Start Blog Seite 3

Zehn Jahre in guten wie in schlechten Tagen

Heute ist es zehn Jahre her, dass wir geheiratet haben. Wenn ich mir die Bilder anschaue, ist dieser Tag wieder ganz nah. Wir haben in Österreich geheiratet, im schönen Bergdorf Bildstein. Die Zeit vor der Hochzeit war nervös, konnten wir und alle Gäste aus Schweden nach Österreich kommen? In Island war nämlich der Eyjafjallajökull ausgebrochen und Vulkanasche breitete sich über Europa aus und stoppte den Flugverkehr. Aber Mario und ich konnten reisen und kamen von einem kühlen Schweden in ein atemberaubend schönes Österreich mit hochsommerlichen Temperaturen und üppigem Grün. Nach einer Woche kamen der Rest der Familie, Verwandte und Freunde hinterher. Ich erinnere mich an die Angst, als ich erkannte, dass so ziemlich meine ganze Familie und alle meine Freunde im gleichen Flieger waren, wenn etwas passieren würde, würde ich alles verlieren. Aber es ging gut und am Tag vor der Hochzeit hatten wir ein gemeinsames Empfangsessen für beide Familien in Bildstein. Es war ein bisschen surrealistisch, seine eigene kleine Oma zu sehen, hoch in den österreichischen Bergen, die sich nach bestem Vermögen mit einem Verwandten von Mario unterhielt. Aber auch so unfassbar schön, noch heute rührt es mich zu Tränen, wenn ich daran denke, dass so viele die Zeit und die Mittel dafür aufgebracht haben, um unseretwegen zur Hochzeit zu kommen.

Am Tag der Hochzeit regnete es in Strömen. Ich erinnere mich, wie ich mit meinem Kleid und der Brautschleife unter einem großen Regenschirm gerannt bin, um die Haare und das Make-up nicht komplett zu ruinieren. Und wie all die Gefühle explodierten, als ich mit Papa in die Kirche marschierte und all die netten Leute sah mit ihren freundlichen Blicken auf uns gerichtet. Wir hatten darum gebeten, dass niemand in der Kirche fotografiert, und ich bin so froh darüber. Alle standen einfach da, konzentrierten sich auf uns, ohne mit Telefonen oder Kameras zu zappeln. Es war einer der schönsten Momente meines Lebens. Leider glaubte unser Hochzeitsfotograf, dass das Fotoverbot auch für ihn galt, haha, so dass es nicht so viele Bilder aus der Kirche gab.

Das Fest war rührend, lustig und endete mit verrücktem Tanz, ich denke, die beiden Kulturen, die sich trafen, haben es in irgendeiner Weise speziell gemacht. Glücklicherweise hatten wir am Tag zuvor das Empfangs-Abendessen, wo die Schweden den wunderschönen Panoramablick genießen konnten, wegen dem wir uns für das Restaurant entschieden hatten, denn am Hochzeitstag sah man wegen den dicken Regenwolken keinen Meter durch die Fenster. Auf dem Foto oben sieht man, dass die Zeit seit diesem Maitag vergangen ist, Marios kleiner Neffe ist jetzt ein erwachsener Mann und viel ist in unserem Leben passiert. Drei Kinder, mehrere Hausrenovierungen, einige Firmen, viel harte Arbeit und sehr viel Spaß. Und ich kann mir immer noch keinen besseren vorstellen, mit dem ich das Leben teilen kann als Mario. ♡

♡ Hier kannst du mehr über und von Frau Schweden lesen ♡

Willkommen, lieber schöner Mai!

Heute ist Walpurgisnacht, normalerweise ein sehr schöner Tag in Schweden. Überall im Land wird in der Regel gefeiert, um den Frühling zu begrüßen. Man sammelt Laub und Äste, die vor dem sommerlichen Feuerverbot verbrannt werden müssen und wenn sich der Abend nähert, zündet man große Maifeuer an. Es sind immer eine Menge Leute da und oft gibt es einen Chor, der die traditionellen Frühlingslieder singt. Die Walpurgisnächte meiner Kindheit, an denen ich von Papas Schultern aus über das Feuer schaute und die vielversprechenden, späten Abende der Jugend in viel zu kalten Sommerkleidern schimmern vorbei. Wie auch die Feier im letzten Jahr mit meinen Kindern, ihre leuchtenden Augen und mit ihren neuen Frühlingsschuhen im matschigen Gras. In diesem Jahr werden natürlich alle Feierlichkeiten abgesagt, es fühlt sich ein bisschen seltsam und melancholisch an, zum ersten Mal nicht in der üblichen Weise zu feiern. Aber es ist natürlich auch möglich, auf eigene Faust zu feiern, und ich möchte ein festliches, aber einfaches und wunderbar frühlingshaftes Walpurgismenü für die Familie machen.

Zuerst ein Begrüßungsgetränk natürlich, eines der schmackhaftesten und frühlingshaftesten, die ich kenne, ist Rhabarber. Normalerweise koche ich etwa 200g Rhabarber mit 4 dl Wasser und 4 EL Zucker, in ein paar Minuten. Dann lasse ich das ganze für ein paar Stunden ziehen. Eiswürfel in acht Gläser geben, das Rhabarberkompott verteilen, ein wenig Zitrone eindrücken und mit dem Tonic auffüllen. So gut! (Man kann natürlich auch mit Gin mischen, aber ich sehe nicht wirklich den Nutzen wenn ich mit den Kindern feiere. Es macht mehr Spaß wenn alle das gleiche bekommen).

Snacks für das Getränk werden Wurzelgemüse-Chips mit Schmand (eine Art Sauerrahm), Algenkaviar und Dill sein. Sehr einfach, sehr gut.

Nun, da alles Frühgemüse jetzt so gut schmeckt, ist ein frühlingshafter Salat doch ein Muss? Ich beabsichtige, meine Favoriten wie Rettich, Rucola, grüne Bohnen, weiß-rote Bete und knusprige kleine Karotten zu nehmen. Nur leicht kochen (außer den Rucola), in schöne Scheiben schneiden und mit einem guten Dressing, vorzugsweise mit Estragon, krönen.

Der Hauptgang kann im Zeichen der Einfachheit fortgesetzt werden, in Butter gebratene Gnocchi mit Spargel, Salbei und Walnüssen.

Und endlich der kleine süße Nachgeschmack natürlich! Ich bin sicher, dass noch ein paar Rhabarberstämme übrig bleiben werden, also werde ich ein bewährtes Familienrezept von meiner Oma machen. Das kann nicht schief gehen und ist super lecker:

Rhabarber in Scheiben schneiden, in eine Form geben und mit etwas Kartoffelmehl bestreuen. Dann mit folgendem bestreuen:
2 dl Weizenmehl
1,5 dl Zucker
1 TL Backpulver

100 g Butter schmelzen und über alles gießen. Mit Mandelflocken bedecken.
Bei 200 °C ca. 20-25 Minuten backen. Mit Vanilleeis oder Vanillesauce servieren.

Hoffe, ihr habt eine wirklich schöne Walpurgisfeier! ♡

Black Bean Brownie (oder wie man Kindern etwas gesundes unterjubelt, Teil 1)

0

Wir setzen mit dem gestrigen Thema fort, nämlich wie man es schafft, den Kinder etwas gesundes unterzujubeln. Ich finde es besonders amüsant, wenn sie etwas Gesundes essen, ohne es zu wissen. Welche Befriedigung, wenn die Kinder mehr von etwas verlangen, das sie nach eigenen Aussage „verabscheuen“. Da ich Vegetarier bin, koche ich oft Gerichte, die verschiedene Arten von Bohnen enthalten. Es ist, gelinde gesagt, bei den Kindern unbeliebt. Sie graben im Topf herum wie die sorgfältigsten Archäologen auf der Jagd nach den verhassten Bohnen. Aber letzthin übertraf ich mich selbst, als die Kinder buchstäblich nach mehr Bohnen schrien. Oder ja, mehr Brownie, aber was die kleinen Gauner nicht wussten, war, dass es just schwarze Bohnen enthielt. Mama-Kind 1:0.

Hier kommt das Rezept:
– 1 Dose gekochte schwarze Bohnen (ca. 400 g)
– 3 Eier
– 2 1/2 EL Kokosöl oder Olivenöl
– 2 EL Chiasamen
– 1 dl Kakao
– 1 Prise Salz
– 1 TL Vanillepulver
– 1 1/2 dl Kokoszucker oder Rohrohrzucker
– 150 g dunkle Schokolade (60%)

So geht es:
Den Ofen auf 175 °C vorheizen. Eine ofenfeste Form (ca. 26 x 20 cm) einfetten (ich habe Backpapier verwendet). Die Bohnen abrinnen lassen, mit Wasser spülen und nochmal abrinnen lassen.
Die Bohnen in einem Küchenmixer glatt mixen. Die restlichen Zutaten dazugeben, außer der Schokolade und zu einem glatten Teig mixen.
Die Schokolade hacken und über einem Wasserbad schmelzen. In den Teig geben und rasch zusammenmixen. Den Teig in die ofenfeste Form geben. (Ich habe hier einige Walnüsse hinzugefügt).
In der Mitte des Ofens für ca 30-35 Minuten backen. Mit einem Stäbchen testen ob der Kuchen fertig ist. Das Stäbchen sollte trocken sein. Abkühlen lassen.

Der Kuchen enthält weder Mehl noch weißen Zucker und die Bohnen machen ihn unglaublich saftig. Und natürlich etwas gesünder als die traditionelle Variante. Hoffe, du magst das Rezept versuchen, sicherlich kannst du jemanden täuschen!

So bringst du deinen 2-Jährigen dazu, mehr zu trinken

Hallo zusammen, an diesem regnerischen Montagmorgen! Es gab eine Menge Reaktionen auf meinen letzten Beitrag über Schweden und die Corona-Krise. Viele Menschen denken natürlich, dass Schweden falsch liegt und dass ich das verstehen sollte, dass es naiv und egozentrisch ist zu schreiben, dass ich froh bin, in Schweden zu leben. Aber manchmal scheint es den Leuten schwer zu fallen, zwei Gedanken gleichzeitig in den Köpfen zu halten. Ich weiß natürlich, so wie alle anderen auch, wie schrecklich diese Krise ist, wie die Menschen leiden und wie wir alle direkt oder indirekt von der Pandemie betroffen sind. GLEICHZEITIG vertraue ich darauf, wie unsere Experten mit der Krise umgehen, und bin froh, dass meine Kinder in der Schule sein dürfen. Keiner von uns hat die Antwort auf das, was am besten funktioniert, aber viele haben einen sehr harten und polarisierenden Ton.

Wie auch immer, wir verlassen die Corona-Krise und kommen zu einem anderen wichtigen Thema. Wie bringt man seinen Zweijährigen eigentlich dazu, ordentlich zu trinken?

Nun, alle unsere Kinder haben ihre eigene Tasse mit einem kleinen Tier auf dem Boden. Man gießt einfach eine Flüssigkeit ein (vorzugsweise keine transparente)…

Und dann hat das Kind eine große Motivation aus zu trinken, weil es das kleine Tier wiedersehen will. Edwards Becher enthält natürlich sein Lieblingstier, einen Hund.

Der Saft ist getrunken und alle sind glücklich, Edward kann wieder sein Lieblingsbuch über Peppa Wutz lesen. ♡

Schwedin sein in Corona-Zeiten

0

Gestern, als die Kinder in der Schule waren, machten ich und Mario eine Mittagspause in unserem nächsten Restaurant im Freien. Es waren einige Meter zwischen den verschiedenen Tischen und wir sahen, dass die Eigentümer alle Anstrengungen unternahmen, um den Empfehlungen der Behörden zu folgen. Es war zwanzig Grad, wir hörten den Frühling mit den Hummeln die brummten und sahen die Bäume in schierem Grün vor uns. Ich war froh, Schwedin zu sein. Dass meine Kinder in der Schule sein können, dass wir die lokalen Händler unterstützen konnten, wenn auch in einem anderen Alltag. Und dass Schweden, Schweden war. Ein kleines Land, das aber oft einen anderen Weg geht. Wir sind ein Ingenieurland mit hohem Vertrauen in die Wissenschaft, hören gerne auf Experten und die meisten folgen ihren Ratschlägen. Wir haben eine lange Geschichte von Volksbewegungen und Freiwilligkeit. (Als ich ein Kind war, gab es zum Beispiel eine Kampagne gegen Müll in der Natur und bis heute erinnere ich mich an die Slogans und würde in meinem Leben nie auch nur einen Kaugummi in die Natur werfen.)

Ich bin keine Epi­de­mio­lo­gin, ich bin keine Virusexpertin. Ich habe keine Ahnung, wie man mit der Corona-Epidemie umgehen sollte. Schwedens Staatsepidemiologe, Anders Tegnell, hat im Gegensatz zu vielen anderen, sein gesamtes Berufsleben den Epidemien gewidmet. Er sagt, er habe nicht gewusst, dass er so viele Kollegen hatte. Dass es vor der Corona-Krise nur wenige waren, die auf seinem Gebiet arbeiteten. Plötzlich sind alle Experten. Anders Tegnell steht jeden Tag bei der Pressekonferenz und sagt dasselbe. Hände waschen, Abstand halten, die Risikogruppen schützen. Ich finde es fühlt sich zuversichtlich und sicher an, weil die Wissenschaft sollte sich ja nicht ändern, nur weil der Druck von außen größer wird. Der Ruf nach härteren Maßnahmen und dem Lock-down. Die Angst, die sich schneller ausbreitet als das Virus selbst.

Schweden hat bisher eine höhere Sterberate per Einwohner als unsere Nachbarländer, aber wenn ich etwas vom Statistikkurs auf der Universität aufgegriffen habe, dann ist es, dass man aus unvollständigen Daten keine Schlüsse ziehen kann. Wir können nicht wissen, wie sich die Zahl der Todesopfer international vergleicht, bis wir alle Daten haben, das heißt, erst wenn die Pandemie vorbei ist. Erst dann können wir wissen, wer die Krise am besten überstanden hat. Bis dahin bin ich froh, dass Schweden weiterhin Schweden verbleibt.

Tipp Tipp: Hausgemachte Rawfaellos

0

Hier ist das Rezept für die hausgemachten Rafaellos wie versprochen. Das Originalrezept (von Erika Frost) ist komplett Rohkost und vegan. Allerdings habe ich ein wenig geschummelt und ignorierte den Kokosüberzug in diesem Rezept. Stattdessen tauchte ich die Karamellkugeln in geschmolzene weiße Schokolade und rollte dann in Kokosnussflocken. Es war so unglaublich gut! Aber wenn man strenger sein will, folgt man dem Rezept, habe es noch nicht getestet, aber es klingt vielversprechend als eine mehr gesundere Alternative!

Für ca. 20 Stück:

Karamellkugeln:
2 EL Kokosöl
12 frische Datteln (vorzugsweise Medjool Datteln)
2 EL Kokoszucker
2 EL Ahornsirup
1 Prise Salz
20 Nüsse (ich nahm Haselnüsse)

Kokosnussmantel:
3 dl Kokosflocken (davon 1 1/2 dl zum Einrollen)
3 EL Ahornsirup
1 TL Vanillepulver

So geht es:

Karamellkugeln:
Das Kokosöl über einem Wasserbad schmelzen. Kokosöl, Datteln, Zucker, Ahornsirup und Salz zu einer völlig zähen und klebrigen Karamellmischung mixen. Die Mischung zu Kugeln formen und eine Nuss in jede Kugel drücken. Lasse die Kugeln in der Tiefkühltruhe ruhen, während du den Kokosmantel vorbereitest. (Wenn es schwierig ist, mit dem Teig zu arbeiten, kannst du Kokosöl auf deine Hände geben.)

Kokosnussmantel:
Mixe 1 1/2 dl Kokosflocken, Ahornsirup und Vanillepulver zu einem glatten Butter. (Dies kann eine Weile dauern und du musst wahrscheinlich ein paar Mal die Kokosflocken von den Rändern abkratzen.)

Nimm die Karamellkugeln aus dem Gefrierschrank und tauche sie im Kokosbutter. Kontrolliere dass die ganze Kugel bedeckt ist und rolle sie dann in den Kokosflocken. Eine Weile gekühlt lassen, bevor man sie probiert, luftdicht im Kühlschrank aufbewahren.

Enjoy. ♡

Eiersuche beim schönen Schloss Tjolöholm

Während der Osterwoche fuhren wir nach Kungsbacka zum Schloss Tjolöholm, ein Platz zu dem wir oft zurückkehren. Der ganze Ort ist wirklich eine Bombe der Inspiration und ich finde jedes Mal etwas Neues, das mich fasziniert. Das Schloss wurde 1904 fertiggestellt, ist im Tudorstil erbaut und die führende Arts and Crafts-Eintrichtung der nordischen Region. Während das Schloss gebaut wurde, starb der Baumeister, was dazu führte, dass seine Frau Blanche Dickson das Kommando übernahm. Sie vervollständigte das gesamte Gebäude, den fantastischen Schlosspark und ein eigenes kleines Dorf für die Arbeiter des Schlosses.

So schön durften die Familien, die für Blanche arbeiteten wohnen. Blanche hatte ein großes soziales Engagement und den Familien wurden sowohl Gesundheits- als auch Pensionsansprüche gewährt, was damals ungewöhnlich war. Jedes im Bauerndorf geborene Kind bekam sein eigenes Sparbuch mit einem kleinen Kapital darauf und die Arbeiter betrieben ihr eigenes Lebensmittelgeschäft, in dem sie alle einen Teil des Gewinnes teilten.

Rund um das Dorf und das Schloss gibt es schöne kleine Naturpfade, die perfekt sind, um dort mit der Familie zu spazieren. Normalerweise gibt es hier zu Ostern ein großes Fest, die Kinder treffen den Osterhasen und die Restaurants sind in der Regel voll von Menschen. Das meiste davon wurde in diesem Jahr natürlich eingestellt, mit Ausnahme der Eiersuche, auf die sich unsere Kinder am meisten freuen. Man wählt den Schwierigkeitsgrad…

… bekommt eine Karte und macht sich auf den Weg.

Jedes Ei enthält einen Buchstaben und zusammen bilden sie ein Wort. Dieses Ei war gut getarnt gegen den klaren Aprilhimmel. Hier siehst du auch Tjolöholms schöne Kirche, die Blanche erbauen ließ, damit die Arbeiter sonntags nicht so weit gehen mussten.

Als die Hälfte der Eier gefunden wurde, brauchten wir eine Pause. Wir fanden einen schönen windgeschützten Platz außerhalb des Versammlungsraums des Dorfes, wo man damals Feste und Veranstaltungen feierte.

Wir packten mitgebrachte Zimtschnecken, Saft und Kaffee aus.

Julius hatte jedoch nicht viel Zeit zum Ausruhen, sondern studierte die Karte sorgfältig, um den richtigen Weg zum nächsten Ei zu finden.

Bevor wir das schöne Häuschen verließen, nutzten Elisabeth und Edward die Gelegenheit, die große Eiche zu erklimmen.

Wir setzten unsere Wanderung fort und erreichten schließlich das fantastischen Haus des Torwächters. Das Häuschen sieht wirklich aus wie aus einem Märchen und hier lebte der Kutscher und Pförtner des Schlosses mit seiner Familie.

Genau wie die Hütten im Bauerndorf kann man dieses Wächterhaus für Übernachtungen mieten. Was für ein Traum!

Das war alles mit unseren Besuch für dieses Mal, aber wir kommen wieder, sei so sicher. ♡

Sonntagshaus: Der Traum eines berühmten Autors auf Gotland

Gotland ist Schwedens größte Insel in der Ostsee, etwa 100 km vom schwedischen Festland entfernt. Die gotländische Natur unterscheidet sich deutlich vom Rest Schwedens. Ein karges Kalkstein­plateau hat zu einer eigentümlichen Artenfauna geführt und viele ungewöhnliche Pflanzen gedeihen im milden Klima. Gotland wird von freundlichen Menschen mit Schwedens (meiner Meinung nach) charmantesten Dialekt bevölkert. In der größten Stadt Visby mit ihrer mittelalterlichen Ringmauer und ihren blühenden Alleen und Gassen wurden die Filme über Pippi Langstrumpf eingespielt.

Aber das heutige Sonntagshaus hat eine Kopplung zu einem anderen schwedischen Bestseller, nämlich Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Habt ihr den Roman gelesen? Unser Objekt des Tages gehört niemand anderem als dem Autor selbst, Jonas Jonasson und liegt in einer schönen ländlichen Umgebung etwas außerhalb von Visby.

Hier liegt sein schöner Hof, eingebettet ins Grüne und umgeben von Ackerland. Das für Gotland so typische Sandsteinhaus ist natürlich das Kronjuwel unter den anderen Gebäuden des Hofes.

Die Tür ist offen, also schleichen wir doch die sonnengewärmte Treppe hinauf und schauen hinein.

Hier von der Veranda hat man die volle Aussicht über den Innenhof. So schön mit einem runden Platz vor dem Haus.

Wir betreten den Flur und sehen die Küche auf der einen Seite und…

…das Wohnzimmer auf der anderen. Schaut euch die tiefen Fensternischen an, groß genug, um sich rein zu setzen…

…und die Wärme des Kachelofens zu genießen. Nicht so besonders, aber sehr schön mit seinen Fliesen in verschiedenen Schattierungen. Es gibt so viel schönes im Hof, deshalb denke ich, dass wir wieder raus gehen.

Allein das kleine Gästehaus ist fast einen eigenen Eintrag wert. Mir gefiel besonders das Schlafzimmer, mit der schönen, sanften Tapete. Und die Farbe der Leisten und der Fenster. Okay, lasst uns wieder nach draußen gehen.

Wir nehmen den kleinen Sandsteingang in Richtung Terrasse.

Hier zwischen den Buschrosen wärmt die Sonne auf mediterranes Niveau, so dass wir uns für eine Weile hinsetzen.

Etwas weiter entfernt sehen wir das hier. Orangerie mit einer großem O. Was für ein Traum! Was denkst du Mario, wir könnten doch schnell eine solche auf Orust bauen? Dachte ich mir doch.

Die alte Scheune hat Jonas (oder vielleicht hat er Hilfe gehabt?) vorbildlich zu seinen Ursprüngen restauriert. Er baute hier auch einen Hubschrauberhangar für den Hausbedarf.

Hier ist auch das Büro, wo der Hundertjährigen geschrieben wurde. Kein Wunder, dass es gut gelaufen ist, mit einer so inspirierenden Umgebung. Wenn du ein Autorenleben auf Gotland führen willst, musst du deine große Geldtasche mitnehmen, für etwa 1.000.000 Euro ist das Anwesen dein.

Besuche Gotland, wenn es dann irgendwann wieder geht und du die Möglichkeit hast, aber vermeide Juli und die erste Hälfte im August, weil da ist die Insel von Stockholmern überfüllt.

Ich hoffe, du hast einen schönen und sonnigen Sonntag. Pass auf dich auf. ♡

Julius Pick-Up Granola mit Kakao

0

Am Tag vor Julius‘ Geburtstag ging er wie ein umherwandernder Geist herum und wartete nur. Gar nichts war lustig. Wir kamen auf die Idee, Granola Müsli zu machen, um ihn aufzumuntern und uns auf die Frühstücke dieser Woche vorzubereiten. Granola ist wirklich ein Tipp, um mit Kindern zu machen, es geht schnell und macht Spaß alle trockenen Zutaten zu dosieren. Und dieses Rezept wird so gut!

Hier kommt es:
– 5 dl Haferflocken
– 150 g grob gehackte gemischte Bio-Nüsse (ich nahm Mandeln, Para-, Peka- und Cashewnüsse.)
– 2 dl geriebene Kokoschips
– 1 dl Kürbiskerne
– 5 EL Chiasamen
– 1 TL Salzflocken
– 3 EL Kakao
– 1 TL Kurkuma
– 1 dl Honig
– 2 EL Kokosöl

Zubereitung:

Heize den Ofen auf 175 °C vor. Mische alle trockenen Zutaten. Schmelze das Kokosöl und den Honig und tropfe die Mischung über die trockenen Zutaten. Gut mischen. Verteile die Masse gleichmäßig auf einem Backblech. Für 10 min im Ofen rösten. Nochmal gut mischen, und für weitere 5 min rösten. Abkühlen lassen und in einem luftdichten Glas aufbewahren.

Julius probierte seine Kreation mit Erdbeerjoghurt und nannte sie Pick-up Granola, weil es seine düstere Stimmung verschwinden ließ.

Unser Osterfest in Bildern

Ostern eilte einfach vorbei und ich hatte keine Zeit, über irgendetwas in Echtzeit zu bloggen, solange die Kinder Ferien hatten. Ihr müsst euch also mit einem etwas verzögerten Ostern aus Schweden begnügen. Jetzt sind die Kinder wieder in der Schule und es fühlt sich an, als gäbe es Ozeane voll mit Zeit. Bereitet euch auf eine laaange Bilderserie vor, um alles nachzuholen, was wir verpasst haben!

Trotz den gegebenen Umständen hatten wir einen sehr schönen Osterurlaub. Das Haus war ordentlich und sauber geputzt (zumindest für ein paar Stunden) und Osterdekoriert.

Es ist, als ob das Wetter für die ganze Düsternis kompensieren will und wir haben Tag für Tag strahlende Sonne gehabt. Wir waren so viel wie möglich draußen.

Wenn man unsere alte Straße entlang radelt und über einen Kamm kommt, ist man plötzlich auf dem Land. Hier hat man einen schönen Blick auf den Nordre Älv (den nördlichen Fluss) und es riecht nach Kuhscheiße und Frühlingswind.

Wir hielten auf halbem Weg für Flüssigkeitskontrolle und Versteckspiel an.

Einige fanden bessere Verstecke als andere.

Edward landete mitten auf dem Innenhof eines großen Bauernhauses und hatte Schwierigkeiten ein Versteck zu finden, die gelbe Jacke verursachte ein weiteres Problem.

Wir machten auch lange Wanderungen im Wald…

…mit Ausnahme eines bestimmten Familienmitglieds, das als Trittbrettfahrer unterwegs war.

Die Sonne schien weiter…

… Julius kam vom Fußballtraining nach Hause.

Und wurde von Edward empfangen, der bereits jetzt von Fußball besessen ist. Ball spielen! Ball spielen! Ruft er, sobald er etwas rundes sieht.

Die Kinder haben Eier bemalt.

Einige gingen ernsthafter an die Aufgabe heran als andere. ♡

Wir verbrachten mehrere Tage bei unserer Hütte auf Orust. Gegrillt, Pferde begrüßt und die perfekte Haustür gekauft.

Ist sie nicht wunderschön? Ich schätze etwa einhundertzwanzig Jahre alt.

Die Kinder bauten unter großer Aufregung und mit fieberhaftem Engagement eine Vogelscheuche für das Gemüseland. Sie wurde Pettson (Pettersson) genannt.

Julius und ich schraubten gemeinsam einen neuen Gartenbank zusammen.

Finde dass die grüne Farbe so schön geworden ist vor dem roten Hintergrund. Hier in der besten Art und Weise dekoriert, mit einer ganzen Menge netter, fröhlicher Kinder.

Natürlich haben wir auch eine Menge Gutes gegessen. Es ging in der Regel so rasch, dass ich keine Zeit hatte zu dokumentieren.

Hier sieht man zumindest die Hälfte meines griechischen Eierbrotes, das in diesem Jahr sehr erfolgreich geworden ist. Eine festliche Sache zu Ostern, man drückt rohe Eier rein, die im Brot mitgebacken werden. Ich muss wohl nächstes Jahr mit dem Rezept kommen 🙂

Süßigkeiten gehören zu Ostern. Ich habe zähe, saure Apfelbänder für die Kinder gemacht… (Aber genauso gut für Erwachsene)

Und hausgemachte Raffaellos zum Kaffee. Ich komme bald mit dem Rezept, weil diese müsst ihr einfach probieren!

Edward brach am Osterwochenende eine Art Süße-Rekord. Hier hat er einem müden Morre seine Schmusedecke angeboten, mit der er immer schläft.

Und hier hat er seine feinste hausgemachte Strickjacke angezogen, bereit einen weiteren freien und sonnigen Tag zu begegnen. Das war unser Ostern, einen kleinen Ausflug zu meinem Lieblingsschloss hatten wir auch noch geschafft, aber wir müssen an einem anderen Tag darauf zurückkommen. Achtet auf euch. ♡

Julius neun Jahre – die Welt wird immer mehr zu deiner eigenen

Heute feiere ich neun Jahre als Mutter. Du und ich, Julius, wir haben als eins angefangen. Haben alles geteilt, sogar den Blutkreislauf. Von diesem umwälzenden Moment, als du auf meiner Brust lagst, waren wir einander immer nahe. Meine Welt war deine Welt. Ich lernte einen klugen Jungen kennen, mit samtigen Augen, unerschöpflicher Energie und starken Gefühlen. Du hast viel und früh geredet und wie wir geredet haben, du und ich. Wie bekannt, so vergeht die Zeit und jetzt lebst du ein wenig mehr in einer Welt, die nicht mir gehört. Genauso wie es sein sollte, werden jetzt andere Personen wichtig für dich. Und für jeden Tag der vergeht wirst du mehr und mehr deine eigene Person.

Aber manchmal bekomme ich einen Einblick in diesen schönen Geist, den du hast. Worüber du nachdenkst, was dich beunruhigt, nach was du dich sehnst. Ich beobachte dich von Zeit zu Zeit, sehe dir zu, wie zärtlich du bist, wenn du deinem kleinen Bruder hilfst, wenn er hinfällt. Oder wie du gewissenhaft eine Fliege vor dem Ertrinken in einer Pfütze rettest. Du befindest dich zwischen der magischen Welt des Kindes und der ernüchternden Sicht des Erwachsenen auf die Existenz. So groß und so klein. Sicherheitshalber und nur für den Fall, schreibst du einen Brief an den Osterhasen und sagst ihm, dass du dieses Jahr keine Süßigkeiten isst und dass du deshalb lieber Geld im Osternest haben möchtest falls das in Ordnung geht. Die Nachttischlampe sollte am Abend eingeschaltet sein, einen Scheinwerfer direkt ins Gesicht brauchst du um einschlafen zu können, um die Monster auf Distanz zu halten.

Gleichzeitig bist du dir auf einer neuen Weise bewusst was in der Welt geschieht, und du kämpft darum, deinen kleinen Teil davon zu erobern. Ich denke an all die Gefühle, die du hast, die ich nicht mehr teile, Gedanken die nicht immer auf die gleiche Weise aus dir sprudeln. Wie du vielleicht manchmal jemand anderes sein musst. Du schließt dich ein, hörst ein Hörbuch in deinem Zimmer, spielst einen Ball gegen die Wand. Denkst nach. Dennoch glaube ich, dass unsere Liebe zu dir genug ist, damit du dich getragen fühlen kannst, das Gefühl hast, dass du so sein kannst wie du bist, hier bei uns.

Heute Morgen weckten wir dich mit Gesang und Frühstück im Bett. Und du dachtest, es wäre der beste Tag der Welt…

…weil du die lang ersehnte Ronaldo Fußballkarte bekommen hast.

Herzlichen Glückwunsch an dich, Julius, und an mich, wo schon seit neun Jahren deine Mama sein darf. Du hast mich verändert, meine ganze Welt in jeder erdenklichen Farbe gemalt. Und erfüllte sie mit mehr Angst und mehr Liebe, als ich es mir an diesem kalten Donnerstag vor neun Jahren jemals vorstellen konnte.

Elisabeths Schachbrettkekse

0

Einige haben nach dem Rezept für die Schachbrettkekse gefragt, die die Kinder und ich vor einer Woche gebacken haben, hier kommt es. Kindisch einfach und schnell gebacken und besonders lustig, wenn du, so wie ich eine kleine Schachliebhaberin zu Hause hast. ♡

Zutaten:
– 125 g Butter
– 1/2 dl Zucker
– 2 1/2 dl Weizenmehl (2,5 dl entspricht 150 g)

Für den hellem Teig:
– 2 TL Vanillezucker

Für den dunklen Teig:
– 1 EL Kakao

Zubereitung:

  • Butter, Zucker und Mehl schnell zu einem Teig vermischen, vorzugsweise in einer Küchenmaschine.
  • Teile den Teig in zwei gleiche Teile. Vanillezucker in die eine Teighälfte und Kakao in die anderen mischen.
  • Teile sowohl den hellen als auch den dunklen Teig in zwei Teile. Rolle den Teig auf eine Länge von ca. 30 cm aus. Drücke und forme die Rollen vierkantig.
  • Lege die vier Längen zusammen, eine helle und eine dunkle ganz unten und ein dunkle und eine helle ganz oben, so dass sie ein Gittermuster bilden. Stelle alles für etwa 30 Minuten in den Kühlschrank, damit es einfacher zu schneiden ist.
  • Den Ofen auf 200 °C vorheizen.
  • Die Form in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden und auf ein Backblech mit Backpapier legen. Die Kekse in der Mitte des Ofens für ca. 10 Minuten backen. Auf einem Gitterrost abkühlen lassen und genießen.

Sinnloses Bloggen in Corona-Zeiten?

0

Es ist schwer, jetzt zu schreiben. Ich schreibe und lösche, schreibe und lösche wieder. So viele Menschen auf der ganzen Welt, die leiden und ihre Lieben verlieren. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen, die ihren selbstverständlichen Platz als die größten Helden der Gesellschaft zurückerobern, die aber auch mit knappen Ressourcen und Überbelegung zu kämpfen haben. Da fühlt es sich so lächerlich an, über unseren Alltag hier zu schreiben, der zwar begrenzt ist, aber im Großen und Ganzen privilegiert und verschont.

In den sozialen Medien verbreiten viele Menschen ihre Sorgen und Ängste. In bösartigen Kommentaren und ermahnenden Forderungen an Fremde. Ich mache mir auch Sorgen um meine Lieben die zur Risikogruppe gehören. Für die Kinder und ihre Zukunft, und welche Konsequenzen noch kommen, abgesehen von ihren trockenen, kaputtgewaschenen Händen.

Aber meine Stärke war immer schon, die Schönheit der Existenz zu sehen. Die Lichtschimmer, die es trotz allem gibt. Wie Menschen einander zu Hilfe eilen, Initiativen starten, um denjenigen zu helfen, die ihre Häuser nicht verlassen können. Wie viele Familien kommen einander näher, weil es nicht mehr viele Pflichten gibt, keine Aktivitäten, zu denen man sich beeilen muss. Es geht nicht irgendwelche Pläne zu machen, niemand muss Angst davor haben, etwas zu verpassen, denn es gibt nicht viel zu verpassen. Vielleicht zwingt uns diese abscheuliche Pandemie, die Veränderungen, die wir ohnehin vornehmen mussten, schneller durchzuführen. Weniger Fliegen, die lokalen Lebensmittelproduktion unterstützen und das Beste aus den Ressourcen machen, die wir in unserer Nähe haben. Diejenigen die wir am meisten lieben nahe bei uns zu halten und das andere wegräumen das unsere Kraft beansprucht.

Ich glaube auch nicht, dass sich Leute an Blogs wie meinen wenden, um Informationen über Covid-19 zu erhalten, sondern eher um an etwas anderes zu denken. Deshalb möchte ich dies weiterhin zu einem sicheren und schönen Ort mit Inspiration und Hoffnung machen, ein wenig Ruhe von den Turbulenzen. Was meinst du, was würdest du gerne hier lesen? ♡

Gesucht: Deine Kindheitserinnerungen

0

Gibt es etwas, das Erinnerungen zurückbringen kann, wie zum Beispiel Geschmäcke und Gerüche? Ein einziger Biss von etwas kann leicht einen Jahrzehnte zurück schleudern. An einen Ort, der vielleicht nicht mehr existiert, an die Gemeinschaft mit Menschen, die gegangen sind, und an sich selbst in einem völlig anderen Alter. Wenn ich jetzt das Brot backe, das meine Oma jede Woche gebacken hat, darf ich für eine Weile zurück in ihre Küche. Zum geschätzten Gefühl der totalen Geborgenheit. Zu meiner Oma, die nicht mehr da ist, in ihrem abgenutzten orangen Morgenmantel und einem Lockenwickler in der Stirn. Oder wenn ich Rhabarbermus esse, dann bin ich plötzlich neun Jahre alt und komme an einem Sommerabend nach Hause in mein Kinderheim (das schon lange verkauft ist). Mit kalten Wangen und glücklich müde nach dem Verstecken spielen mit allen Kindern der Nachbarschaft und da steht Mama am Herd und kocht Mus aus all dem Rhabarber, mit dem der ganze Garten überschwemmt ist.

Als ich über den Madeleine Kuchen schrieb, die in Prousts Klassiker die unterdrückten Kindheitserinnerungen des Protagonisten heraufbeschwören, kam ich auf eine lustige Idee, die ich gerne zusammen mit dir umsetzen würde! Es funktioniert so: Du schickst mir ein Rezept für etwas, das wirklich Kindheitserinnerungen in dir weckt. (Jedoch kein Fleischgericht, weil ich Vegetarier bin) Ich koche oder backe es, mache Bilder und poste es auf dem Blog. Am liebsten zusammen mit einer kleinen Hintergrundgeschichte und einem Foto von dir als Kind. So werde ich meine Kindheitsrezepte mit euren als Feature hier auf dem Blog abwechselnd posten. Was meint ihr, gewiss brauchen wir in diesen Zeiten doch ein wenig Realitätsflucht und Nostalgie?

Sende deinen Beitrag via E-Mail direkt an mich. Ich wäre so, so glücklich, wenn du mitmachen möchtest. ♡

♡ Hier kannst du mehr über Frau Schweden lesen ♡

Mein Geburtstag

Ich hatte einen sehr schönen Tag, obwohl ich noch nie meinen Geburtstag in einer so seltsamen Zeit gefeiert habe. Die ganze Familie hat zusammengeholfen und die Feierlichkeiten organisiert. Die Kinder hatten kleine niedliche Karten mit weitschweifiger Handschrift und einigen spiegelverkehrten Buchstaben geschrieben. Mario kochte eine große Form mit einer fantastisch guten vegetarischen Lasagne.

Zum Nachtisch hatten die Kinder und ich eine Pavlova, mit Schokoladen-Meringue, Sahne und Erdbeeren gebacken. Ich habe die Torte dieses Mal als Kranz geformt, ich finde es ist leichter Stücke zu schneiden und sieht zudem auch sehr schön aus.

Außerdem habe ich so schöne Geschenke bekommen. Von Mario erhielt ich einen der schönsten Blumensträuße, den ich je gesehen habe, und von meinen Eltern erhielt ich die Savoy-Vase von Alvar Aalto, nach der ich mich schon lange sehnte. Abends ging ich mit großer Dankbarkeit für meine Familie ins Bett. ♡

Eine Quarantänewoche in Bildern

Wir gehen jetzt in die zweite Woche, in der wir zu Hause bleiben, weil die Kinder immer noch eine Erkältung haben. Es ist schwer, mit allen Kindern zu Hause zu bloggen, aber ich dachte ich kann euch zumindest einen kleinen Bildregen anbieten, mit Fotos der vergangenen Woche. Trotz der schwierigen Umstände hatten wir eine sehr schöne Zeit zusammen. Die Sonne strahlte auf unserer Straße, unser Haus ist das graue auf der linken Seite.

Heute ist mein Geburtstag und ich bin auf die allerbeste Art und Weise geweckt worden. Mit singenden Kindern in Pyjamas und zerzausten Haaren. Gibt es was süßeres als das?

Aber jetzt zurück zur vergangen Woche, die wir mit Backen eingeleitet haben. Wir haben die Tiefkühltruhe für unsere Ausflüge im Frühling gefüllt.

Und Edward kümmerte sich um den rest des Teiges.

Die Kinder durften Themen wählen. Sie wollten versuchen, ein 💩-Emoji zu backen. Okay, einen Versuch wert!

Elisabeth ist in einem Schachclub und möchte etwas Schach inspiriertes machen. Ich selbst bin leider keine gute Spielerin, aber ich liebe diese kleinen karierten Kekse. Sie sind ein guter Trost, wenn man beim Schach von einer Siebenjährigen geschlagen wird. ♡

Als das Backen abgeschlossen war, wandten sich die Kinder dem Hüttenbau zu. Mit Edward als Sprecher.

Wir waren viel draußen in unserem Garten. Er ist alt und aufgewachsen und ein bisschen „lagom“ (gerade recht) wild.

Mit Blick auf unser schönes, sonnengelbes Nachbarhaus…

…und voller Frühlingsblumen und niedlicher Jungs.

Elisabeth hat selber Vogelfutter aus Kokosfett und Körnern gemacht und hängt es unter der Aufsicht des kleinen Bruders auf.

An einem Tag habe ich Waffeln zum Mittagessen gebacken, die wir mit Marmelade und Sahne aßen, im Freien gegen eine sonnengewärmte Südwand.

Sie erhielten die Bewertung „sehr gut“ von Edward.

Wir waren auch auf Orust, wo sich die Welt wie gewohnt anfühlt. Dort ist es immer leer von Menschen und kommt jemanden, haltet man in der Regel sowieso Abstand. Hier hat die Südwand der Hütte, eine neue Fassade erhalten. Die Kinder halfen mit der typisch roten Farbe zu malen…

…mit Ausnahme von Edward, der versuchte zu lernen, wie man ein Dreirad fährt.

Das war unsere Woche, ich wünsche euch einen guten Start für die kommende. Und viel Kraft für diese besondere Zeit, die wir vor uns haben. ♡

Tage zuhause und ein fantastisches Brot

In letzter Zeit wurde es hier auf dem Blog etwas ruhiger, auch dies ist natürlich ein Corona-Effekt. Die Schulen sind hier in Schweden noch geöffnet, aber ich und die Kinder sind seit vier Tagen zu Hause, weil sie ein wenig verkühlt sind. Wir versuchen, die Langeweile mit Baken zu vertreiben und haben eine sichere Wahl getroffen. Denn was schlägt ein gutes, hausgemachtes Brot? Die ganze Familie liebt dieses Rezept und es ist so einfach, dass die ungewohnteste Person es schaffen kann. Das Ergebnis ist jedoch, als ob ein professioneller Bäcker unterwegs wäre.

Hier kommt das Rezept:
– 5 dl fingerwarmes Wasser
– 1 dl Milch (ich nehme in der Regel Hafermilch)
– 25 g Hefe (oder Trockenhefe)
– 2 TL Salz
– 1 EL Honig (oder anderer Süßstoff)
– 12,5 dl Weizenmehl (dieses Mal habe ich die Hälfte mit Durumweizen gebacken, es wurde schmackhaft und ein wenig fester)

Zubereitung:

  1. Die Hefe in einer Schüssel zerbröseln. Salz und Honig dazugeben. Gießen Sie über das Milchwasser und rühren, bis die Hefe setzt.
  2. Das Mehl unterrühren. Es sollte ein loser Teig werden.
  3. Die Schüssel mit einem Geschirrtuch zudecken und 1-2 Stunden gehen lassen.
  4. Den Ofen auf 240-250 Grad vorheizen. Zwei Teller mit Olivenöl bestreichen. (Oder Backpapier verwenden)
  5. 1/2-1 Tasse Weizenmehl auf den Backtisch streuen. Den losen Teig über das Mehl kippen, aber NICHT kneten. Weiteres Mehl über den Teig streuen und mit der Hand sanft abflachen. Den Teig in etwa 6 cm schmale Streifen schneiden, dann teile jeden Streifen in etwa 3 Teile „auf der Schräglage“. Nach und nach die Stücke auf die Bleche legen.
  6. Das Brot direkt in der Mitte des Ofens backen (sie müssen nicht wieder gären). Ca. 17-20 Minuten backen. Ohne Handtuch abkühlen lassen so werden die Brote knusprig und fein.

Hoffe, du willst dieses Pangrezept testen, ich komme bald mit mehr Tipps mit Sachen die man, während dieser speziellen Zeit, machen kann. Pass auf dich auf. ♡

Historische Frauen: Siri Sundström

Eine Hebamme in den Bergen

In Zeiten wie diesen kann es doch passen mit einem kleinen medizinischen Thema bei unseren historischen Frauen? Darf ich vorstellen Siri Sundström, 1892-1976, eine Pionierin in einem Beruf, für den ich große Bewunderung habe, nämlich Hebamme. Siri wuchs auf einem Bauernhof weit oben in den Bergen Lapplands in Schwedens nördlichster Provinz auf. Als sie 22 Jahre alt war, beendete sie ihre Hebammenausbildung in Stockholm und ging wieder nach Hause, um ihren neuen Beruf in ihrer Heimatregion auszuüben.

Sie war die erste professionelle Geburtshelferin in Lappland und zu jeder Tageszeit konnte das Telefon klingeln mit der Ankündigung, dass ein Kind geboren werden würde. Sie arbeitete unter extremen Bedingungen, wenn sie Glück hatte wurde sie mit einem Pferd abgeholt oder durfte auf dem Schlitten von einem Rentier gezogen werden, um die entbindende Frau zu erreichen. Andere Male musste sie auf Skier durch kilometerlange Wälder in beißender Kälte laufen und sich einen Weg bahnen. Oft musste sie mehrere Tage bei der neuen Mutter bleiben, um Sicherheit rund um das Neugeborene und den Rest der Familie zu schaffen. Siri beschrieb die miserablen Bedingungen, die sie oft in den Hütten erwarteten. Manchmal gab es keine Kleider für das Baby oder keine Laken in den Betten.

Siri musste mit dem Hacken und Tragen von Brennholz beginnen, um Wasser zu erhitzen und den Raum zu reinigen, in dem die Geburt stattfinden würde. Gestern in den Nachrichten hörte ich, wie schwedisches Krankenpflegepersonal sich Sorgen machte, dass Einwegschürzen in Schweden knapp werden. Siris Geschichte relativiert die Dinge wirklich.

Etwas später in ihrer Karriere war Siri an der Eröffnung eines Entbindungsheim im Krankenhaus in ihrem Heimatdorf beteiligt und nun war sie es, die mit Pferd und Kutsche hinausging, um die Frauen abzuholen, die entbinden sollten. Siri kämpfte ihr ganzes Leben lang dafür, dass Frauen sicherere Geburten und mehr Hilfe bei der Betreuung ihrer Kinder hatten. Sie half über 3.000 Kindern in die Welt.

„Kein Reichtum der Welt kann sich mit der Freude messen, die ich nach einer komplizierten Geburt mit glücklichem Ausgang empfunden habe.“

Siri Sundström

Bilder: TT/Lennart Nilsson

Ein dampfender Ausflug

Hej und Hallo! Es ist Freitag, obwohl es sich in diesen Viruszeiten ein wenig seltsam anfühlt. Ich mache mir nicht so besonders Sorgen um das Virus selbst, sondern mehr über die Hysterie die es erzeugt. Aber nachdem ich das gesagt habe, denke ich, dass der Blog eine Freizone sein könnte, frei von allen Alarmberichten und der sorgfältigen Berichterstattung der Medien.

Vor einiger Zeit erhielt ich eine so nette E-Mail von einer Leserin, Eva, die mich an einen wirklich Lieblingsort unsere Familie erinnerte. Nämlich die alte Bahnstrecke zwischen Anten und Gräfsnäs, wo man noch immer mit einer fast hundert Jahre alten Dampflokomotive fahren kann. Es liegt in der Nähe der Stadt Alingsås, etwas mehr als eine halbe Stunde nördlich von Göteborg entfernt und ist der perfekte Sommerausflug für alle Altersgruppen. Heute gastblogge ich bei Schwedenstude über unseren letzten Ausflug dorthin. Fühlt euch frei, dort rein zu schauen und vielen Dank Eva für die Erinnerung. ♡

Hier ist ein Bild aus dem alten Wartezimmer im Bahnhofsgebäude. Stellt euch vor, dass öffentliche Umgebungen früher so viel schöner waren. Heute scheint es so, als ob Ästhetik allzu oft für Funktionalität und Effektivität weichen muss. Traurig, wenn wir wissen, dass schöne, harmonische Umgebungen unser Wohlbefinden in einem solchen Ausmaß beeinflussen. Ästhetik sollte doch bei der Planung für Räume, die uns allen gehören sollten, sicherlich ein so selbstklares Kriterium sein wie jedes andere?

So, jetzt werde ich meine Kleinen etwas früher von der Schule und dem Kindergarten holen, und sie mit gutem Essen verwöhnen und ihnen vielleicht ein völlig unnötiges Geschenk kaufen, nur um dieses Glitzern in ihren Augen zu sehen. Ich wünsche euch einen wirklich schönen Freitag! 

Die Lichtpunkte des Alltags in Bildern

Die Märzsonne ist nicht gnädig, wenn man merkt, was der Winter einem angetan hat. Blasse und fahle Haut, die sich verzweifelt nach Sonne sehnt und das Haar wie ein trockener Osterzweig. Zumindest fand ich eine schöne Haarspange, die das Haar zurück hielt.

Und mein müdes Gesicht spielt eigentlich keine Rolle, wir sind gesund und der Frühling ist auf dem Weg. Während dem Wochenendputz hatten wir die Schlafzimmerfenster weit geöffnet. Liebe die Aussicht, die hier vielleicht nicht so sichtbar ist. Die alte 20er Jahre Villa des Kapitäns auf der linken Seite und das gelbe Haus dahinter wo sich unser Büro befindet.

Nach den ersten Monaten des Jahres mit vielen Krankheitstagen mag ich die Werktage noch mehr. Das Repetitive, wenn die Tage nur nach dem ungefähr gleichen Muster fließen dürfen. Und die Kinder fühlen sich dadurch sicher, wenn sie wissen, was passieren wird. Elisabeth und Edward malen jeden Tag nach der Schule zusammen. Edward sichert sich ab und macht einen ganzheitlichen Ansatz mit allen Farben und beiden Hände. Elisabeth arbeitet etwas präziser, schneidet und klebt, füllt sorgfältig aus.

Julius saß mit seinen Hausaufgaben neben mir, und ich schaute ein wenig zu. Sie sollten Helden auflisten, die sie kannten. Papa ist in guter Gesellschaft mit Batman und Superman. ♡

Wir versuchen jeden Tag rauszukommen und das zunehmende Licht aufzunehmen. Habe die beiden Buben auf diesem Bild eingefangen, inmitten einer Umarmung.

Es ist nicht nur Sonne und Frühling hier an der Westküste. Es regnet auch. Ziemlich oft und viel. Gestern, als ich Edward vom Kindergarten abholte, regnete es wirklich in Strömen. Ausnahmsweise sprang er freiwillig mit seinem Pippi-Pferd in seinen regengeschützten Kinderwagen und konstatierte krass: „Meine Hütte“. „Mama nass.“

Aktuell