Weihnachten in Liseberg

Jedes Jahr zu Weihnachten fahren wir nach Liseberg und essen „Julbord“ (Weihnachtstisch) mit der ganzen Familie meiner Seite. Leider konnten mein Bruder mit Familie in diesem Jahr nicht dabei sein, so dass es ein kleiner Kreis mit meinen Eltern und uns wurde. Liseberg ist ein wunderschöner Vergnügungspark aus den 1920er Jahren, eine wahre Oase mitten in der Innenstadt von Göteborg. Zu Weihnachten ist es besonders schön, wenn der ganze Park bis zu den Zähnen mit Lichtern, frostigen Tannen und vielen Marktständen mit Weihnachtlichen Waren geschmückt ist. Wenn man hier nicht in Weihnachtsstimmung kommt, mit all den wärmenden Lagerfeuern und dem Geruch von Glühwein und gebrannten Mandeln, tut man es wahrscheinlich nie. Die Kinder wollten sofort auf den Schokoladenglücksrädern spielen, als wir in den Park kamen, ein Unterfangen das normalerweise mit weinen und verspieltem Geld endet. Aber da sie ihr eigenes Taschengeld hatten, ließen wir sie machen. Diesmal hatten sie ganz unwahrscheinliches Glück, gewannen bei jedem Glücksrad und bekamen Hybris.

Sogar der Großvater freute sich wie ein Kind über die riesige Schokoladenschachtel.

Mit dem Kinderwagen vollgepackt mit Preisen ging es weiter durch den Park. Diese Laternen fand ich so schön. Denk dir sie zu Hause im Garten zu haben!

Bald war es Zeit für das Weihnachtsessen. Ich bin draufgekommen, dass ich das Mittagessen heute wegen dem Fahren zwischen verschiedenen Kinderfesten verpasst habe, daher das müde und ein wenig hungrig-wütende Gesicht.

So kamen wir im Restaurant Hamnkrogen an, das sich in Lisebergs kleinem, stimmungsvollen Hafen befindet.

Bevor wir hineingingen, habe ich versucht, ein Foto für die diesjährige Weihnachtskarte aller drei Kinder zu machen. Es ging so lala. Im Hintergrund ist übrigens die Polketten-Tanzbahn zu sehen, wo sich meine Großmutter und mein Großvater an einem Sommerabend Ende der 1940er Jahre trafen. ♡

Jetzt waren wir in der Wärme und bekamen einen guten Tisch in der Nähe des Buffets. In Schweden ist „Julbord“ ein Begriff, wie ein Smör­gås­bord mit all dem Essen, das wir mit Weihnachten verbinden. Habe leider keine Bilder vom eigentlichen Essen, denn ich war damit beschäftigt, den Kindern zu helfen und selbst zu essen. Auf jeden Fall essen die meisten Schweden jedes Jahr etwa die gleichen Gerichte und der Weihnachtstisch (Julbord) sieht schon lange gleich aus. Es ist etwas Schönes daran, denke ich, das Essen verbindet uns mit früheren Generationen. Obwohl einiges weggefallen ist und etwas anderes hinzugefügt wurde, bin ich überzeugt, dass die Mutter meiner Großmutter den heutigen Julbord wiederkennen würde. Und meine kleine Tochter, die 115 Jahre nach ihr geboren wurde, weiß auch genau, welche Gerichte zu Weihnachten gehören.

Als wir wieder draußen waren durchsuchte Elisabeth ihre Tasche, um zu sehen, ob es noch ein wenig mehr Geld zum verpulvern gab…

…und das hat es natürlich getan. Die Wahl fiel auf eine dieser Maschinen, wo man versuchen sollte, ein ausgestopftes Tier mit einer Metallkralle zu fischen. Es muss wirklich ein Glückstag gewesen sein. Gegen alle Gesetze der Natur und trotz all meiner Versuche ihnen abzuraten, gelang es den Kindern, die kleine Paillettenmaus, die sie anstrebten, hochzuziehen. Etwas, das ungefähr alle tausend Jahre mal passiert. Schwer das Glück mit der Paillettenmaus zu toppen, gingen wir nach Hause, gesättigt und müde, aber glücklich. Nächste Weihnachten sind wir natürlich wieder da. 🎄

Das Licht das nie erlöscht und die Mittsommerstange

Jetzt nähern wir uns der Sommersonnenwende und die Nacht ist im ganzen Land hell. Nirgendwo in Schweden wird es jetzt in den nächtlichen Stunden dunkel, nur eine leichte Dämmerung, die schnell in die Morgendämmerung übergeht. Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite, nichts hat Zeit gehabt um zu verwelken, es blüht und gedeiht einfach überall. Ich bin immer wieder fasziniert von der unglaublichen Triebkraft der Natur in dieser Jahreszeit. Und jetzt, in diesem wolligen Sommer, ist es natürlich Zeit Mittsommer zu feiern, unseren größten Feiertag (mit Ausnahme von Weihnachten). Wie viele unserer Feiertage, ist es eine Mischung aus verschiedenen Traditionen. Die ursprüngliche Funktion als Kirchenfest ist nun fast vollständig verschwunden. Unsere Bräuche leiten sich von den Feiern der Bauerngesellschaft ab, die das Wachstum und einen der Wendpunkte des Jahres für die harte Arbeit feierten. Die blühende Mittsommerstange und die Blumenkränze im Haar sind wichtige Symbole für die Pracht der Natur. (Und die Mittsommerstange ist kein Fallus-Symbol, obwohl dieser Mythos immer noch im Überfluss vorhanden ist).

Hier feiern meine Mama und ich Mittsommer 1989. ♡ Finde, dass ihre Baumwollbluse mit der feinen Stickerei gerade jetzt dreißig Jahre später genau richtig ist. Könnte von jeder beliebigen coolen, dänischen Marke sein. Und auf mein Kleid, das meine Tante in London gekauft hatte, war ich so stolz. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass es sich um ein traditionelles englisches Kom­mu­ni­on­kleid handelt, das sie ergattert hatte, aber wir hatten damals keine Ahnung.

Solange ich mich erinnern kann, haben wir jedes Jahr traditionelle Feiern mit vielen Menschen besucht, bei denen jeder um eine Mittsommerstange tanzte. Seit Mario ins Bild kam, steht er meist an der Seite, halb amüsiert und halb entsetzt, wenn die Kinder und ich um die blumengeschmückte Stange tanzen und kindische Lieder singen.

Aber wenn das Akkordeon beginnt und die Lieder aus meiner Kindheit gespielt werden, bin ich immer so glücklich, dass meine Kinder das Gleiche erleben wie als Kind. In diesem Jahr wird es natürlich keine öffentliche Feierlichkeiten geben, aber wir planen, unsere eigene Stange im Garten zu machen und herumzutanzen. Wer von mir und den Kindern am meisten enthusiastisch sein wird, lasse ich unausgesprochen. Aber ich werde mit einem Fotobeweis auf das zurückkommen.

Ich dachte, wir machen mit dem Mittsommer-Thema die ganze Woche weiter. Ich hoffe, ihr wollt mehr? Die Mittsommernacht galt einst als eine Nacht voller magischer Kräfte und übernatürlicher Wesen und Spuren dieser Gedanken gibt immer noch in unserer Zeit. Aber mehr dazu etwas später! Und dann wird es natürlich mehr Essen geben, denn das Mittsommeressen ist wirklich so gut und schön. Wir hören uns, macht’s gut. ♡

Die beste Art von Quarantäneaktivität mit (oder ohne) Kinder

Hej und hallo! Wie war eure Woche? Ihr seid einige die lesen, aber ich weiß so wenig über euch. Fühl dich frei, einen kleinen Kommentar oder eine persönliche Nachricht zu hinterlassen und erzähl mir wer du bist. Nur eine kurze Meldung, woher kommst du? Was machst du heute? Wie hat sich deine Welt in diesem Frühling verändert? Wäre so toll zu wissen! ♡

Letzte Woche war es ziemlich regnerisch, grau und trostlos hier an der Westküste, aber es gab ein paar Lichtschimmer, wie zum Beispiel der diesjährige große Eis-Test aller Neuigkeiten! Es gilt nämlich vorbereitet zu sein, wenn die warmen Sommertage kommen, sodass man nicht riskiert die falsche Eis-Sorte zu wählen. Der Test selbst fand an einem lauwarmen Abend in unserem Garten statt. Die Kinder hatten mit Fahnengirlanden den Garten geschmückt und die Stimmung war feierlich und ernst. Alle fühlten die schwere Verantwortung, den richtigen Sieger zu krönen.

Wir hatten mehrere Stücke aller sechs Eis-Neuigkeiten des Jahres gekauft und in kleine Stücke geteilt.

Trotz des hellen Frühlingsabends hatten die Kinder die Disco-Lampe eingeschaltet, um die Stimmung zu maximieren.

Alle mussten eine Bewertung zwischen 1-10 für jedes Eis setzen. Einige mussten mehrmals probieren, um ein endgültiges Urteil fällen zu können. Der diesjährigen Gewinner in der Kategorie Kinder und Erwachsene wurde *Fanfare* Magnum Salted Caramel & Glazed Almonds.

Eine echte 10-von-10-Aktivität für die ganze Familie. Ich bin davon überzeugt, dass es eine Tradition vor jedem Sommer sein wird.

Wünsche euch einen schönen Start in die Woche! Wir hören uns morgen. ♡

Eiersuche beim schönen Schloss Tjolöholm

Während der Osterwoche fuhren wir nach Kungsbacka zum Schloss Tjolöholm, ein Platz zu dem wir oft zurückkehren. Der ganze Ort ist wirklich eine Bombe der Inspiration und ich finde jedes Mal etwas Neues, das mich fasziniert. Das Schloss wurde 1904 fertiggestellt, ist im Tudorstil erbaut und die führende Arts and Crafts-Eintrichtung der nordischen Region. Während das Schloss gebaut wurde, starb der Baumeister, was dazu führte, dass seine Frau Blanche Dickson das Kommando übernahm. Sie vervollständigte das gesamte Gebäude, den fantastischen Schlosspark und ein eigenes kleines Dorf für die Arbeiter des Schlosses.

So schön durften die Familien, die für Blanche arbeiteten wohnen. Blanche hatte ein großes soziales Engagement und den Familien wurden sowohl Gesundheits- als auch Pensionsansprüche gewährt, was damals ungewöhnlich war. Jedes im Bauerndorf geborene Kind bekam sein eigenes Sparbuch mit einem kleinen Kapital darauf und die Arbeiter betrieben ihr eigenes Lebensmittelgeschäft, in dem sie alle einen Teil des Gewinnes teilten.

Rund um das Dorf und das Schloss gibt es schöne kleine Naturpfade, die perfekt sind, um dort mit der Familie zu spazieren. Normalerweise gibt es hier zu Ostern ein großes Fest, die Kinder treffen den Osterhasen und die Restaurants sind in der Regel voll von Menschen. Das meiste davon wurde in diesem Jahr natürlich eingestellt, mit Ausnahme der Eiersuche, auf die sich unsere Kinder am meisten freuen. Man wählt den Schwierigkeitsgrad…

… bekommt eine Karte und macht sich auf den Weg.

Jedes Ei enthält einen Buchstaben und zusammen bilden sie ein Wort. Dieses Ei war gut getarnt gegen den klaren Aprilhimmel. Hier siehst du auch Tjolöholms schöne Kirche, die Blanche erbauen ließ, damit die Arbeiter sonntags nicht so weit gehen mussten.

Als die Hälfte der Eier gefunden wurde, brauchten wir eine Pause. Wir fanden einen schönen windgeschützten Platz außerhalb des Versammlungsraums des Dorfes, wo man damals Feste und Veranstaltungen feierte.

Wir packten mitgebrachte Zimtschnecken, Saft und Kaffee aus.

Julius hatte jedoch nicht viel Zeit zum Ausruhen, sondern studierte die Karte sorgfältig, um den richtigen Weg zum nächsten Ei zu finden.

Bevor wir das schöne Häuschen verließen, nutzten Elisabeth und Edward die Gelegenheit, die große Eiche zu erklimmen.

Wir setzten unsere Wanderung fort und erreichten schließlich das fantastischen Haus des Torwächters. Das Häuschen sieht wirklich aus wie aus einem Märchen und hier lebte der Kutscher und Pförtner des Schlosses mit seiner Familie.

Genau wie die Hütten im Bauerndorf kann man dieses Wächterhaus für Übernachtungen mieten. Was für ein Traum!

Das war alles mit unseren Besuch für dieses Mal, aber wir kommen wieder, sei so sicher. ♡

Unser Osterfest in Bildern

Ostern eilte einfach vorbei und ich hatte keine Zeit, über irgendetwas in Echtzeit zu bloggen, solange die Kinder Ferien hatten. Ihr müsst euch also mit einem etwas verzögerten Ostern aus Schweden begnügen. Jetzt sind die Kinder wieder in der Schule und es fühlt sich an, als gäbe es Ozeane voll mit Zeit. Bereitet euch auf eine laaange Bilderserie vor, um alles nachzuholen, was wir verpasst haben!

Trotz den gegebenen Umständen hatten wir einen sehr schönen Osterurlaub. Das Haus war ordentlich und sauber geputzt (zumindest für ein paar Stunden) und Osterdekoriert.

Es ist, als ob das Wetter für die ganze Düsternis kompensieren will und wir haben Tag für Tag strahlende Sonne gehabt. Wir waren so viel wie möglich draußen.

Wenn man unsere alte Straße entlang radelt und über einen Kamm kommt, ist man plötzlich auf dem Land. Hier hat man einen schönen Blick auf den Nordre Älv (den nördlichen Fluss) und es riecht nach Kuhscheiße und Frühlingswind.

Wir hielten auf halbem Weg für Flüssigkeitskontrolle und Versteckspiel an.

Einige fanden bessere Verstecke als andere.

Edward landete mitten auf dem Innenhof eines großen Bauernhauses und hatte Schwierigkeiten ein Versteck zu finden, die gelbe Jacke verursachte ein weiteres Problem.

Wir machten auch lange Wanderungen im Wald…

…mit Ausnahme eines bestimmten Familienmitglieds, das als Trittbrettfahrer unterwegs war.

Die Sonne schien weiter…

… Julius kam vom Fußballtraining nach Hause.

Und wurde von Edward empfangen, der bereits jetzt von Fußball besessen ist. Ball spielen! Ball spielen! Ruft er, sobald er etwas rundes sieht.

Die Kinder haben Eier bemalt.

Einige gingen ernsthafter an die Aufgabe heran als andere. ♡

Wir verbrachten mehrere Tage bei unserer Hütte auf Orust. Gegrillt, Pferde begrüßt und die perfekte Haustür gekauft.

Ist sie nicht wunderschön? Ich schätze etwa einhundertzwanzig Jahre alt.

Die Kinder bauten unter großer Aufregung und mit fieberhaftem Engagement eine Vogelscheuche für das Gemüseland. Sie wurde Pettson (Pettersson) genannt.

Julius und ich schraubten gemeinsam einen neuen Gartenbank zusammen.

Finde dass die grüne Farbe so schön geworden ist vor dem roten Hintergrund. Hier in der besten Art und Weise dekoriert, mit einer ganzen Menge netter, fröhlicher Kinder.

Natürlich haben wir auch eine Menge Gutes gegessen. Es ging in der Regel so rasch, dass ich keine Zeit hatte zu dokumentieren.

Hier sieht man zumindest die Hälfte meines griechischen Eierbrotes, das in diesem Jahr sehr erfolgreich geworden ist. Eine festliche Sache zu Ostern, man drückt rohe Eier rein, die im Brot mitgebacken werden. Ich muss wohl nächstes Jahr mit dem Rezept kommen 🙂

Süßigkeiten gehören zu Ostern. Ich habe zähe, saure Apfelbänder für die Kinder gemacht… (Aber genauso gut für Erwachsene)

Und hausgemachte Raffaellos zum Kaffee. Ich komme bald mit dem Rezept, weil diese müsst ihr einfach probieren!

Edward brach am Osterwochenende eine Art Süße-Rekord. Hier hat er einem müden Morre seine Schmusedecke angeboten, mit der er immer schläft.

Und hier hat er seine feinste hausgemachte Strickjacke angezogen, bereit einen weiteren freien und sonnigen Tag zu begegnen. Das war unser Ostern, einen kleinen Ausflug zu meinem Lieblingsschloss hatten wir auch noch geschafft, aber wir müssen an einem anderen Tag darauf zurückkommen. Achtet auf euch. ♡

Die erste Juniwoche in Bildern

Die Welt steht in Flammen, sowohl mit der Pandemie als auch mit dem verzweifelten Kampf gegen Rassismus und für etwas so Grundlegendes wie das Recht zu leben. Wir diskutieren natürlich das was geschieht, versuchen es zu verstehen und den Kinder zu erklären. Wie privilegiert wir sind, wir, die mit dem offensichtlichen Recht zum Existieren geboren wurden und die selten oder vielleicht nie mit Skepsis und Misstrauen begegnet werden, von Menschen die wir nicht kennen, einfach weil wir aussehen wie wir aussehen. Die Kinder hinterfragen das alles sehr. Sie haben Freunde aus der ganzen Welt, wäre einer von ihnen weniger wert? Es ist ein absurder Gedanke, den sie nie zuvor gedacht haben.

Gleichzeitig geht unser tuckerndes Leben im Kleinen hier in der Kleinstadt weiter. Es war eine Woche mit warmem Sommerwetter und wir haben uns die Zeit genommen, nach der Schule zu unserem kleinen Badesee zu fahren. Zu dieser Jahreszeit bekommen wir so viele Extrastunden hier oben, die Sonne will nie untergehen und alles ist möglich. Ich habe eine Pie gebacken, die wir mitgebracht haben, und das Abendessen wurde mit einem glitzernden Sommersee als Kulisse eingenommen.

Edward, der zuvor sehr abwartend auf Wasser reagiert hatte, genoss es, in das laue Wasser zu tauchen. Es war so viel wärmer als im Meer auf Orust, er hatte sogar Zeit, über andere Dinge nachzudenken, wie zum Beispiel ob der Schnuller fließen kann.

Mir ist sogar etwas gelungen, was ich für unmöglich hielt. Nämlich, mein Kleinster bekam ich zum Friseur. Ich habe bis aufs Letzte gewartet, um seine langen Haare zu schneiden, weil es doch so niedlich mit lockigen Jungs ist. Aber zuletzt war es vor allem ein verworrenes Vogelnest, das nie ausgekämmt werden konnte. Er war traurig, direkt als wir in den Salon kamen, aber mit Hilfe von Pippi im Handy und dass Elisabeth ihm ständig Schokoladenpralinen fütterte, so gelang es uns. Und er wurde so niedlich und plötzlich so groß.

Danach gingen wir zu seinem Lieblingsplatz und schauten uns die Lämmer an. Den ganzen Tag sah er mich von Zeit zu Zeit an und sagte „Haar schneiden“ oder „Friseur“, als ob er verarbeiten würde, was er durchgemacht hatte. Im Kindergarten am nächsten Tag fragte ein Kind in seiner Gruppe, wer der neue Junge sei.

Elisabeth hat mit ihrem Chor Abschluss gehabt und wir waren alle vor Ort, um das Konzert zu hören. Es hat etwas, mit spröden Kinderstimmen, die Lieder über den Sommer singen, die das ganze Herz erfüllt.

Sogar die schelmischen Brüder waren für einen Augenblick still und hörten zu.

Um dort zu enden, wo die Woche begann, war am vergangenen Sonntag Muttertag hier in Schweden. Mario war morgens nicht zu Hause, aber ich hörte, wie die großen Kinder schon um vor Sieben auf waren und in der Küche klapperten. Nach einer sehr langen Zeit, ging die Schlafzimmertür langsam auf und herein kamen die Kinder dieses Tablett tragend. So sorgfältig und schön arrangiert, sie hatten es sogar geschafft, guten (!) Kaffee zu brauen. Ich platzte fast vor Stolz. Edward wachte mit einem leicht überraschten Ausdruck auf, fand sich aber schnell wieder und begann, ein Geburtstagslied zu singen.

Damit wünsche ich dir einen schönen und sonnigen Freitag. ♡

Endlich

Hallo zusammen! Und ein sehr verspätetes Gutes Neues 2021! Das Jahr hat intensiv begonnen, ich arbeite an einem neuen Buch, das in letzter Zeit meine ganze Kraft in Anspruch genommen hat und nichts für meinen armen Blog übrig gelassen hat. Aber genug darüber, warum schauen wir uns nicht an, wie wir es hier im Norden in letzter Zeit gehabt haben?

Dieses Jahr haben wir hier an der Westküste einen echten Winter gehabt, sonniger und schneereicher als seit Jahren! So wunderbar. Edward hat zum ersten Mal Wintersporte getestet…

… Eislaufen auf unserem gefrorenen kleinen See (zum Glück hat man nette Geschwister)…

… und Skier! Er war tapfer, aber etwas skeptisch gegenüber dem Konzept Skifahren.

Zu Hause im Garten wurde das ganze Graubraun in schönes Weiß eingebettet.

Und in Orust wurde unser süßes Häuschen noch süßer als sonst.

Das beste und lustigste Verkehrsmittel aller Zeiten, Spark (unser Tretschlitten)!

Sonne, Schnee und glückliche Kinder ist eine schwer zu schlagende Kombination. ♡ Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, so hören wir uns bald wieder!

Veganes Eis aus Gemüse (oder wie man Kindern etwas gesundes unterjubelt, Teil 2)

Bei uns rutscht in den Sommermonaten das eine und andere Eis runter und das ist wunderbar. Aber manchmal möchte man vielleicht die Zucker- und Sahnebasis gegen etwas Frischeres austauschen? Und wenn man die Kinder auch noch dazu bringen kann, etwas zu essen, das sie „hassen“, macht es noch mehr Spaß. Hier kommt eines meiner bösartigeren Experimente: Eis aus grünen Erbsen. Klingt nicht sehr gut, ist es aber tatsächlich. Wirklich gut sogar!

Hier kommt das einfache Rezept für vier Portionen:
– 4 Bananen, gefroren und in Scheiben geschnitten
– 1 dl frische Minze
– 250 g gefrorene Erbsen
– 1/2 Limette (Saft)
– 2 EL Agavensirup

(Ich nahm auch eine Messerspitze Lakritzpulver, weil ich Lakritze liebe, aber das ist eine Frage des Geschmacks.)

Und die Kinder? Ja, die gingen direkt in die Falle! Und aßen mehr Erbsen als sie insgesamt in diesem Jahr getan haben. Wünsch euch ’nen schönen Freitag! ♡

Mit dem Partner zusammen arbeiten

Mario und ich haben sieben Jahre lang zusammen gearbeitet, zunächst als Einzelunternehmen und jetzt als Aktiengesellschaft. Mit seinem Partner zusammen zu arbeiten ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber für uns funktioniert es in der Regel sehr gut. Der Nachteil ist, dass man finanziell mehr exponiert sein kann, weil keiner von uns einen normalen Gehalt mit einem sicheren Einkommen hat. Bisher hat es gut funktioniert, aber mein bester Tipp als Selbständige ist eine gute Versicherung, die bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit abdeckt. Natürlich gibt es Abende, nach dem die Kinder im Bett sind, wo wir arbeiten und auch manchmal am Wochenende um eine Deadline einzuhalten.

Aber es gibt viele und vielfältige Vorteile. Wir beide lieben es, zur Arbeit zu gehen, und ich habe nie Sonntagsangst, die ich haben konnte als ich noch angestellt war. Ich liebe die Freiheit über meine Zeit selbst zu verfügen, und auch wenn ich es nicht tue, könnte ich mir frei nehmen, wann immer ich wollte. Diese Illusion, selbst zu bestimmen, ist erstaunlich. Seitdem hat es uns das Familienleben enorm erleichtert. Wir hatten relativ kurze Tage im Kindergarten und konnten die Kinder an sonnigen Tagen früher abholen. Oder wie in dieser Woche, als wir die Verstärkung eines leicht erkälteten Edward im Home Office hatten. Wenn die Kinder zu Hause sein müssen, gibt es keine Diskussionen darüber, wer zu Hause bleiben soll. Sie müssen einfach bei uns bei der Arbeit sein und wir kümmern uns abwechselnd um sie.

Sundsby Säteri und unser neues Familienmitglied

Wenn wir nach Orust fahren, passieren wir die Nachbarinsel Tjörn, wo es so viele schöne Orte zu entdecken gibt. Ein Ort, zu dem wir immer wieder zurückkehren, ist Sundsby Säteri, ein wunderschönes Landgut und Bauernhof mit zugehörigem Park inmitten von Bergen, Laubwäldern und Meeresbuchten.

Der Hof stammt aus dem 16. Jahrhundert und der atemberaubende Gemüsegarten ist erhalten und wird nach traditionellen Methoden geführt.

Ich glaube, ich habe vergessen, euch unser neuestes Familienmitglied vorzustellen. Jedenfalls ist hier Silber, Elisabeths Zwergwidder-Kaninchen, das in diesem Sommer bei uns eingezogen ist. Er lebt zusammen mit seinem Bruder, um den sich Elisabeths Freundin kümmert. Wirklich schön, dass die Mädchen die Tiere zusammen haben und das Stallputzen und Aufpassen untereinander aufteilen können.

Hier im Küchengarten waren sie im Himmelreich und liefen herum, probierten Kohlreste, Salat und gruben Karotten aus.

Ein Teil des Pflanzenbaues war für die Kinder gedacht, wo sie frei pflücken und probieren durften. Das wurde auch vom kleinen Mann geschätzt, der das Meiste was er finden konnte testete…

Elisabeth fand eine Bohne, die zur Jacke passte…

Es gibt viel Schönes für die Kinder, einen Naturspielplatz, spannende Wanderwege und diesen Karpfensee.

Nach dem wir Gemüse gepflückt und einen Kaninchenspaziergang gemacht hatten, wurden wir hungrig, also öffnete Edward das kleine Tor zur Außenterrasse des Cafés.

Sie hatten wirklich ein gutes, Corona-angepasstes System gemacht, bei dem man eine Nummer nahm und der Reihe nach aufgerufen wurde um rein zu gehen um zu bestellen.

Die Kinder haben bei Köttbullar zugeschlagen…

…und wir bestellten zwei Salate mit Grünem aus dem Küchengarten.

Bevor wir weiterfuhren, gingen Edward und ich in den kleinen Blumenladen. Er ist völlig unbemannt und man schreibt einfach auf einen Zettel, was man gekauft hat! Ich liebe dieses Vertrauen an die Menschen.

Edward und ich haben einige Frühlingszwiebeln herausgesucht, die er sorgfältig nach Orust mitnahm. Jetzt sind sie im Boden begraben und warten auf den Frühling. Hoffentlich sieht die Welt dann etwas heller aus. ♡

König Edward hält Hof

Unser jüngster, Edward, ist 5,5 bzw. 7 Jahre jünger als seine großen Geschwister. Diese Momentaufnahme von gestern ist typisch für das erhabene Leben, das er lebt. Seine Geschwister lieben ihn wirklich und sie machen alles, um den kleinen König bei guter Laune zu halten. Hier haben sie einen „Thron“ aus Kissen angeordnet und ihm sein Lieblingsfrühstück serviert, Joghurt und Omas hausgemachte Himbeermarmelade, auf einem kleinen Holztablett. Und haben ihm den Fernseher eingeschaltet, natürlich mit seiner Lieblingssendung Pippi Langstrumpf. Edward ist nicht besonders beeindruckt oder dankbar, sondern findet das Ganze vollkommen angemessen. Wo wird das alles Enden, kann man sich fragen?

Wanderungen auf historischem Land

Jetzt sind wir zurück in der täglichen Routine, die Kinder sind in der Schule und ich bin wieder in meinem kleinen Büro. Lange Wochenende, Ferien und Feste zu Ehren, aber ich liebe den Alltag. Und zum Glück ist es so, denn diese Tage gibt es soviel mehr. Lange gemeinsame Ferien können, hm, eine Herausforderung sein, mit allen Kindern und ihren unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen. Wir haben herausgefunden, dass wir morgens so schnell wie möglich raus müssen um die Kinder physisch zu aktivieren, dann fließt der Tag besser.

Jenseits unseres kleinen Dorfplatzes befindet sich ein Hügel, mit einem Wanderweg rundum. Der ist genau das Richtige auch für Edwards kleine Beine. Das ganze Wetter, das hässlich und grau in der Stadt ist, wird schön in der Natur, finde ich. Die Natur kann nie hässlich sein, sie existiert einfach. Genau an diesem Tag, gleicht sie einem fließenden Aquarell.

Edward testete ob die Stiefel das Verkaufsversprechen wasserdicht einhalten.

Im 17. Jahrhundert lag unsere kleine Stadt auf diesem Hügel, und unter diesen moosigen Hügeln kocht es von Geschichte. 1658 begann ein Umzug der gesamten Stadt an seinen heutigen Standort. Um den Umzug vorwärts zu treiben hat man große Teile der Stadt einfach niedergebrannt. Doch gibt es immer noch die prächtige Festung aus dem 14. Jahrhundert, die hinter den Bäumen hervor schaut.

Wir haben weitergekämpft mit unseren Wanderungen und Spaziergängen. Am nächsten Tag schien endlich wieder mal die Sonne, zum ersten Mal seit Wochen fühlte es sich an. Gestern, als wir zur Schule gingen, sagte Julius: Endlich fängt die Schule an, keine Spaziergänge und keine Flohmärkte mehr die ganzen Tage. ♡

Historische Frauen: Siri Sundström

Eine Hebamme in den Bergen

In Zeiten wie diesen kann es doch passen mit einem kleinen medizinischen Thema bei unseren historischen Frauen? Darf ich vorstellen Siri Sundström, 1892-1976, eine Pionierin in einem Beruf, für den ich große Bewunderung habe, nämlich Hebamme. Siri wuchs auf einem Bauernhof weit oben in den Bergen Lapplands in Schwedens nördlichster Provinz auf. Als sie 22 Jahre alt war, beendete sie ihre Hebammenausbildung in Stockholm und ging wieder nach Hause, um ihren neuen Beruf in ihrer Heimatregion auszuüben.

Sie war die erste professionelle Geburtshelferin in Lappland und zu jeder Tageszeit konnte das Telefon klingeln mit der Ankündigung, dass ein Kind geboren werden würde. Sie arbeitete unter extremen Bedingungen, wenn sie Glück hatte wurde sie mit einem Pferd abgeholt oder durfte auf dem Schlitten von einem Rentier gezogen werden, um die entbindende Frau zu erreichen. Andere Male musste sie auf Skier durch kilometerlange Wälder in beißender Kälte laufen und sich einen Weg bahnen. Oft musste sie mehrere Tage bei der neuen Mutter bleiben, um Sicherheit rund um das Neugeborene und den Rest der Familie zu schaffen. Siri beschrieb die miserablen Bedingungen, die sie oft in den Hütten erwarteten. Manchmal gab es keine Kleider für das Baby oder keine Laken in den Betten.

Siri musste mit dem Hacken und Tragen von Brennholz beginnen, um Wasser zu erhitzen und den Raum zu reinigen, in dem die Geburt stattfinden würde. Gestern in den Nachrichten hörte ich, wie schwedisches Krankenpflegepersonal sich Sorgen machte, dass Einwegschürzen in Schweden knapp werden. Siris Geschichte relativiert die Dinge wirklich.

Etwas später in ihrer Karriere war Siri an der Eröffnung eines Entbindungsheim im Krankenhaus in ihrem Heimatdorf beteiligt und nun war sie es, die mit Pferd und Kutsche hinausging, um die Frauen abzuholen, die entbinden sollten. Siri kämpfte ihr ganzes Leben lang dafür, dass Frauen sicherere Geburten und mehr Hilfe bei der Betreuung ihrer Kinder hatten. Sie half über 3.000 Kindern in die Welt.

„Kein Reichtum der Welt kann sich mit der Freude messen, die ich nach einer komplizierten Geburt mit glücklichem Ausgang empfunden habe.“

Siri Sundström

Bilder: TT/Lennart Nilsson

Tag 1 in Stockholm: Skansen

Letzten Freitag, als wir in Stockholm aus dem Zug stiegen, wurden wir von der Hauptstadt begrüßt, die buchstäblich von der Sonne durchdrungen und so frostig schön war, dass man nur vor der Schönheit der Stadt resignieren konnte. Stockholm war nie wirklich meine Stadt. Eher wie diese beliebte Clique in der Schule, der man nie wirklich angehören durfte, aber im Heimlichen bewunderte. Aber am vergangenen Freitag lud Stockholm zum Tanzen ein und ließ uns dabei sein. Die Kinder und ich kamen zur Mittagszeit an und sollten selbst zurechtkommen bis mein Bruder von seiner Arbeit kam. Es macht mich immer ein bisschen nervös, weil ich es so gewohnt bin, einen Begleiter durch Stockholms geschäftige U-Bahn-System zu haben. Aber wir hatten wirklich Glück und fanden die Straßenbahnlinie Nummer 7 direkt und begaben uns in Richtung Stadtteil und Halbinsel Djurgården und unser Ziel, Skansen.

Skansen ist ein Freilichtmuseum über die Geschichte Schwedens. Hier gibt es Gebäude aus verschiedenen Epochen die aus dem ganzen Land geholt wurden. Es gibt auch nordische Tiere wie Elche, Bären, Wölfe und Luchse. Es ist wie eine kleine Miniwelt aus einem vergangenen Schweden und absolut wunderbar schön mit seinen Gärten, Kirchen und unzähligen Spielplätzen eingerichtet. Skansen ist groß und braucht viele Stunden, um es zu entdecken. Da wir nur wenig Zeit hatten, beschlossen wir, in den alten Stadtvierteln zu starten.

Hier gibt es eine Bäckerei…

…mechanische Werkstatt und Schreinerei…

…und eine Töpferei, die die erstaunlichste Keramikkunst verkauft.

Alles ist so authentisch und schön und es fühlt sich genauso an, als würde man hundert Jahre zurück in die Zeit reisen. Ich liebe es, wenn es so durchdacht ist, keine Souvenirs in knalligen Farben die die Kinder anziehen oder große Kioske mit Süßigkeiten überall. In den Stadtvierteln kann man in altmodischen Geschäften einkaufen.

Wir haben die Eisenwarenhandlung inspiziert.

Sie verkauften Kockums Jernverks Emaille, die vor einigen Jahren ihre Produktion wieder aufnahm, nachdem sie für lange Zeit geschlossen war. Zuvor habe ich auf jedem Flohmarkt nach Kockums Emaille gesucht, aber jetzt kann man also mit neu produziertem ergänzen. Normalerweise haben wir die Tassen am Strand für Kaffee und Saft. So ein strapazierfähiges, haltbares und feines Material, als Alternative zu Kunststoff!

Im selben Haus wie die Eisenwarenhandlung befindet sich die Residenz des alten Eisenhändlers. Ein komplettes Heim aus den 1930er Jahren. Die Kinder, die daran gewöhnt sind, in älteren Häusern mit antikinteressierten Eltern zu leben, dachten, es sei wie ein normales Zuhause. ♡

Hier arbeitete eine Frau, in zeitgenössischen Kleidern gekleidet, und erzählte den Kindern vom Leben im Haus. 

Das Radio spielte alte Programme mit forcierten Stimmen und auf dem Küchentisch lag Husmodern, Schwedens beliebteste Wochenzeitung zu dieser vergangen Zeit.

Wir kamen wieder heraus, schauten uns das Lebensmittelgeschäft Konsum und seine Benzinpumpe an.

Als wir im Stadtviertel fertig waren, entdeckten die Kinder die Eislaufbahn und wollten unbedingt Schlittschuhlaufen. Da habe ich nichts dagegen, ich denke selbst es macht so einen kindischen Spaß zu fahren. (Obwohl es offensichtlich nicht wie Radfahren ist, die Kenntnis geht verloren, wenn man nicht trainiert).

Wir mieteten Schlittschuhe und drehten unsere Runden, begleitet von klassischer Musik, und die Kinder kamen schnell hinein.

Ich musste sie zum Schluss von der Bahn ziehen, als sie kalt und nass wurden. Wir gingen in Richtung des niedlichen Cafés Petissan.

Das Café öffnete 1870 zum ersten Mal die Türen und wurde schnell bei den Stockholmer Studenten beliebt. 

1907 wurde das ganze Haus nach Skansen verlegt…

…und damals wie heute servieren Sie Sandwiches, Gebäck und Mittagessen in einer fantastischen Umgebung der Jahrhundertwende. Verpasse nicht den schönen Innenhof an sonnigen Tagen.

Die Zeit in Skansen verging wie im Flug und bald würden wir nach Hause gehen. Aber zuerst noch eine kleine Rundfahrt durch die Gegend.

Wir sahen uns die schöne Seglora Kirche an, die aus Holz im Jahre 1729 gebaut wurde.

Es ist leicht zu verstehen, dass es eine beliebte Kirche für Hochzeiten ist. Schau dir doch einfach die schönen Dekorationsbilder an, was für eine Arbeit.

Wir sind zwischen den schönen Gebäuden weitergezogen. Wieder einmal habe ich eingesehen, wie schön es mit grünen Zäunen rund roten Hütten ist. Muss versuchen, Mario davon zu überzeugen, dass wir es so auf Orust haben sollten.

Wir hatten auch Zeit, um die Wölfe zu begrüßen, aber die Bären waren immer noch im Winterschlaf, zur großen Enttäuschung der Kinder. Auf dem Weg nach draußen schauten wir durch die Fenster des Skansen-Aquariums und träumten davon, Schlangen und Reptilien zu betrachten. Es wird das nächste Mal sein, denn wir werden sicher immer und immer wieder hierher kommen. Ich kann einen Besuch in Skansen nicht genug empfehlen, ein kulturelles Erlebnis für Groß und Klein. Es ist wirklich ein magischer Ort, an dem die Vergangenheit auf die Gegenwart trifft, voller Fakten und Phantasie. ♡

Ps.: Jetzt ist auch Teil 2 online – schau doch hier und lese wie es am nächsten Tag weiterging. ♡

Die Sehnsucht nach dem Meer

Wenn die Welt mit all ihrem Wahnsinn immer näher rückt, gibt es einen Ort, nach dem ich mich sehne. Wenn wir auf der Schotterstraße zu unserem kleinen Häuschen auf Orust abbiegen, sinken buchstäblich meine angespannten Schultern und sowohl die Sorgen der Welt als auch des Alltags rinnen ab. Wenn ich die Autotür öffne und die frische, sauerstoffreiche Luft meine Lunge füllt und ich über die vertrauten Weiten schaue, fühle ich einfach nur Frieden.

Die Kinder und ich laufen runter zu „unserem“ Strand. Sie fischen Seesterne und Austern und studieren sie sorgfältig, bevor sie wieder dem Meer zurückgegeben werden. Ich sitze und beobachte sie auf der kleinen Bank neben dem Bootshaus, wo es Schutz vor dem Wind gibt und die Sonne fast meine Nasenspitze wärmt. Denke darüber nach, wie stolz ich auf unser Trio bin. Wie die Großen sich um ihren kleinen Bruder kümmern, dass er nicht auf einem Felsen ausrutscht oder zu nah ans Wasser geht. Sie kennen alle Arten, die im Meer leben und wissen, wie sich die Gezeiten ändern, sie vergessen die Zeit da unten am Strand und vergessen sogar, miteinander zu streiten. Wie selbstverständlich es geworden ist, dass das Meer ihnen gehört, es ist ihr Element.

Wir gehen langsam wieder nach Hause und suchen am Waldrand noch nach Pfifferlingen. Wenn wir Glück haben, füllen wir unsere Taschen und braten Pilze für das Abendbrot. Wir kommen nach Hause in die Hütte und Mario hat Kastanien auf dem Grill zubereitet, die wir in unserem Garten essen können.

Wenn es dunkel wird, gehen wir in die Hütte und zünden die kleinen Lampen in den Fenstern an. Stellen fest, dass sich die Geranie in Erwartung auf den nächsten Frühling zurückgezogen hat.

Wenn die Welt mit all ihrem Wahnsinn immer näher rückt, gibt es einen Ort, nach dem ich mich sehne… lese mehr auf dem Blog: www.frauschweden.de

Wir zünden kleine Teelichter an und stellen sie in den Kachelofen aus dem späten 19. Jahrhundert, der gerade gemauert wurde, sodass er Zeit zum Trocknen hat und wir zu Weihnachten einheizen können. Im Hintergrund hört man Mario herumwerkeln mit einem der unzähligen verbleibenden Projekte. Was mich erfüllt, ist Dankbarkeit für alles, was wir zusammen haben, für einander und für diesen Ort, der uns so viel Freude und Hoffnung für die Zukunft gibt.

Zeit um kreativ zu sein

Als ich ein Kind war, liebte ich den Kindergarten, weil es dort so viel Bastelmaterial gab. Und ich erlebte es immer so, als hätten die Fräulein Ozeane der Zeit und Energie für das Basteln und das Kreieren. Als ich mit der Schule begann und schreiben lernte, wollte ich irgendwie nie aufhören (ich will es immer noch nicht). Ich musste meine eigenen Welten erschaffen: Bücher, Theaterstücke oder Gedichte. Die Form spielte weniger eine Rolle, ich liebte und liebe immer noch das Gefühl, dass etwas, das in meinem Kopf geboren wurde, zu etwas Physischem heranwächst. Ein Buch oder ein Text, der (im besten Fall) auch andere und nicht nur mich ansprechen kann. Da wo ich mich gerade im Leben befinde, bekommt das Schöpfen nicht so viel Platz wie früher aus verständlichen Gründen. Das Familienleben nimmt die meiste Zeit in Anspruch und so darf es natürlich auch sein. Dennoch sehne ich mich nach einem kleinen kreativen Projekt (das kein Job ist), mit der Betonung auf klein. Wenn ich zu große Ambitionen habe, passiert irgendwie nie etwas.

Also vielleicht wäre ein wenig brodieren genau das richtige Projekt? Wenn man am Abend vor dem Fernseher landet, um ein halb schlechtes Programm zu sehen. Blumen wie diese sind doch ziemlich süß.

Aber am Lustigsten ist doch eine kleine Botschaft. Schön, auf einem Stoffrest zu brodieren anstatt auf einem Kanevas…

Oder eine notwendige Erinnerung für mich selbst machen, auf einem blauen Hintergrund.

Vielleicht etwas für das Kinderzimmer. Wie dieses…

Oder dieses.

Und schließlich vielleicht das kleinste, aber beste Projekt. Ein Fuchs, der alles sagt. ♡

Galeriebilder von Pinterest-Frau Schweden.

Mein Geburtstag

Ich hatte einen sehr schönen Tag, obwohl ich noch nie meinen Geburtstag in einer so seltsamen Zeit gefeiert habe. Die ganze Familie hat zusammengeholfen und die Feierlichkeiten organisiert. Die Kinder hatten kleine niedliche Karten mit weitschweifiger Handschrift und einigen spiegelverkehrten Buchstaben geschrieben. Mario kochte eine große Form mit einer fantastisch guten vegetarischen Lasagne.

Zum Nachtisch hatten die Kinder und ich eine Pavlova, mit Schokoladen-Meringue, Sahne und Erdbeeren gebacken. Ich habe die Torte dieses Mal als Kranz geformt, ich finde es ist leichter Stücke zu schneiden und sieht zudem auch sehr schön aus.

Außerdem habe ich so schöne Geschenke bekommen. Von Mario erhielt ich einen der schönsten Blumensträuße, den ich je gesehen habe, und von meinen Eltern erhielt ich die Savoy-Vase von Alvar Aalto, nach der ich mich schon lange sehnte. Abends ging ich mit großer Dankbarkeit für meine Familie ins Bett. ♡

Gottes Gedanke mit dem Mensch

Letzte Woche, als Elisabeth krank war und anfing sich besser zu fühlen, musste sie einen Tag mit mir ins Büro kommen. Zu sehen, wie ein Kind einen Bürotag angeht, gibt einem unbestreitbar Perspektive.

Erstmal begann sie damit, zu testen, wie sprungfähig die Sofas waren. (Ein wenig schlechter Sprung in ihnen, aber Test bestanden). Etwas, von dem ich keine Ahnung hatte, obwohl ich viele Jahre hier gearbeitet habe. Sie fuhr mit intensivem Schreiben auf der alten Schreibmaschine fort, die ich hier als Dekoration habe. Wusste gar nicht, dass sie funktionierte! Dann ging sie rasch zur Kaffeemaschine und schäumte dort eine Menge Milch im Milchschäumer. Die sie dann mit viel Zucker drauf genossen hat, mehr als zufrieden mit ihrem neu erfundenen „Rezept“.

Schließlich ging sie auf das Kopiergerät los. Zuerst kopierte sie ihre weichen Plüschtiere, dann drückte sie ihr gesamtes Gesicht auf die Glasscheibe und kopierte es in verschiedenen Posen. Ich werde diese Kopien einrahmen, als eine Erinnerung, wie lustig, lustvoll und neugierig der Mensch geboren wird. Kinder müssen Gottes Gedanke mit dem Mensch sein. Wir Erwachsenen sind für immer zu blassen Kopien degradiert.

Endlich Sonne

Gestern Morgen stellten wir benommen fest, dass etwas anders war. Nach wochenlangem Regen und einer Grauskala schien plötzlich die Sonne von einem hohen und strahlend blauen Winterhimmel. Leicht euphorisch rannten wir umher und packten Essen und Kinder ein und saßen uns ins Auto in Richtung Orust. Dort angekommen, schauten wir nach unseren kleinen Hütten, wärmten den Grill und aßen vegetarische Würstchen und Hamburger. Dann nahmen wir unseren kleinen Weg durch den Wald in Richtung Meer. 

Es war völlig windstill und das Wasser glänzte ohne die geringste Welle. Julius war geschockt über die „Hitze“ der Sonne und warf seine Jacke ab.

Eins, zwei, drei…ab zum Strand!

Jemand war vor uns angekommen. Wilde Vermutungen kamen auf. Adler, Schwan oder gar ein Dinosaurier?

Edward und ich ließen uns auf einer Bank an einer sonnengewärmten Wand nieder und packten Kaffee und Kekse aus.

Komplikationen traten auf, als Edward beschloss, seinen Keks ins Wasser zu werfen, etwas das er direkt bereute. Gut, dass man nette Geschwister hat, die direkt ausrückten und eine Rettungsaktion starteten.

Die Sonne ging langsam unter und wir begaben uns wieder zurück zum Häuschen. Entlang des Weges ist diese alte Steinmauer, ich finde sie so schön. Stell dir vor, wie sich jemand einmal abgeplagt hat, um sie an Ort und Stelle zu bekommen. Da ist es schön, dass sie heute immer noch ihre Funktion als Grenze zur Kuhweide erfüllt.

Ich ging ein wenig hinter den anderen und lauschte der Stille zu. Während wir weg waren, war die Sauna warm geworden und wir setzten uns hinein und tauten dort auf. So ein dringend benötigter, ruhiger Tag mit den Verpflichtungen des Alltags auf langem Abstand.

Ich wünsche dir einen wunderschönen Start in die Woche. ♡

Eine Quarantänewoche in Bildern

Wir gehen jetzt in die zweite Woche, in der wir zu Hause bleiben, weil die Kinder immer noch eine Erkältung haben. Es ist schwer, mit allen Kindern zu Hause zu bloggen, aber ich dachte ich kann euch zumindest einen kleinen Bildregen anbieten, mit Fotos der vergangenen Woche. Trotz der schwierigen Umstände hatten wir eine sehr schöne Zeit zusammen. Die Sonne strahlte auf unserer Straße, unser Haus ist das graue auf der linken Seite.

Heute ist mein Geburtstag und ich bin auf die allerbeste Art und Weise geweckt worden. Mit singenden Kindern in Pyjamas und zerzausten Haaren. Gibt es was süßeres als das?

Aber jetzt zurück zur vergangen Woche, die wir mit Backen eingeleitet haben. Wir haben die Tiefkühltruhe für unsere Ausflüge im Frühling gefüllt.

Und Edward kümmerte sich um den rest des Teiges.

Die Kinder durften Themen wählen. Sie wollten versuchen, ein 💩-Emoji zu backen. Okay, einen Versuch wert!

Elisabeth ist in einem Schachclub und möchte etwas Schach inspiriertes machen. Ich selbst bin leider keine gute Spielerin, aber ich liebe diese kleinen karierten Kekse. Sie sind ein guter Trost, wenn man beim Schach von einer Siebenjährigen geschlagen wird. ♡

Als das Backen abgeschlossen war, wandten sich die Kinder dem Hüttenbau zu. Mit Edward als Sprecher.

Wir waren viel draußen in unserem Garten. Er ist alt und aufgewachsen und ein bisschen „lagom“ (gerade recht) wild.

Mit Blick auf unser schönes, sonnengelbes Nachbarhaus…

…und voller Frühlingsblumen und niedlicher Jungs.

Elisabeth hat selber Vogelfutter aus Kokosfett und Körnern gemacht und hängt es unter der Aufsicht des kleinen Bruders auf.

An einem Tag habe ich Waffeln zum Mittagessen gebacken, die wir mit Marmelade und Sahne aßen, im Freien gegen eine sonnengewärmte Südwand.

Sie erhielten die Bewertung „sehr gut“ von Edward.

Wir waren auch auf Orust, wo sich die Welt wie gewohnt anfühlt. Dort ist es immer leer von Menschen und kommt jemanden, haltet man in der Regel sowieso Abstand. Hier hat die Südwand der Hütte, eine neue Fassade erhalten. Die Kinder halfen mit der typisch roten Farbe zu malen…

…mit Ausnahme von Edward, der versuchte zu lernen, wie man ein Dreirad fährt.

Das war unsere Woche, ich wünsche euch einen guten Start für die kommende. Und viel Kraft für diese besondere Zeit, die wir vor uns haben. ♡

Aktuell