, eine Sorge und Unruhe im Körper, vielleicht sowohl wegen Lichtmangel als auch wegen Gedanken über die Zukunft. Aber heute ist unser kleiner Marktplatz zur Gänze in Sonne getränkt, man hört Vogelgezwitscher vom Berg hier hinten und die dunklen Gedanken sind wieder verflogen.

Toll, dass so viele hier reinschauen, herzlich willkommen! Ich glaube, einige von euch haben hierher gefunden durch meine Zusammenarbeit mit Schwedenstube. Bitte werft doch einen Blick dorthin, mein erster Beitrag handelt über Stockholm, Skansen und einem weiteren Ausflug, über den ich hier im Blog nicht geschrieben habe. In Kürze wird dort auch ein zweiter Teil über Stockholm mit Kinder veröffentlicht.

Wir hatten ein schönes Wochenende. Elisabeths Chor hatte einen Auftritt in der Kirche gehabt und die sind so süß, dass man fast umfällt. Sie singen laut und mit so viel Stolz und Einfühlungsvermögen. ♡

Edward seinerseits war voll beschäftig mit seinem Baby. Er legt es ins Bett und hebt es auf, wechselt die Windeln und sucht nach dem Schnuller. Ist es nicht seltsam, dass viele mit Spielzeugen konservativer sind als mit der Realität selbst? Ich meine, für die meisten Leute ist es klar, dass sich ihre Söhne um die eigenen Kinder kümmern werden aber eine Puppe kaufen sitzt noch tief innen. Oder umgekehrt, eine Tochter wird wahrscheinlich den Führerschein machen, aber für alle ist es nicht selbstverständlich seiner Tochter ein Spielzeugauto zu schenken. Spielzeug ist ja ein Training für das kommende Leben.

Und ich habe an diesem Wochenende eine große und wichtige Entdeckung gemacht! Fratelli Girdellis Pistaziencreme. Oh, mein Gott, so gut. Ich genoss sie auf einem Sauerteigbrot mit Preiselbeeren und dunkler Schokolade. Und einen starken Kaffee mit Milch, einen besseren Start an einen freien Tag ist schwer zu finden. Genug darüber, jetzt wünsche ich euch eine schöne Woche und vergesst nicht, von Zeit zu Zeit bei mir vorbeizuschauen. Ich habe viel für euch geplant! ♡

Historische Frauen: Selma Lagerlöf

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Sie wollte die Welt in Bewegung setzen

Selma Lagerlöf (1858-1940), eine der größten schwedischen Autoren, wurde auf dem Gut Mårbacka in Värmland geboren. Ein Ort, der ihr sehr viel bedeutete und eine Umgebung die sie in vielen ihrer Bücher inspirierte. Selma hatte seit Geburt an eine Hüftverletzung und war daher weniger mobil als andere Kinder. Sie liebte das Lesen, war intelligent und sagte früh, dass sie als Schriftstellerin reich und berühmt werden will. Sie bestand darauf, weiter zu studieren, wie es ihren Brüdern erlaubt war, und konnte schließlich ihren Lehrerabschluss machen.

„Ich wäre niemals Schriftstellerin geworden, wenn ich nicht in Mårbacka mit seinen uralten Bräuchen, seinem Reichtum an Sprüchen und Legenden und seinen sanften, freundlichen Menschen aufgewachsen wäre.“

Selmas Vater geriet in finanzielle Schwierigkeiten und zur gleichen Zeit, als Selmas erster Roman herauskam, ging der Hof aus dem Besitz der Familie verloren. Ein harter Schlag für Selma. Aber ihre Bücher wurden immer beliebter und bald konnte sie sich mit ihrem Schreiben voll und ganz versorgen, so wie sie es als Kind vorhergesagt hat. 1906 wurde sie beauftragt, ein Lesebuch für die Grundschule zu erstellen und es wurde „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“, das sowohl in Schweden als auch im Ausland große Erfolge feierte. Ihre Karriere erreicht einen neuen Höhepunkt, als sie 1909, als erste Frau, mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Ich finde es ein bisschen atemberaubend, daran zu denken, dass Frauen nicht einmal das Wahlrecht in Schweden hatten, als Selma ihren Nobelpreis entgegen nahm. Immerhin gelingt es ihr mit dem Preisgeld ihr geliebtes Mårbacka zurückzukaufen und beginnt mit einer Renovierung, die das Gut in ein modernes und stattliches Gebäude verwandelt. In diesem Sommer hoffe ich, dass wir dorthin gehen und es besuchen können, denn Mårbacka ist heute ein Museum und nach Selmas Wunsch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ein kleines lustiges Detail ist, dass Selmas Bruder, Daniel Lagerlöf, in unserer Kleinstadt lebte. Das Haus liegt auf derselben Straße wie unseres und wir passieren es jeden Tag auf dem Weg zur Schule. Es ist ein gut erhaltenes traumhaftes Haus aus der Jahrhundertwende mit einem schönen Garten und es sieht dort immer so gemütlich aus. Selma besuchte oft ihren Bruder, der Stadtarzt war, und einige ihrer Romane haben eine direkte Kopplung hierher.

Lese ihre Romane, wenn du die Gelegenheit hast! Sie sind immer ereignisreich und mit einem absoluten Gespür dafür geschrieben, was es bedeutet, Mensch zu sein. Mit ihren zeitlosen Themen behalten die Romane auch für unsere Zeit seine Relevanz.

Wünsche dir einen schönen Abend. ♡

Tag 2 in Stockholm: Vasa-Museum, Brunch und Tösse

Als wir letzten Samstag aufwachten, war das schöne Wetter vom Vortag weg, und Stockholms Himmel war voll mit schweren Wolken. Mit anderen Worten, ein perfekter Tag für einen Museumsbesuch. Nach einem herzhaften Frühstück bei meinem Bruder stiegen wir in den Bus zurück nach Djurgården. Da gibt es nämlich einen alten Favoriten, das Vasa-Museum.

Das Museum enthält das Kriegsschiff Vasa, das auf seiner Jungfernfahrt im August 1628 in Stockholms Bucht kenterte und sank. Nach 333 Jahren auf dem Meeresgrund wurde das riesige Kriegsschiff geborgen und die Reise konnte fortgesetzt werden. Heute ist Vasa das am besten erhaltene Schiff aus dem 17. Jahrhundert und das Vasa-Museum ist das meistbesuchte Museum Skandinaviens. Meine Mutter erzählte mir, dass man, als sie in den 1960er Jahren dort war, das Schiff besteigen durfte und es ständig mit Wasser gespült wurde. Heute steht es in einem eigens errichteten Gebäude mit perfekter Luftfeuchtigkeit in angemessener Entfernung zu den Besuchern. Ich war schon mehrmals im Museum, und schon als Kind war ich immer fasziniert von der Geschichte rund um das Schiff, mit den Machtkämpfen und Fehleinschätzungen die zum Untergang von Vasa führten.

Nun wollte ich natürlich auch meinen eigenen Kindern das Schiff zeigen und obwohl sie meine Faszination vielleicht nicht vollständig geteilt haben, so fing das Schiff während des gesamten Besuchs wirklich ihre Aufmerksamkeit.

Kinder bleiben manchmal für andere Dinge stecken als man selbst. Von diesen Steinen waren sie unglaublich beeindruckt. Es sind die eigentliche Steine, die man im Schiff auf dem Boden hatte, um es zu stabilisieren. (Was schlecht funktionierte, weil das Schiff bei der Jungfernfahrt nach nur zwanzig Minuten kenterte.) „Mama, diese Steine waren in Vasa.“ (Ja, und hinter dir steht Vasa selbst, aber okay. ♡)

Wir folgten den Familienweg, der uns mit einer kleinen Karte rund um das Museum zu insgesamt neun Stationen führte.

Dort erhielten wir Anweisungen und kleine Aufgaben zum Nachdenken. Bei diesem kleinen Modell standen wir eine Weile und studierten lange Vasas Interieur. Der Familienweg ist eine gute Möglichkeit das Interesse der Kinder am Leben zu halten und gleichzeitig selber viel über das Schiff zu lernen.

Wir versuchten uns das Schiff in dieser Farbenpracht vorzustellen.

Die Kinder (und auch ich) testeten in einer Kopie der Taucherglocke zu stehen, mit der man direkt nach dem Untergang versucht hatte die Wertsachen aus dem Schiff zu bergen. Ich, mit meiner Klaustrophobie, habe Panik bekommen, nur indem ich darin stand. Der bloße Gedanke, dass man mit dieser Taucherglocke in kaltes, dunkles Wasser herabgelassen wird, gibt mir einen Ausschlag an meinem ganzen Körper.

Allen Respekt für die Männer die es mit Hilfe der Taucherglocke gelang, mehrere Kanonen des Schiffes zu bergen. Ich kann es nicht in den Kopf bekommen, dass das möglich war.

Neu für mich war die Ausstellung Face to Face. Man fertigte Masken an, die man mit den Schädel der Opfer als Ausgangspunkt produzierte. So hatten wir die Gelegenheit, die Crew der Vasa zu treffen. Es war so interessant, über die Menschen an Bord zu lesen, wie ihr Leben aussah, was sie aßen und mit was sie arbeiteten. Elisabeth fand jedoch, dass die Skelettteile und Masken sehr beängstigend waren, so dass wir schneller durch die Ausstellung laufen mussten, als ich es mir gewünscht hätte. Das Vasa-Museum hat wirklich eine besondere Anziehungskraft und es ist eine tolle Art sich dort mehr über die Geschichte zu lernen.

Als wir fertig waren, spazierten wir in den Bezirk Östermalm, um einen Brunch in Broms einzunehmen. Da haben sie leckere, gut zubereitete und klassische Gerichte, wo man ganze oder halbe Portionen wählen kann. Die Kinder waren auch sehr fasziniert von der Buddha-Statue aus Tellern und mit einer Aura aus Besteck und überlegten sich ob wir auch eine solche zuhause machen können. Ja, warum denn nicht?

Ich bestellte irgendwie das schmackhafteste das es gibt, Eggs Royal mit Avocado und Sauce hollandaise. Dazu ein perfekter Bellini.

Die Kinder ließen wir machen und sie durften das bestellen nach was sie Lust hatten. Elisabeth hat da gleich zugeschlagen und Pommes frites und einen Snickers-Milchshake mit Sahne und Eis bestellt. Pommes in Milchshake zu tauchen, kann etwas mehr dekadent sein? Eine herrliche Idee, findet jedenfalls meine Tochter. ♡

Wir gingen weiter durch die Stadt, in Richtung Tössebageriet auf Karlavägen 77, die ich schon lange besuchen wollte. Die Bäckerei wurde in den 1920er Jahren gegründet und liegt immer noch an der gleichen Stelle wie damals und hat gewisse Teile der ursprünglichen Einrichtung intakt.

Sie sind am meisten dafür bekannt, den „Semmelwrappen“ erfunden zu haben, den du hier ganz unten links sehen kannst. Man muss eine solche Initiative lieben! Ein tragbares Semla-Gebäck, das man unterwegs essen kann. Aber ich musste dieses Mal drauf verzichten zu probieren, weil ich meinem Neffen versprochen hatte, dass er etwas auswählen darf, weil er vor kurzem bei einem Radioquiz gewonnen hat.

Seine Wahl fiel auf die Tösse-Torte, einen Milchschokoladentraum mit Passionsfruchtcreme. Es wurde langsam dunkel auf Stockholms Straßen und wir trugen die Torte nach Hause in die Wohnung meines Bruders. Dort schauten wir uns die Vorrunde für das Melodifestivalen an, also wo man entscheidet wen Schweden dieses Jahr zum Eurovision Song Contest schickt.

Was wir am ersten Tag unserer Reise nach Stockholm gemacht haben findest du hier.

Wünsche dir einen schönen Freitag. ♡

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