Den Jänner überleben

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Jetzt in der kalten Jahreszeit geht es darum, sich mit Vitamin C einzudecken. Normalerweise mache ich einen Ingwer Shot, um Leben in meinem wintermüden Körper zu bringen und das Immunsystem zu stärken. Ingwer ist, wie du weißt, eine echte Superwurzel, mit entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften und hilft gegen fast alles. Hier kommt das Rezept:

1 Liter Ingwer Shot
Zutaten:
300 g frischer Ingwer
1 l Wasser
1/2 Tasse Honig
2 Zitronen
1 Chili
3 TL Kurkuma

Zubereitung:

  1. Den Ingwer inklusive der Schale grob reiben und ins Wasser geben.
  2. Auf dem Herd ca 20 Minuten erhitzen (nie über 60 Grad, sonst verschwindet alles Nützliche und Gesunde, verwende einen Thermometer). Normalerweise gebe ich hier schon Chili rein – scharf und gut für die Verbrennung!
  3. Den Ingwer in einem Sieb abseihen
  4. Den Honig dazu mischen, während es noch lauwarm ist (40 Grad)
  5. Abkühlen lassen, dann in die Zitronen einpressen und Kurkuma einrühren. Das Ganze abseihen und in eine Flasche gießen. Leg die Chili in die Flasche so sieht es schöner aus!
  6. Im Kühlschrank verwahren und ohne Probleme kann der Ingwer Shot einen Monat lang aufbewahrt bleiben. Zum Wohl!

Der Jänner ist ansonsten immer ein wenig ein deprimierender Monat, finde ich. Eigentlich der einzige Monat, der keinen besonderen Charme hat. Der Dezember mit seinem Höhepunkt Weihnachten mit all seiner Gemütlichkeit und gutem Essen ist vorbei. Die Weihnachtsdekoration, die ich vor einem Monat andächtig ausgepackt habe, fühlt sich kaum noch schön an und ich kann sie nicht schnell genug wegräumen. Die Geschäfte haben noch keine Zeit gehabt die Schaufenster zu ändern, überall sieht man datierte Weihnachtsfiguren und verspätete Aufrufe Geschenke zu kaufen. Obwohl hier im Norden der Winter gerade begonnen hat, sehne ich mich nach Frühling und Licht. Aber genug mit diesem Jammern, gestern fand ich heraus, dass es doch etwas Schönes mit dem Januar gibt. Semla-Premiere!

Semla ist ein Gebäck, das eigentlich mit der Fastenzeit verbunden ist, aber jetzt im Januar und Februar verkauft wird. Vielleicht so wie die Krapfen in Österreich oder Berliner in Deutschland. Während meiner letzten Schwangerschaft war ich völlig besessen von diesem Gebäck und Mario musste mir fast jeden Morgen eine Semla abholen während ich halb eingeschlafen auf der Couch wartete. Ganz richtig, denke ich, wenn die Schöpfung vor sich geht, musst man auf das hören was sein Körper will. Der Semla besteht aus einem Hefebrötchen, gefüllt mit einer „mandelmassa“ (marzipan­ähnlichen Masse) und Sahne. Wichtig ist, dass man seinen Semla an der richtigen Stelle kauft, denn Tankstellen und Supermärkte verkaufen blasse Varianten, die überhaupt nicht gut sind. Es sollte ein solides, festes Hefebrötchen mit Kardamom sein, Mandelmassa mit groben Stücken drin und gerade die richtige Menge Sahne. In unserer kleinen Stadt gibt es eine Sauerteigbäckerei, die die schmackhaftesten Semlor macht. Heute Morgen, als ich die Kinder zur Schule gebracht hatte, ging ich dorthin und holte zwei vorbestellte Backwerke für mich und Mario ab. Jetzt riecht es nach Kaffee aus der Küche und ich habe das feine Porzellan herausgeholt, um diesen Festtag zu markieren. Und schon in einer Minute ist es Zeit für die erste Semla des Jahres. Wir müssen uns im Januar ein wenig extra um uns selbst kümmern, sowohl für den Körper als auch für die Seele.

#5: Fenster Nummer fünf – ein seltener Luxus

Hinter der heutigen Lücke finden wir:

Schreiben einen Brief an jemanden, den du vermisst.

Hinter dem Haus, in dem ich aufwuchs, gab es eine große Plantage von Hagebuttensträuchern, durch die wir Kinder kleine Gänge hatten. Eines Tages, als ich sechs Jahre alt war und wie üblich im Zickzack durch die Büsche in Richtung Spielplatz streifte, stand am Ende der Sträucher ein Mädchen von der gleichen Größe wie ich da. Sie hatte ganz weißes Haar und nette Augen, die mich ein wenig schüchtern ansahen. Seit diesem Tag war Jessica meine beste Freundin und wir sind einander durchs Leben gefolgt.

Wir wuchsen in der gleichen Gegend auf, waren in der gleichen Klasse und trafen uns jeden Tag. Als wir fünfzehn waren, bekam ihr Vater einen Job in einer anderen Stadt und sie zogen ungefähr 400 km weg. Es war die erste große Traurigkeit meines Lebens, aber wir riefen uns jeden Tag an, immer zur gleichen Zeit. Darüber hinaus schrieben wir uns mehrere Briefe pro Woche, die ich immernoch habe. Heute lebt sie mit ihren drei Kindern im gleichen Alter wie meine in Stockholm, und obwohl wir uns nicht mehr jeden Tag hören, geht derselbe Dialog weiter, der seit dreißig Jahren geführt wird, und ich hoffe, noch viele, viele Jahre mehr.

Manchmal denke ich darüber nach, wie schön es wäre, wenn wir wieder nah beieinander leben würden, es ist so besonders mit Freunden, die alles über dich wissen und du kannst einfach dort weiterreden wo du zuletzt aufgehört hast. Heute bin ich diejenige, die einen Brief an Jessica schreibt, kann mich eigentlich nicht erinnern, wann ich das zuletzt gemacht habe. Etwas, das uns vor zwanzig Jahren so natürlich war, ist zu einem seltenen Luxus geworden.

Wer bekommt deinen Brief?

#6: Heute öffnen wir das sechste Fenster…

…und dort finden wir ein wenig Selbstliebe:

Treffe dich selbst im Spiegel und sage etwas Nettes.

Habt ihr die Netflix-Dokumentation über die Drillinge gesehen? Sie wurden bei ihrer Geburt getrennt, wuchsen unwissend voneinander auf und trafen sich durch einige Zufälle erst in ihrer Jugend wieder. Ohne es, für diejenigen unter euch zu verderben, die sie noch nicht gesehen haben, hat die Dokumentation viel in mir geweckt. Ich dachte darüber nach, wie es sein würde, ein schwindelerregender Gedanke, in einen Raum zu treten und eine Person zu treffen, die genauso aussieht wie ich. Sich selbst in die Augen zu Blicken im Erwachsenenalter. Wie würde ich über diese Person fühlen? Ich hoffe es wäre Interesse und Liebe.

Ich war immer mein eigener größter Kritiker. Sicher, ich kann sehen, dass ich gute Dinge tue und genüge, aber harte Worte sind nur allzu häufig, wenn ich mit mir selbst spreche. Diese bedingungslose Liebe die ich für die Kinder habe, ist schwer für mich selbst zu finden. Ich würde die Kinder nie so hart beurteilen, wie ich mich selbst beurteile. Und wenn sie einen Fehler machen, würde ich diesen niemals mit ihrer Person gleichsetzen. Warum also tue ich mir das selber an?

Die heutige Herausforderung wird es sein, mit verzeihenden und interessierten Augen auf sich selbst zu schauen. Der Versuch, einen schönen Raum der Selbstliebe zu schaffen. Die Dichterin Kristina Lugn schrieb, was ich für etwas so Schönes hielt. Alle sollte ein Bild von sich als Kind in der Geldtasche haben. Und sich von Zeit zu Zeit fragen: Wie kümmere ich mich um dieses Kind? Sich selbst als Kind zu sehen und darüber nachzudenken, wie man sich selbst behandelt.

Ich in Edwards Alter. Ziemlich ähnlich, oder?

Wünsche euch einen schönen 2. Advent, einen frohen Nikolaus und einem speziellen Menschen für uns alles Liebe zum Geburtstag – in deinem Spiegel gibt es viel Nettes zu sagen. ♡

#11: Ein Fenster für die Kinder

Die Kinder und ich sprachen über den Lichtkalender und darüber, was man tun kann, um ein Kind glücklich zu machen. Sie kamen auf die wunderbarste Idee, die heute hinter Fenster Nummer elf ist:

Vergrabe einen Schatz auf einem Spielplatz.

Das fast Beste daran, Zeit mit Kindern zu verbringen, ist ihre Fähigkeit, mit einer solcher Leichtigkeit sowohl in der Realität als auch gleichzeitig in einer magischen Welt zu sein, in der alles möglich ist. Ein Schatz kann alles sein, eine kleine Puppe oder ein Spielzeugauto, aber die Kinder und ich werden noch etwas weiter gehen.

Heute vergraben wir diese kleine Kiste auf unserem nächsten Spielplatz. Es enthält Spielzeug, das die Kinder entbehren können und natürlich einen Brief an den oder die Finder. Dieser Auftrag hat totale Freudegarantie.

Was vergräbst du heute? Und bitte sende mir ein Bild, und ich werde es hier auf dem Blog veröffentlichen. ♡

#10: Genau das, was jemand anderes braucht

Gestern war hier zu Hause, eine meiner Säuberungsaktionen im Gange! Mein Traum ist es, genau das zu haben, was ich brauche und alles an seiner Stelle. (Im Moment ist es so etwas wie eine Utopie mit einem bald Dreijährigen, der die Sachen die ganze Zeit überall herumzieht). Wie auch immer, alles Aussortierte schenke ich weiter. Das bringt uns zum heutigen Fenster:

Verschenke etwas, das du aussortiert hast.

Sicherlich muss die Konsumtion der Zukunft kreisförmig sein, genau wie die der Vergangenheit? Das Wissen früherer Generationen, wie man Dinge baut die Hunderte von Jahren halten, anstatt nur für die nächste Saison wenn wieder neue Trends eingeführt werden, glaube ich, wird eine begehrte Fähigkeit sein. Was uns einmal so offensichtlich war, muss es wieder werden: das zu reparieren, was kaputt ist, anstatt es weg zu verwerfen. Kleider zu tragen, bis sie abgenutzt sind und dann darüber nachdenken, was man aus dem Stoff machen kann.

Viele von uns leben mit einer Überfülle von Dingen und was man aussortieren, kann genau das sein, was jemand anderes braucht.

Was gibst du heute weg? ♡

Tag 2 in Stockholm: Vasa-Museum, Brunch und Tösse

Als wir letzten Samstag aufwachten, war das schöne Wetter vom Vortag weg, und Stockholms Himmel war voll mit schweren Wolken. Mit anderen Worten, ein perfekter Tag für einen Museumsbesuch. Nach einem herzhaften Frühstück bei meinem Bruder stiegen wir in den Bus zurück nach Djurgården. Da gibt es nämlich einen alten Favoriten, das Vasa-Museum.

Das Museum enthält das Kriegsschiff Vasa, das auf seiner Jungfernfahrt im August 1628 in Stockholms Bucht kenterte und sank. Nach 333 Jahren auf dem Meeresgrund wurde das riesige Kriegsschiff geborgen und die Reise konnte fortgesetzt werden. Heute ist Vasa das am besten erhaltene Schiff aus dem 17. Jahrhundert und das Vasa-Museum ist das meistbesuchte Museum Skandinaviens. Meine Mutter erzählte mir, dass man, als sie in den 1960er Jahren dort war, das Schiff besteigen durfte und es ständig mit Wasser gespült wurde. Heute steht es in einem eigens errichteten Gebäude mit perfekter Luftfeuchtigkeit in angemessener Entfernung zu den Besuchern. Ich war schon mehrmals im Museum, und schon als Kind war ich immer fasziniert von der Geschichte rund um das Schiff, mit den Machtkämpfen und Fehleinschätzungen die zum Untergang von Vasa führten.

Nun wollte ich natürlich auch meinen eigenen Kindern das Schiff zeigen und obwohl sie meine Faszination vielleicht nicht vollständig geteilt haben, so fing das Schiff während des gesamten Besuchs wirklich ihre Aufmerksamkeit.

Kinder bleiben manchmal für andere Dinge stecken als man selbst. Von diesen Steinen waren sie unglaublich beeindruckt. Es sind die eigentliche Steine, die man im Schiff auf dem Boden hatte, um es zu stabilisieren. (Was schlecht funktionierte, weil das Schiff bei der Jungfernfahrt nach nur zwanzig Minuten kenterte.) „Mama, diese Steine waren in Vasa.“ (Ja, und hinter dir steht Vasa selbst, aber okay. ♡)

Wir folgten den Familienweg, der uns mit einer kleinen Karte rund um das Museum zu insgesamt neun Stationen führte.

Dort erhielten wir Anweisungen und kleine Aufgaben zum Nachdenken. Bei diesem kleinen Modell standen wir eine Weile und studierten lange Vasas Interieur. Der Familienweg ist eine gute Möglichkeit das Interesse der Kinder am Leben zu halten und gleichzeitig selber viel über das Schiff zu lernen.

Wir versuchten uns das Schiff in dieser Farbenpracht vorzustellen.

Die Kinder (und auch ich) testeten in einer Kopie der Taucherglocke zu stehen, mit der man direkt nach dem Untergang versucht hatte die Wertsachen aus dem Schiff zu bergen. Ich, mit meiner Klaustrophobie, habe Panik bekommen, nur indem ich darin stand. Der bloße Gedanke, dass man mit dieser Taucherglocke in kaltes, dunkles Wasser herabgelassen wird, gibt mir einen Ausschlag an meinem ganzen Körper.

Allen Respekt für die Männer die es mit Hilfe der Taucherglocke gelang, mehrere Kanonen des Schiffes zu bergen. Ich kann es nicht in den Kopf bekommen, dass das möglich war.

Neu für mich war die Ausstellung Face to Face. Man fertigte Masken an, die man mit den Schädel der Opfer als Ausgangspunkt produzierte. So hatten wir die Gelegenheit, die Crew der Vasa zu treffen. Es war so interessant, über die Menschen an Bord zu lesen, wie ihr Leben aussah, was sie aßen und mit was sie arbeiteten. Elisabeth fand jedoch, dass die Skelettteile und Masken sehr beängstigend waren, so dass wir schneller durch die Ausstellung laufen mussten, als ich es mir gewünscht hätte. Das Vasa-Museum hat wirklich eine besondere Anziehungskraft und es ist eine tolle Art sich dort mehr über die Geschichte zu lernen.

Als wir fertig waren, spazierten wir in den Bezirk Östermalm, um einen Brunch in Broms einzunehmen. Da haben sie leckere, gut zubereitete und klassische Gerichte, wo man ganze oder halbe Portionen wählen kann. Die Kinder waren auch sehr fasziniert von der Buddha-Statue aus Tellern und mit einer Aura aus Besteck und überlegten sich ob wir auch eine solche zuhause machen können. Ja, warum denn nicht?

Ich bestellte irgendwie das schmackhafteste das es gibt, Eggs Royal mit Avocado und Sauce hollandaise. Dazu ein perfekter Bellini.

Die Kinder ließen wir machen und sie durften das bestellen nach was sie Lust hatten. Elisabeth hat da gleich zugeschlagen und Pommes frites und einen Snickers-Milchshake mit Sahne und Eis bestellt. Pommes in Milchshake zu tauchen, kann etwas mehr dekadent sein? Eine herrliche Idee, findet jedenfalls meine Tochter. ♡

Wir gingen weiter durch die Stadt, in Richtung Tössebageriet auf Karlavägen 77, die ich schon lange besuchen wollte. Die Bäckerei wurde in den 1920er Jahren gegründet und liegt immer noch an der gleichen Stelle wie damals und hat gewisse Teile der ursprünglichen Einrichtung intakt.

Sie sind am meisten dafür bekannt, den „Semmelwrappen“ erfunden zu haben, den du hier ganz unten links sehen kannst. Man muss eine solche Initiative lieben! Ein tragbares Semla-Gebäck, das man unterwegs essen kann. Aber ich musste dieses Mal drauf verzichten zu probieren, weil ich meinem Neffen versprochen hatte, dass er etwas auswählen darf, weil er vor kurzem bei einem Radioquiz gewonnen hat.

Seine Wahl fiel auf die Tösse-Torte, einen Milchschokoladentraum mit Passionsfruchtcreme. Es wurde langsam dunkel auf Stockholms Straßen und wir trugen die Torte nach Hause in die Wohnung meines Bruders. Dort schauten wir uns die Vorrunde für das Melodifestivalen an, also wo man entscheidet wen Schweden dieses Jahr zum Eurovision Song Contest schickt.

Was wir am ersten Tag unserer Reise nach Stockholm gemacht haben findest du hier.

Wünsche dir einen schönen Freitag. ♡

Frohe Lucia ♡

Jedes Jahr, als ich klein war, bekam ich ein kleines solches Mitglied für meinen Lucia-Zug aus Ton von meiner Oma. Weiß nicht, ob ich es damals so sehr geschätzt habe, aber jetzt hat es einen Ehrenplatz hier zu Hause. Jedes Mal, wenn ich daran vorbeigehe, denke an Oma und all ihre Fürsorge für mich. Wir haben heute ein ruhiges und gemütliches Luciafest hier zu Hause, aber meine Versuche, die Kinder zu verkleiden waren vergeblich.

Ich muss mich damit begnügen mich an andere Lucia-Tage zu erinnern, als sie mehr interessiert waren. Schaut euch diesen niedlichen Haufen Lucia-Kinder an die mit uns im Jahr 2017 gefeiert haben. Sie waren da noch klein und stimmten allen meinen Ideen zu. ♡   

Lussebullar gehören zum Luciafest und heute haben wir die zweite Runde dieses Jahres gebacken, die bald bereit ist, aus dem Ofen zu kommen. Natürlich bekommt ihr das Rezept:

Zutaten
– 50 g Hefe
– 175 g Butter oder Margarine
– 2 Beutel Safran á 1/2 g
– 2 dl Zucker
– 5 dl Milch
– 0,5 TL
– Eine Brise Salz
– ca. 1,5 l Weizenmehl (1,5 l entspricht 900 g)
– Ei zum Einpinseln
– Rosinen
– (Perlzucker)

So geht’s:

  • Das Backfett (Butter oder Margarine) schmelzen.
  • Den Safran mit etwas Zucker in einem Mörtel mischen. Den Safran in das geschmolzene Backfett rühren. Die Milch dazugeben und mit einer Teiglöffel auf ca. 37°C leicht erhitzen.
  • Die Hefe in ein wenig der warmen Teigflüssigkeit verrühren. Die restliche Fast alles Weizenmehl dazugeben und den Teig für ca. 5 Minuten in der Küchenmaschine oder 10 Minuten von Hand kneten. Etwas Mehl über den Teig streuen und unter einem Backtuch für 30-45 Minuten gehen lassen.
  • Den Teig auf einer mit Mehl bestreuten Fläche auslegen. Den Rest des Mehls einkneten.
  • Lussekatter oder Zöpfe formen und auf ein Blech mit Backpapier legen. Nochmals für ca. 30-45 Minuten unter Küchentuch gehen lassen.
  • Den Ofen auf 200 °C vorheizen. 
  • Bestreichen und Garnieren: Mit geschlagenem Ei bestreichen und Rosinen eindrücken. Ich streue auch in der Regel etwas Perlzucker drauf, obwohl es nicht zum Originalrezept gehört.
  • Hefebrötchen in der Mitte des Ofens 8-10 Minuten und Zöpfe im unteren Teil des Ofens 15-20 Minuten bei 200 °C backen.

Gerne zusammen mit einem Glögg (Glühwein) genießen. Übrigens, unser Familienrezept für die Pfefferkuchenherze kommt in Kürze. Wünsche euch einen schönen dritten Advent. ♡

Endlich

Hallo zusammen! Und ein sehr verspätetes Gutes Neues 2021! Das Jahr hat intensiv begonnen, ich arbeite an einem neuen Buch, das in letzter Zeit meine ganze Kraft in Anspruch genommen hat und nichts für meinen armen Blog übrig gelassen hat. Aber genug darüber, warum schauen wir uns nicht an, wie wir es hier im Norden in letzter Zeit gehabt haben?

Dieses Jahr haben wir hier an der Westküste einen echten Winter gehabt, sonniger und schneereicher als seit Jahren! So wunderbar. Edward hat zum ersten Mal Wintersporte getestet…

… Eislaufen auf unserem gefrorenen kleinen See (zum Glück hat man nette Geschwister)…

… und Skier! Er war tapfer, aber etwas skeptisch gegenüber dem Konzept Skifahren.

Zu Hause im Garten wurde das ganze Graubraun in schönes Weiß eingebettet.

Und in Orust wurde unser süßes Häuschen noch süßer als sonst.

Das beste und lustigste Verkehrsmittel aller Zeiten, Spark (unser Tretschlitten)!

Sonne, Schnee und glückliche Kinder ist eine schwer zu schlagende Kombination. ♡ Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, so hören wir uns bald wieder!

#4: Was verbirgt sich hinter Fenster Nummer 4?

Ja, nämlich:

Erinnere dich an den besten Tag des Sommers.

Der Sommer 2020 war für uns und sicherlich auch für dich ganz anders als alle anderen. Wir waren immer am selben Ort und reisten überhaupt nirgendwo hin. Ich glaube, wir waren den ganzen Sommer nur einmal in der Stadt. Das einzige was wir vermissten, war nicht in der Lage zu sein um Marios Familie zu treffen, sonst hatten wir wirklich einen schönen und ruhigen Sommer mit Ozeanen voll mit Zeit zusammen. An einem der schönsten Sommertage hatten wir Besuch von guten Freunden und ich denke, es war eine besondere Sommererinnerung für uns alle.

Die Luft war lauwarm, nur eine leichte Brise, die in den Haaren spielte. Die Kinder haben den ganzen Tag nur gebadet.

Die beiden Kleinsten wollten im Sand eingegraben werden. ♡

Es war einer jener Tage, an dem alles stimmte. Das Essen war erfolgreich, der Gefrierschrank war voll mit Eis, alle waren glücklich. Wir saßen bis spät in die Nacht und sahen eine Sonne, die immer noch etwas wärmte, langsam über den Feldern untergehen. Es fühlt sich heute fast wie eine Utopie an, wenn die Sonne kurz nachdem sie aufgegangen ist wieder untergeht und man sich nicht in größeren Gruppen treffen kann. Dann ist es zumindest schön daran erinnert zu werden, dass es andere Zeiten gibt und dass es wieder Sommertage wie diesen geben wird.

An welchen Sommertag erinnerst du dich heute?

November…Novent?

Hej zusammen! Hoffe es geht euch gut! Heute, als ich ins Büro ging, war es wirklich November in jeder Ecke. Der kleine Marktplatz war grau, der Himmel war grau, die Bäume waren leer von Blättern und die Luft war mit einer seltsamen Mischung aus Nebel und Nieselregen gefüllt. Ich habe irgendwo gelesen, dass der November der Monat ist, den die Leute am wenigsten mögen. Persönlich finde ich Januar-Februar noch ein wenig schlimmer. Aber ein lustiger Begriff, den ich immer öfter höre, ist Novent. Habt ihr davon gehört? Bei Novent geht es darum, den November zu einer Art Vorgeschmack auf die Adventszeit zu machen, mit all der Gemütlichkeit die sie mit sich bringt. Ich werde das berücksichtigen! Besonders in diesem Jahr, das so schwer ist.

Ich möchte noch nicht ganz auf das Weihnachtsgefühl eingehen, aber es darf sich langsam anschleichen…

…wie in einer besonders schönen Tischdekoration an einem normalen, grauen Dienstag…

… mit einer wärmenden Suppe (hier eine Brokkoli-Suppe, die jeder bei uns zu Hause liebt), frisches Sauerteigbrot und Apfelmost dazu.

Fühlt sich besonders wichtig an, viel draußen zu sein und das klein wenig Tageslicht zu fangen, das wir haben…

…die Meeresbrise fühlen…

…und eine Kaffeepause machen mit wärmenden Getränken und hausgemachtem Gebäck.

Jeden Morgen ist es pechschwarz draußen, wenn ich aufsteht. Ich zünde Kerzen an, schalte das Radio bei geringer Lautstärke ein. Die Kinder liegen so friedlich und warm in ihre Bettdecken gesponnen, dass es sich fast unnatürlich anfühlt, sie aufzuwecken. Ich möchte, dass sie so weich und sanft wie möglich aufwachen. In den letzten Tagen habe ich für sie etwas Heißes zu trinken vorbereitet…

… Und brachte die Tasse und eine schnurrende Katze zu ihrem Bett und ließ sie dort aufwachen. 

Heute war es Hagebuttensuppe mit Sahne und kleinen Mandelkeksen. Dieses Getränk symbolisiert für mich so viel Geborgenheit und Kindheit.

Manche morgen werden natürlich nicht so. Wir laufen herum und suchen nach Dingen, die sie zur Schule bringen sollten, jemand ist zu langsam und ist immer noch auf der Toilette, während die anderen in der Halle warm gekleidet sind und frustriert stampfen. Aber wenn wir wie heute aufwachen, wird der ganze Morgen besser, jeder scheint ein wenig mehr bereit zu sein um den Tag anzugehen. Das wird unser Novent sein.

Alle Bilder in diesem Beitrag (mit Ausnahme des Beitragsbildes) sind von Gastfotografin Amanda Falkman. www.frknfalkman.se

#19: Zeit für ein Lesefenster

Das heutige Fenster enthält etwas am beruhigendsten, das ich kenne:

Lese jemandem vor.

Wenn du deinem Kind regelmäßig vorliest, verschaffst du ihm einen großen Vorsprung. Ein Kind, dem man in seiner Kindheit vorgelesen hat, hat im Alter von 17 Jahren ein Vokabular von etwa 50.000 Wörtern, im Vergleich zu 15.000 Wörtern für das Kind, das es nicht hat. Ein haarsträubender Unterschied also. Ich fand es eine so schöne Zeit mit den Kindern, jeden Abend, wenn ich für sie las. Da sie jetzt aber selbst lesen können, gibt es weniger Möglichkeiten dazu, was ich gerne ändern würde. Ich denke, wir können uns vor dem Schlafengehen eine Weile vorlesen, weil es so beruhigend und schön ist, sich auf etwas anderes als den Fernseher zu beschränken.

Es sind nicht nur Kinder, die es lieben dem Lesen zuzuhören. Als Mario gerade nach Schweden gekommen war, las er mir abends oft vor, um sein Schwedisch zu trainieren. Es war wahrscheinlich meine absolute Lieblingsmethode, um einzuschlafen, seine (damals) ein wenig seltsam ausgesprochenes, zaghaftes Schwedisch, das mich in den Schlaf wiegte.

Für wen kannst du heute Abend lesen? ♡

#15: Einfach oder schwierig?

Das heutige Fenster enthält eine Herausforderung, die meiner Meinung nach trotz ihrer Einfachheit etwas schwierig sein kann:

Wenn du oft viel Platz einnimmst gebe Platz, wenn du oft wenig Platz einnimmst nimm Platz.

So wie ich das sehe ist unsere Gesellschaft voller Aufrufe, dass man Platz einnehmen soll, sein Recht geltend machen soll und für sich selbst eintreten und standhaft bleiben soll. Als junges Mädchen wurde mir ständig gesagt, dass man sich gegen Jungen aufstellen muss, weil sie so lauthals sind und sich leichter tun ihren Zielen entgegen zu kämpfen. (Dies ist natürlich eine Verallgemeinerung, es gibt viele Beispiele, wo Frauen mehr Platz einnehmen.) Und das mag in vielen Fällen sicherlich der Fall sein, aber ich denke, man hat fünfzig Prozent der Lösung in dieser Argumentation vergessen. Damit jemand Platz einnehmen kann, muss jemand anderes Platz geben. Anstatt das Mädchen immer nur härter werden sollten, sollten wir uns nicht darauf konzentrieren den Jungs zu lehren mehr Platz zu geben und mehr zuzuhören? So denke ich zumindest mit meinen eigenen Kindern. Selbst als Erwachsener kann es sich lohnen, die eigene Rolle in verschiedenen Kontexten zu betrachten, vielleicht unterscheidet es sich?

In welchen Zusammenhängen kannst du mehr Platz geben? Und in welchen kannst du mehr Platz einnehmen? ♡

Wanderungen auf historischem Land

Jetzt sind wir zurück in der täglichen Routine, die Kinder sind in der Schule und ich bin wieder in meinem kleinen Büro. Lange Wochenende, Ferien und Feste zu Ehren, aber ich liebe den Alltag. Und zum Glück ist es so, denn diese Tage gibt es soviel mehr. Lange gemeinsame Ferien können, hm, eine Herausforderung sein, mit allen Kindern und ihren unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen. Wir haben herausgefunden, dass wir morgens so schnell wie möglich raus müssen um die Kinder physisch zu aktivieren, dann fließt der Tag besser.

Jenseits unseres kleinen Dorfplatzes befindet sich ein Hügel, mit einem Wanderweg rundum. Der ist genau das Richtige auch für Edwards kleine Beine. Das ganze Wetter, das hässlich und grau in der Stadt ist, wird schön in der Natur, finde ich. Die Natur kann nie hässlich sein, sie existiert einfach. Genau an diesem Tag, gleicht sie einem fließenden Aquarell.

Edward testete ob die Stiefel das Verkaufsversprechen wasserdicht einhalten.

Im 17. Jahrhundert lag unsere kleine Stadt auf diesem Hügel, und unter diesen moosigen Hügeln kocht es von Geschichte. 1658 begann ein Umzug der gesamten Stadt an seinen heutigen Standort. Um den Umzug vorwärts zu treiben hat man große Teile der Stadt einfach niedergebrannt. Doch gibt es immer noch die prächtige Festung aus dem 14. Jahrhundert, die hinter den Bäumen hervor schaut.

Wir haben weitergekämpft mit unseren Wanderungen und Spaziergängen. Am nächsten Tag schien endlich wieder mal die Sonne, zum ersten Mal seit Wochen fühlte es sich an. Gestern, als wir zur Schule gingen, sagte Julius: Endlich fängt die Schule an, keine Spaziergänge und keine Flohmärkte mehr die ganzen Tage. ♡

♡ ♡ ♡ Frohe Weihnachten ♡ ♡ ♡

Hier zu Hause haben wir den Rekord in Bezug auf Gemütlichkeit gebrochen, die ganze Familie hat die gleichen Pyjamas an (ein bisschen Nerd-Alarm, aber zumeist niedlich), die Kinder hüpfen vor lauter Erwartungen und wir Erwachsenen genießen, dass der Weihnachtsurlaub begann. Es riecht nach Fichte, Weihnachtskaffee, Hausgemachtes und der weihnachtliche Brei köchelt auf dem Herd. Bald werden wir uns schön kleiden und zu meinen Eltern fahren, um das traditionelle Weihnachten zu feiern, wenn auch in kleinerer Gesellschaft als gewöhnlich. Aber zuerst müssen wir etwas sehr Wichtiges tun…

…nämlich, darauf achten dass unser schwedische Tomte seine gute Stimmung behält. Für den amerikanischen ho-ho-ho-Santa Claus habe ich nicht viel übrig, nein hier zu Hause ist es der nordische kleine Tomte, ein Wichtel oder Heinzelmännchen, der zählt. Wenn sich die Leute gut zu ihm verhalten, wird er das Haus segnen und Glück bringen. Aber er kann auch mürrisch und geradezu böse sein, vor allem, wenn die Leute ihn vergessen. So heute haben wir eine große Schüssel Reisbrei für den kleinen Tomten draußen auf der Treppe bereit gestellt und hoffen, dass er damit zufrieden ist.

Ich wünsche euch allen einen wirklich schönen Heiligabend!

#1: Heute öffnen wir das erste Fenster!

Guten Morgen! So toll, dass ihr mich bei meinem Adventskalender begleiten möchtet. Hinter Fenster Nummer eins finden wir folgendes:

Schreibe drei Dinge auf, für die du dankbar bist.

Ich habe in meinem Leben von Zeit zu Zeit ein Dankbarkeitstagebuch geschrieben und weiß eigentlich nicht wirklich, warum ich es nicht immer tue. Es ist wie das Leben im Allgemeinen: Das worauf man sich konzentriert, wächst. Je mehr ich über Dankbarkeit nachdenke, desto dankbarer werde ich für das Leben, das ich bekommen habe. Gerade heute schreibe ich folgendes auf:

  1. Meine Familie, die mich sowohl sicher als auch stark fühlen lässt.
  2. Das gemütliche Weihnachtsgefühl, das sich langsam bei uns zu Hause einfindet.
  3. Eine Zeichnung, die ich von Edward bekommen habe. (Ein wackeliger, runder Ball den er, fast vor Stolz platzend, mir gab und fragte, ob ich ihn an die Wand hängen wollte.)

Was sind deine drei?

Wir hören uns morgen wieder. ♡

#9: Schalte den Bildschirm aus, schalte alles aus, was dich zersplittert und dein Herz kalt macht

Das heutige Fenster birgt eine echte Herausforderung:

Habe einen bildschirmfreien Abend.

Normalerweise landen wir auf der Couch vor dem Fernseher, wenn die Kinder eingeschlafen sind. Manchmal auch mit dem Handy oder im schlimmsten Fall dem Computer zusätzlich. Und natürlich ist es toll, in eine gut gemachte TV-Serie zu entfliehen und sich für eine Weile zu entspannen. Es gibt ja so viele gut produzierte Sendungen da draußen. Irgendwie hat der Fernseher das uralte Lagerfeuer ersetzt, etwas, um sich rundherum zu versammeln und gemeinsam an einer Geschichte zuzuhören. Aber wenn wir gleichzeitig, jeder für sich, die Arbeits-E-Mails liest oder Lebensmittel einkauft, wird es einfach ein bisschen … zersplittert.

Warum also nicht alle Bildschirme für einen Abend ausschalten? Kerzen anzünden, Brettspiele spielen, Tee trinken und ohne Ablenkungen miteinander reden. Lass dein Herz warm werden. ♡

#14: Ein hoffnungsvolles Fenster

Das Internet kann ein ziemlich dunkler Ort sein, wo anonyme Menschen wie Geier zuschlagen, bereit zu kritisieren und nieder zu drücken. Hoffentlich werden wir bald damit beginnen, das Internet mit der gewöhnlichen Welt gleichzusetzen, mit klareren Rechtsvorschriften und Konsequenzen für die die hassen und kränken. Aber ich habe auch so viel Wärme von den Menschen erfahren und bin so glücklich über all die schönen Dinge, die ihr mir schreibt, die mich hochheben und mich dazu bringen, weiter zu schreiben. Das heutige Fenster will mehr Liebe online verbreiten:

Schreibe etwas Hoffnungsvolles, Liebevolles oder Ermutigendes online.

Ich schicke etwas Linkliebe an Maria von Die Münchner Landpomeranze. Sie wirkt so cool, hat eine messerscharfe Sprache und einen Shop voller stilvoller Schreibprodukte mit eigenem Design.

Lasst uns das Internet heute zu einem helleren Platz machen! ♡

#20: Fenster zwanzig und das vierte Licht

Heute ist bereits der vierte Advent und nur noch zwei Werktage, bis wir unsere Weihnachtsferien haben. In diesem Jahr gibt es viele, die Weihnachten nicht zusammen mit ihren Lieben feiern können, weil es ein besonderes Jahr ist. Aber für andere fehlt immer jemand zu Weihnachten. Das heutige Fenster ist für diejenigen, die nicht mehr bei uns sind:

Wenn du die vier Kerzen anzündest, zünde jede für jemanden an, den du vermisst.

Eine meiner Kerzen wird für meinen Onkel sein, der viel zu jung gestorben ist. Ich liebte es, als Kind bei ihm zu sein, weil er selbst wie ein Kind war, nur größer und geborgener. Es war ungefähr so als wäre man mit Pippi Langstrumpf zusammen, er dachte, wir könnten auf den Tisch malen und in den Kronleuchtern hängen. Er flüsterte mir während den Familienessen kleine Streiche und Ideen zu, denen ich mit Freude und großen Augen folgte. Einmal zu Weihnachten, zum Beispiel, tauchte er schleimige Fischbällchen in Schokolade und bot sie als Pralinen an und es gibt tausend andere solcher Geschichten. Es ist so traurig, dass er seine Enkelkinder nie erlebt hat, weil ich weiß, dass er der beste Großvater der Welt geworden wäre. ♡

Für welche Personen zündest du heute die vier Kerzen an?

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